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Als neuer VfB-Sportvorstand wird Michael Reschke nicht mehr nur im Hintergrund wirken (rechts der Stuttgarter Präsident Wolfgang Dietrich).  Baumann
Als neuer VfB-Sportvorstand wird Michael Reschke nicht mehr nur im Hintergrund wirken (rechts der Stuttgarter Präsident Wolfgang Dietrich). Baumann
14.08.2017

Reschke hofft auf Transfer-Coups für den VfB

Die Gründe für Michael Reschke erklärte Wolfgang Dietrich ohne Zögern – gut vernetzt, anerkannter Fachmann, Teamplayer. Warum der VfB Stuttgart aber überhaupt einen neuen Sportvorstand brauchte und die Zusammenarbeit mit Jan Schindelmeiser nicht weiterging, wollte der Präsident des schwäbischen Bundesliga-Clubs dagegen im Detail nicht erläutern. „Ich werde das nicht weiter kommentieren“, sagte er. In diesem Falle hat das Vertrauen gefehlt. Deswegen haben wir diese Entscheidung einstimmig in allen Gremien getroffen“, lautete seine knappe Antwort bei Reschkes gestriger Vorstellung.

Den bisherigen Kaderplaner des FC Bayern München verpflichteten die Stuttgarter schon einen Tag nach Schindelmeisers Freistellung. Der 59 Jahre alten Fußball-Fachmann erhielt einen Vertrag bis 2020. „Es gab ein paar strategische Gründe für diese Entscheidung“, erläuterte Reschke. „Die Ausgliederung mit dem starken Partner Mercedes an der Seite, mit Möglichkeiten, die auch Visionen realistisch erscheinen lassen.“ Der neue Anteilseigner kaufte sich für 41,5 Millionen Euro in die neu gegründete VfB-AG ein, nachdem die Mitglieder vor allem wegen des Vertrauens in Schindelmeisers Art und Arbeit der Ausgliederung zugestimmt hatten. Warum er gehen musste, kann der 53-Jährige noch immer nicht nachvollziehen, wie er in einem vor Reschkes Präsentation veröffentlichten Interview des „Kicker“ deutlich machte. Seinem Nachfolger habe er bei einem Treffen aber „alles Gute für die schwierige Aufgabe“ gewünscht.

Reschke prophezeite Bundesliga-Rückkehrer VfB ein schwieriges Jahr. „Gestern das Spiel spricht auch für sich. Es wird ein hartes Ringen kommende Saison, in der Bundesliga zu bleiben. Es wäre schon hilfreich, wenn uns der ein oder andere sinnvolle Coup gelingen würde“, sagte Reschke mit Blick auf geplante Transfers. Konkreter wurde er am Tag nach dem Sieg im Elfmeterschießen im DFB-Pokals nicht. Indes gab Trainer Trainer Hannes Wolf Torhüter Ron-Robert Zieler nach dem Erfolg beim Regionalligisten Energie Cottbus eine Stammplatz-Garantie.

Nach Stationen im Hintergrund bei Bayer Leverkusen und dem FC Bayern ist Reschke nun auch ein Mann für die Öffentlichkeit – er wird bei Spielen auf der Tribüne sitzen – auch wenn seine Aufgaben noch gar nicht abschließend feststehen. „Ich möchte zunächst mal ankommen im Club. Um dann gemeinsam mit dem Präsident, der Medienabteilung und den Mitarbeitern im Detail meine Rolle zu definieren“, erklärte der neue VfB-Sportvorstand.

Diese Rolle nach dem Abschied von Matthias Sammer in München zu übernehmen, habe nie zur Debatte gestanden. Er habe dort immer für eine Doppelspitze aus Kaderplaner und Sportdirektor plädiert und sich in seiner Rolle gut aufgehoben gefühlt. Zu Beginn seiner Vorstellung in Stuttgart bedankte sich Reschke ausführlich für seine Zeit bei einem „außergewöhnlichen Toparbeitgeber“ in München. „Die Spieler dieses Clubs – mein lieber Schwan. Das hat Spaß gemacht, die zu erleben.“

Künftig muss Reschke in anderen Gehaltsklassen Verstärkung suchen: Dabei wird er von seiner bisherigen Arbeitsweise Abstand nehmen, also nicht mehr wie bislang selbst im In- und Ausland auf dem Trainingsplatz zu stehen. „Das war auch eine Grundsatzentscheidung für mich. Bleibe ich Kaderplaner, dann wäre Bayern München schon eine Topadresse gewesen. Oder nehme ich eine neue Herausforderung an – dann war klar, dass sich einiges für mich verändern wird“, erklärte er.