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Faire Verlierer, faire Gewinner: Buckenbergs Dennis Friese (stehend rechts) gratuliert den Flehingern und tröstet Mitspieler Tim Krämer (am Boden). Foto: Ripberger
Faire Verlierer, faire Gewinner: Buckenbergs Dennis Friese (stehend rechts) gratuliert den Flehingern und tröstet Mitspieler Tim Krämer (am Boden). Foto: Ripberger
05.06.2017

Relegation: Buckenberg verabschiedet aus der Landesliga

Norbert Volsitz hat sich seinen Abschied nach sechseinhalb Jahren als Trainer beim FSV Buckenberg wahrlich anders vorgestellt. „Das war ein gebrauchter Tag“, schüttelte er noch lange nach dem Relegationsspiel gegen den FC Flehingen den Kopf. 1:3 (0:0) hatte seine Mannschaft gegen den Bruchsaler Kreisliga-Vizemeister FC Flehingen verloren. Damit steht der erneute Abstieg aus der Landesliga für die Pforzheimer Mannschaft fest.

Das Ergebnis der Partie war verdient, keine Frage. Die Buckenberger hatten lange nicht ins Spiel gefunden. „Dass jeder Feldspieler ausgerechnet heute in der ersten Halbzeit unterirdisch spielt, das ist unerklärlich“, so Volsitz. Seine Mannschaft hatte extrem nervös begonnen. Im Spiel nach vorne ging fast jeder Ball postwendend verloren, kaum ein Zuspiel kam beim Mitspieler an. Lediglich eine nennenswerte Chance gab es für den FSV, doch Torhüter Sascha Wächter parierte den Schuss von Dennis Friese stark (26.).

„Vielleicht ist es einfacher, wenn man um den Aufstieg statt gegen den Abstieg spielt“, äußerte Flehingens Trainer Andreas Schmidt nach der Partie seine Sicht der Dinge. Auch seine Elf spielte zunächst keinen berauschenden Fußball. Aber der Bruchsaler Vizemeister wirkte um einiges ballsicherer und nutzte im Zweikampf immer seine sichtbaren körperlichen Vorteile. Doch zu Chancen kam auch der FCF nicht. Als der starke Ibrahim Ünsal, über den fast jeder Angriff lief, alleine aufs Buckenberger Tor zustrebte, lief ihn Eduard Deutschmann im letzten Moment noch ab (25.).

Nach der Pause machte Flehingen aber den Sack mit einem Doppelschlag schnell zu. Erst traf Ünsal ungestört aus 18 Metern mit einem präzisen Flachschuss zum 1:0 (52.), dann legte der auffällige Florian Kradija von halblinks – ebenfalls ungestört – zum 2:0 (59.) nach. Mit der Einwechslung von Roman Ostertag und Tarkan Colak hatte Roman Volsitz schon nach 54 Minuten versucht, frischen Wind in die Partie zu bringen. Zunächst erfolglos. „Wir haben erst nach dem 0:2 angefangen, Fußball zu spielen“, ärgerte sich der FSV-Trainer. Es dauerte aber bis zur 76. Minute, ehe Dennis Friese per Kopf die nächste nennenswerte Möglichkeit verzeichnete. Und in der 82. Minute gab es Schützenhilfe von Sascha Wächter. Der FCF-Torhüter ließ den vom einsetzenden Regen rutschig gewordenen Ball durch die Hände gleiten, Buckenberg setzte nach und Tim Krämer drückte den Ball zum Anschluss über die Linie (82.).

Der FSV war nun am Drücker. Wer weiß, wie die Partie geendet hätte, wenn sich die Pforzheimer in die Verlängerung gerettet hätten. Dem Gegner ging nämlich früh die Puste aus, immer wieder ließen sich Flehinger Spieler bei schwüler Witterung wegen Krämpfen behandeln. „Wir mussten alle Reserven mobilisieren“, so FC-Coach Schmidt. Seine von Flamur Shala bis dahin so souverän dirigierte Abwehr geriet nun unter Druck. Erst als Kradija eine Freistoßflanke platziert per Kopf zum 3:1 verwertete (89.), war die Partie entschieden.

Für die Buckenberger soll der Abstieg nicht zum Trauma werden. „Die Mannschaft bleibt fast komplett zusammen, vermutlich verlieren wir keine Leistungsträger, die Mannschaft bricht nicht auseinander“, sieht Volsitz das Feld auch nach seinem Abschied gut bestellt.