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Die Fans des Karlsruher SC sehnen sich nach dem Aufstieg in die 2. LIga. Foto: Ripberger
Die Fans des Karlsruher SC sehnen sich nach dem Aufstieg in die 2. LIga. Foto: Ripberger
16.05.2018

Relegation: Beim Karlsruher SC soll aus „sehr gut“ bald „herausragend“ werden

Karlsruhe. Der Karlsruher SC will seine Saison mit dem Aufstieg krönen. Gegen Aue setzen die Badener in der Relegation auf ihre stabile Abwehr.

Die Pressekonferenz vor dem Relegationsspiel gegen den FC Erzgebirge Aue begann Karlsruhers Trainer Alois Schwartz mit einer Entschuldigung. Für gewöhnlich begrüßt er jeden Journalisten im Presseraum persönlich per Handschlag. „Aber wenn ich das heute mache, beginnen wir eine halbe Stunde später“, sagte der Trainer des Fußball-Drittligisten angesichts des ungewohnt großen Andrangs.

Das Interesse ist groß. Riesengroß. Nicht nur bei den Journalisten. Die 24.600 Tickets für die heimischen Fans im Wildparkstadion waren im Nu vergriffen, lange, bevor der Gegner feststand. Angesichts des Andrangs rät der Club morgen zur frühen Anreise.

Zum direkten Aufstieg hat es den Badenern angesichts des verkorksten Saisonstarts nicht gereicht. Aber unter Alois Schwartz kamen die Ergebnisse und der Erfolg. „Wir haben eine gute Runde gespielt. Haben mit dem dritten Platz eine sehr gute Runde daraus gemacht. Jetzt wollen wir eine herausragende Saison daraus machen“, sagt Alois Schwartz vor dem Hinspiel am Freitag (18.15 Uhr/live im ZDF).

Dabei haben sie in Karlsruhe alles andere als gute Erinnerungen an Relegationsspiele. 2012 ging es hinunter in Liga drei, nachdem der badische Zweitligist mit 1:1 und 2:2 gegen Drittligist Jahn Regensburg den Kürzeren gezogen hatte. Und dann das Relegationsdrama 2015, als Karlsruhe gegen den Hamburger SV nach dem 1:1 im Hinspiel daheim kurz vor Spielende durch einen höchst umstrittenen Freistoß den Ausgleich kassierte und in der Verlängerung noch mit 1:2 verlor.

Die Relegation 2012 hat Oliver Kreuzer miterlebt – er war wie heute Sportdirektor in Karlsruhe. „Damals hatten wir als Zweitligist viel zu verlieren. Das kann man mit der heutigen Situation nicht vergleichen. Als Zweitligist hat man Druck und negative Gedanken. Jetzt sind wir positiv gestimmt“, sagt der ehemalige Bayern-Profi.

Dabei war der FC Erzgebirge Aue nicht gerade der Wunschgegner des KSC. Alois Schwartz hat die Mannschaft zum Saisonausklang der 2. Liga, als die Sachsen durch ein unglückliches 0:1 in Darmstadt auf den Relegationsplatz abgerutscht sind, beobachtet. Gesehen hat er eine spielstarke Mannschaft, die in Darmstadt durch Fehlentscheidungen des Unparteiischen benachteiligt wurde und nun mit der eigentlich guten Bilanz von 40 Punkten in die Relegation muss .

Sebastian Dirscherl, der für den KSC als Scout arbeitet, hat die Auer zuletzt mehrfach gesehen. „Extrem ballsicher, sehr ruhig am Ball“, beschreibt er den Gegner. Das Problem der Sachsen: Nur 35 Tore in 34 Spielen.

Karlsruhe hat in 38 Drittliga-Spielen nur 29 Gegentore kassiert und setzt auch in der Relegation auf die Defensive: „Die Null soll stehen. Vorne bekommen wir unsere Chance“, sagt Abwehrchef Daniel Gordon. Schwartz kann aus dem Vollen schöpfen. Der zuletzt angeschlagene Torjäger Fabian Schleusener trainiert wieder, Ersatztorhüter Dirk Orlishausen gab indes seinen Wechsel zu Hansa Rostock bekannt.