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Den DM-Titel im Futsal feierte der Pforzheimer Spieler Rene Hook (Mitte) mit seinem Vater Thilo Hook und Weilimdorfs Kapitän Ivan Knezovic (rechts). privat Ivan Knezovic

Rene Hook aus dem Fußballkreis Pforzheim holt mit TSV Weilimdorf die deutsche Futsal-Meisterschaft

Pforzheim/Ötisheim/Stuttgart. Als Fußballer hat sich Rene Hook in die Verbandsliga vorgearbeitet, im Futsal ist er nun deutscher Meister geworden. „Mega, wie die Fans mitgegangen sind“, sagte der Ötisheimer, der inzwischen in Pforzheim-Würm lebt, nach dem Finale vor gut 1000 Fans in der Stuttgarter Scharrena.

Der TSV Weilimdorf gewann das entscheidende Spiel gegen die HSV Panthers aus Hamburg mit 5:4 (4:3). „Ich habe einige Tage gebraucht, um das zu realisieren: Auf jeden Fall fühlt es sich sehr gut an“, berichtet der 28-jährige Zerspanungsmechaniker.

Verletzungsbedingt war Hook zuletzt allerdings nur die Rolle eines Ersatzmanns geblieben. „Vor dem Halbfinale hatte ich mir im rechten Zeh leider die Bänder gerissen.“ Dafür stieß in der entscheidenden Phase sein Vater, Thilo Hook zum Team: Als Physiotherapeut hatte er mit Massagen Anteil daran, dass Weilimdorf letztlich die Meisterschale und jeder Spieler des Teams eine Medaille erhielt.

Eine neue Herausforderung gibt es bereits – und für die verzichtet Rene Hook diesen Sommer sogar auf eine Urlaubsreise: Im August beginnt die Champions League – und die Weilimdorfer würden gern eins der Qualifikationsturniere mit vier Teams ausrichten. Mit Clubs aus starken Futsal-Nationen wie Spanien, Portugal oder Kasachstan sei dann nicht zu rechnen – sie steigen erst später ein. Anders als im Fußball ist Deutschland in der noch eher jungen Hallensportart bisher keine Macht.

Rene Hook sagt, ihn habe es überrascht, wie groß das Interesse früherer Fußball-Kameraden am Weilimdorfer Titelkampf gewesen sei. Einige hätten nach Karten gefragt und nach dem Erfolg hätten sich in den Sozialen Medien „über 200 Leute“ bei ihm gemeldet. Bevor Hook zur vergangenen Saison nach Weilimdorf kam, war er fünf Jahre beim FC Portus und bei diesem Pforzheimer Futsal-Team sogar Kapitän. Zunächst spielte der Hallenkick für ihn eher eine Nebenrolle. So brachte es Hook während der Portus-Zeit beim TSV Reichenbach auf 28 Einsätze in der Fußball-Verbandsliga.

Doch spätestens vor einem Jahr haben sich die Verhältnisse umgekehrt. So machte Hook beim SV Huchenfeld zwar die Vorbereitung mit, spielte dann aber gar nicht fürs Landesliga-Team und für die Zweite auch nur dreimal zu Saisonbeginn. Stattdessen stand mit Weilimdorf bis zu viermal Training pro Woche an.

2 x 20 Minuten (effektive Spielzeit) dauern die Partien. Als „beidfüßig und defensivstark“ sowie als „klein und wendig“ beschreibt sich Hook. Dass er nur 1,70 Meter groß sei, wirke sich beim Futsal nicht weiter aus: Kopfbälle spielen keine große Rolle.

Platz eins in der Regionalliga Süd brachte seine Weilimdorfer ins DM-Viertelfinale, in dem man sich gegen die Warriors Saar klar durchsetzte. Im Halbfinale gegen Liria Berlin fiel die Entscheidung im Rückspiel in der Verlängerung.

In zwei, drei Jahren wolle der DFB eine Futsal-Bundesliga einführen, sagt Hook. Das möchte Hook in jedem Fall noch erleben und am Besten noch mehrere Spielzeiten lang in der Bundesliga mitmischen.

Ralf Kohler

Ralf Kohler

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