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Vergeblich streckt sich Öschelbronns Rade Gagic: Der Freistoß landet zum 2:3 im Netz. Fotos: Ripberger
Vergeblich streckt sich Öschelbronns Rade Gagic: Der Freistoß landet zum 2:3 im Netz. Fotos: Ripberger
Enttäuscht nehmen die Öschelbronner den Abstieg zur Kenntnis.
Enttäuscht nehmen die Öschelbronner den Abstieg zur Kenntnis.
05.06.2017

Relegation: Öschelbronn verliert 2:4 nach Verlängerung gegen Forchheim

Wenn am kommenden Samstag der letzte freie Platz in der Landesliga Mittelbaden ausgespielt wird, ist der Fußballkreis Pforzheim nicht mehr vertreten. Nachdem in der Relegation bereits am Samstag der FSV Buckenberg am FC Flehingen gescheitert war, erwischte es am Sonntag auch den FV Öschelbronn. Im Duell der Kreisliga-Vizemeister scheiterte das Team von Trainer Thomas Scheerer mit 2:4 nach Verlängerung in Söllingen am FV Spfr. Forchheim.

Dabei ließ Öschelbronn in der ersten Halbzeit zu viele gute Chancen liegen. Und in der über weite Strecken überlegen geführten zweiten Halbzeit gelang es kaum, die stabile Forchheimer Defensive in Bedrängnis zu bringen. „Wir hatten zu viele Einzelaktionen, haben zu wenig Fußball gespielt. Da hat uns die Torgeilheit gefehlt“, bilanzierte FVÖ-Kapitän Lars Fellmann die 120 abwechslungsreichen Minuten. Der auffällige Robin Bayer (12.) und Beytullah Yüksel (49.) hatten die zweimalige Forchheimer Führung durch Tim Burg (6., 17.) zwar noch ausgeglichen. In der Verlängerung machten aber Mario Dusing (94.) und Fritz Lindenberg (99.) den Karlsruher Vertreter zum Sieger.

Dabei hatte Forchheim aber auch tatkräftige Unterstützung durch Öschelbronns Defensive. Trainer Thomas Scherer wollte zwar niemanden in die Pfanne hauen, gestand aber auf Nachfrage ein: „Rade hat einen rabenschwarzen Tag erwischt.“ Der Öschelbronner Torhüter Rade Gagic, in der Rückrunde Garant für die Vizemeisterschaft, sah bei drei Gegentreffern schlecht aus.

Beim 0:1 (6.) leistete sich seine Abwehr allerdings einen kollektiven Blackout. Einwurf – Verlängerung per Kopf – Kopfball – Tor: So einfach ließ sich der FVÖ überlisten. „Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Es waren unnötige Gegentore“, ärgerte sich Thomas Scherer.

Auch beim 2:1 für Forchheim (17.) sah die Abwehr nicht gut aus. Eigentlich war der Ball schon geklärt, als ihn der FVÖ per Kopf in den eigenen Strafraum zurückbeförderte. Dann wurde die Hereingabe von Tim Burg immer länger und landete zur Verblüffung aller am langen Pfosten im Netz. Das 3:2 war ein Freistoß, den Mario Dusing zwar schön über die Mauer zog (94.) – unhaltbar war der Ball aber nicht. Und beim 4:2 – einem Konter – rutschte der Ball Gagic durch die Beine (99.).

Für den FVÖ war mehr drin

Insgesamt war es aber ein Duell auf Augenhöhe. Der starke Robin Bayer hatte nach einem schönen Zusammenspiel über die rechte Seite das 1:1 für Öschelbronn erzielt (12.) und das 2:2 durch Yüksel vorbereitet, als er eine Ecke von Francesco Grifo per Kopf verlängerte (49.). Und es war mehr möglich. Als Bayer im Strafraum zu Boden ging, blieb der Pfiff aus (27.) – für Scherer war es ein klarer Elfmeter. Bayers Kopfball (35.) wurde pariert. Und bei einer Eckballserie kurz vor der Pause rettete Forchheim mehrfach in höchster Not. Am Ende aber hätten aber auch die Sportfreunde aus Rheinstetten die Partie durch Dusing (77.) und Lindenberg (88.) noch in der regulären Spielzeit für sich entscheiden können. „Wir waren vielleicht einen Tick fitter“, sagte Forchheims Trainer Ralf Friedberger.

Am Ende aber war ein Spieler des Siegers untröstlich. Simon Burkart konnte es nicht fassen. 119 Minuten hatte sich der Linksverteidiger mit Robin Bayer packende Zweikämpfe geliefert. Dann sah er für ein überflüssiges Foul in der Schlussminute die Gelb-Rote Karte und fehlt jetzt, wenn Forchheim am kommenden Samstag gegen Flehingen um den Aufstieg spielt.

Öschelbronn hingegen kann erst kommende Saison einen neuen Anlauf Richtung Landesliga nehmen. „Aber für uns geht deshalb die Welt nicht unter“, so Trainer Thomas Scherer.