Den Durchbruch Richtung Landesliga will in dieser Saison die TGS Pforzheim II (dunkle Trikots) schaffen. Die jungen Spieler des TV Calmbach (in Blau) wollen ihre starken Leistungen aus der vergangenen Spielzeit bestätigen.
Den Durchbruch Richtung Landesliga will in dieser Saison die TGS Pforzheim II (dunkle Trikots) schaffen. Die jungen Spieler des TV Calmbach (in Blau) wollen ihre starken Leistungen aus der vergangenen Spielzeit bestätigen. 

Reserve der TGS Pforzheim will es wissen

Zweite Mannschaft des Oberligisten ist Top-Favorit der Handball-Kreisliga.
Niefern und Calmbach könnten in die Verfolgerrolle schlüpfen.

Überregional ist Pforzheims Handball mit zwei Oberligisten, drei Badenligisten und drei Landesligisten bei den Männern stark vertreten. In der Kreisliga liegt aber vieles im Argen. Obwohl Schlusslicht TV Bretten II vergangene Saison nicht absteigen musste, nehmen in der am Wochenende beginnenden Spielrunde erneut nur neun Mannschaften den Wettbewerb auf. Und vier dieser Teams sind Reservemannschaften von höherklassig spielenden Vereinen.

Mit der TGS Pforzheim II ist eine dieser Reserve-Mannschaften klarer Favorit auf den Titel und Landesliga-Aufstieg. Die Nordstädter stellen erfreulicherweise eine echte Perspektivmannschaft. „Wer in der Oberliga Baden-Württemberg spielt, braucht einen Unterbau auf Verbandsebene, damit die Nachwuchsspieler Gelegenheit haben, gezielt auf den Seniorenhandball vorbereitet und die Rekonvaleszenten wieder aufgebaut werden können“, heißt es bei der Turngesellschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Team, das vergangene Runde als Vizemeister ganz knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt war, verstärkt.

Damir Lebovic auf der Bank

Zu Leistungsträgern wie Herbst, Roming, Kim Hufnagel, Benjamin Streichsbier und Heintz kommen erfahrene Neuzugänge (Johannes Schmitterer/TV Großsachsen II, Jens Kusterer/SV Langensteinbach) sowie eigene Nachwuchsspieler (Jannis Schmidl, Nikolas Schlebrowski, Christian Bogner und Johannes Stotz) hinzu. Und dass auch noch Damir Lebovic auf der Bank sitzt, unterstreicht die TGS-Ambitionen. Eigentlich hatte sich der Verein schweren Herzens aus finanziellen Gründen von seinem Oberliga-Coach getrennt. Weil der bislang aber keinen neuen Verein hat und die TGS mit Hans Christensen bereits einen neuen Oberliga-Trainer verpflichtet hat, hilft Lebovic nun bei der Zweiten aus.

Als hartnäckigster Konkurrent der TGS-Reserve wird die TSG Niefern erwartet. Allerdings muss das Team von Trainer Sven Sigloch auf einige Leistungsträger verzichten: Frank Kessler (SV Langensteinbach), Pierre Haag (HSG Pforzheim), Dominik Süsser und Benny Walz (Ziel unbekannt) sind weg. Nikolai Reim, der auf dem Kreuzfahrtschiff Aida arbeitet, fehlt zumindest in der Vorrunde, und Felix Vollmer geht zum Studium nach Freiburg. Die Lücken muss Sven Sigloch mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs (Lederer, Müller) sowie der zweiten Mannschaft (Stotz, Lokodi, Jansen, Rohrmann, Geschke, Nauheimer) füllen. Außerdem kommt Philipp Schüpf vom TV Ispringen.

Die erfreulichste Entwicklung war in der abgelaufenen Spielrunde beim TV Calmbach zu registrieren, wo Sven Wiegmann mit seinen „jungen Wilden“ Furore machte. Das Team spielte lange vorne mit und erreichte das Finale im Kreispokal. Jetzt strebt man erneut einen Platz unter den ersten drei an. Pascal Maier (kommt von der SG Hirsau/Calw/Liebenzell), die Jugendlichen Tobias Bott und Jan Elies sowie Tobias Wildbretter, der nach einjährigem Auslandsaufenthalt wieder mit von der Partie ist, wollen Wiegmann helfen, dieses Ziel zu erreichen. Beim TSV Knittlingen wurde Jochen Hoffmann, der nach seinen nicht ganz glücklichen Stippvisiten in Neuenbürg und Mühlacker nach einem Jahr wieder an die alte Wirkungsstätte heimkehrte, mit offenen Armen aufgenommen. Mit dem Torjäger verspricht man sich bei den Fauststädtern aus dem Rückraum wieder wesentlich mehr Druck. Weil die Mannschaft komplett zusammenblieb und mit Alexander Fain (SG Stutensee) noch weiter verstärkt wurde, traut Trainer Heiko Mössner seinem Team eine wesentlich erfolgreicher verlaufende Spielrunde zu als zuletzt im ersten Jahr nach dem Landesliga-Abstieg.

Bei der HSG TB/TG 88 Pforzheim ist David Bregazzi offensichtlich für fast alles zuständig. Nach dem Vorsitz beim TB Pforzheim hat der Ire auch die Trainingsleitung der Männermannschaft übernommen. Auf Markus Niermayer, der zum TV Ispringen wechselte, kann er aber ebenso wenig bauen wie auf Andreas Schrade. Dafür ist Pierre Haag von der TSG Niefern zurückgekehrt. Weil auch in der HSG-Jugend Potenzial steckt, traut man sich im Schlupf ein besseres Abschneiden als in der vergangenen Spielrunde zu.

Erwartungsfroher Aufsteiger

Aufsteiger TV Birkenfeld sieht der Saison erwartungsvoll entgegen. Trainer Birger Denzinger hat das Team mit vier A-Jugendlichen stark verjüngt, außerdem kehrt Sven Hoffmann aus Brötzingen zurück. Dass man sich in der Tabelle nach hinten orientieren muss, ist den Birkenfeldern aber bewusst.

Beim TV Ispringen II gab es einen Wechsel auf der Trainerbank. Mario Lerbs und Christian Thurnbauer werden als gemeinsame Spielertrainer die Aufgabe von Mathias Morlock übernehmen.

Beim HC Neuenbürg II wird der Verjüngungsprozess fortgesetzt. Neben den Routiniers Volker Sorg und Benedikt Bott stehen nicht weniger als elf A-Jugendliche im Kader. Der hoffnungsvollste davon ist neben Keeper Rambach Yannick Wowro, der aber auch auf Einsätze in der Ersten hoffen darf, nachdem er im Badenliga-Team die gesamte Vorbereitung mitgemacht hat.

Auch der TV Bretten II will mit Hilfe der eigenen Jugend wieder an bessere Zeiten anknüpfen. Helfen soll dabei Christian Heitzler, der jetzt bei der zweiten Mannschaft als Trainer das Sagen hat.

Nichts Neues gibt es vom TV Brötzingen zu berichten. Das einstige Flaggschiff des Handballkreises dümpelt weiter ohne große Ambitionen in der 2. Kreisliga. Da gilt es durchzuhalten, bis die in den vergangenen Jahren verstärkt geförderte Jugendarbeit Früchte trägt.