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Die Träume der KSC-Fans sollen nun im Auer Erzgebirgestadion wahr werden. Denn das Hinspiel in Karlsruhe endete 0:0.  Foto: Walter 
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Jeder Zentimeter kann entscheiden – so wie hier im Duell zwischen dem Karlsruher Marco Thiede (hinten) und Aues Pascal Köpke.  Foto: dpa 

Relegation Aue-KSC: Noch ein Spiel bis zur Unsterblichkeit

Karslruhe. Am Dienstag fällt die Entscheidung: Schafft der Karlsruher SC den Wiederaufstieg? Beim Relegationsspiel in Aue werden mehr als 2000 KSC-Fans dabei sein.

„Macht euch unsterblich“ stand auf dem Banner, das Fans des Karlsruher SC am Freitagabend beim Empfang des Mannschaftsbusses entrollten. „Laut und unberechenbar, im Wildpark werden Träume war“ war auf dem rund 80 Meter langen Transparent zu lesen, dass sie zum Anpfiff entlang der Gegengerade präsentierten. In Erfüllung gingen beide Wünsche beim 0:0 im Relegations-Hinspiel gegen Erzgebirge Aue noch nicht. Und auch das dritte plakativ geäußerte Begehren blieb unbefriedigt: „Relegation abschaffen“ forderten die Anhänger in großen Lettern am Zaun der A-Kurve.

Während Wunsch Nummer eins am Dienstag in Erfüllung gehen kann – wenn der KSC bei Erzgebirge Aue (18.15 Uhr/ZDF) den Sprung in die 2. Liga schafft – wird Nummer drei auf absehbare Zeit unerfüllt bleiben. Verständlich ist die Unlust der Blau-Weißen auf jene zwei von DFB und DFL aufgezwungenen Zitterspiele allemal: Sind sie in diesen doch sowohl gegen Regensburg (2012) als auch gegen Hamburg (2015) gescheitert. Dabei lagen sie in keinem einzigen dieser Spiele nach 90 Minuten zurück: Gegen Jahn Regensburg schieden sie nach 1:1 und 2:2 wegen der weniger geschossenen Auswärtstore aus. Gegen den Hamburger SV fiel die Entscheidung nach 1:1 und 1:1 erst in der Verlängerung des Rückspiels.

Vermaledeite Unentschieden also? Mitnichten. Dieser Historie zum Trotz kam kaum ein Karlsruher beim Ausblick auf das Rückspiel ohne diese Wörter aus: „Unentschieden.“ „Remis.“ Oder: „1:1.“ So auch der Karlsruher Trainer Alois Schwartz: „Der Ball liegt jetzt bei Aue“, blickte er voraus. „Aue muss das Rückspiel gewinnen. Bei einem weiteren 0:0 gibt es Verlängerung. Bei einem 1:1...“ – „...keine“, ergänzte Aue-Trainer Hannes Drews. Und dann, nach einer kurzen Pause, schob Schwarz nach: „Und bei einem 5:5 auch nicht.“

An ganz so viele Tore wollte KSC-Kapitän David Pisot gar nicht denken. Auch im Rückspiel werde das Ziel sein, gut zu stehen. Der Innenverteidiger machte aber auch klar: „Wir werden in Aue auf ein Tor spielen.“ Dass dies nicht einfach werde, betonte sein Nebenmann. „90 Minuten harte, noch schwerere Arbeit warten auf uns“, sagte Daniel Gordon. „Aber wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Aue.“ Ähnlich optimistisch traten am Freitag auch die Gäste aus dem Erzgebirge die gut 450 Kilometer lange Heimreise an. „Wir haben die Ausgangslage, die wir wollten“, verriet etwa Innenverteidiger Malcolm Cacutalua, dessen Kollege – Rechtsverteidiger Calogero Rizzuto – heute wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel ausfällt. Und Schlussmann Martin Männel erläuterte: „Es ging darum, die Euphorie und das Selbstbewusstsein der Karlsruher zu brechen.“

Auf dem Platz gelang dies durchaus. Auf den Rängen dagegen ist es gut möglich, dass auch im Rückspiel die Badener den Ton angeben: Am Pfingstwochenende waren noch immer einige Hundert (Heimtickets für das knapp 16 000 Zuschauer fassende Erzgebirge-Stadion zu haben. Obwohl das Gästekontingent deutlich unter 2000 Karten lag, werden mehr als 2000 KSC-Fans ihr Team nach vorne peitschen. Denn als Aue den Online-Vorverkauf startete, war dieser kurzzeitig für jeden zugänglich. Zahlreiche Karlsruher nutzten dies, um sich mit zusätzlichen Karten für die Blöcke neben dem Gästebereich einzudecken.

Gemeinsam mit der Schwartz-Elf auf dem Platz wollen sie dafür sorgen, dass Entscheidungsspiele in Karlsruhe endlich auch mal mit positiven Gefühlen verbunden werden. Endlich wieder, um genau zu sein: 38 Jahre ist es her, als der KSC als Zweiter der 2. Bundesliga Süd zu Aufstiegsspielen gegen Rot-Weiß Essen, den Zweiten der Nordstaffel, antrat. Ein 5:1-Sieg und eine 1:3-Niederlage später waren die Blau-Weißen aufgestiegen. Ganz ohne Unentschieden.

Mögliche KSC-Aufstellung: Uphoff – Bader, Gordon, Pisot, Föhrenbach – Thiede, Mehlem, Wanitzek, Muslija – Pourie, Schleusener

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