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So freute sich Siegtorschütze Daniel Reule nach dem vorentscheidenden 1:0-Sieg in Reutlingen. foto: eibner
So freute sich Siegtorschütze Daniel Reule nach dem vorentscheidenden 1:0-Sieg in Reutlingen. foto: eibner
10.06.2011

Reule vom SV Waldhof Mannheim: "Noch 90 schwere Minuten"

Die Meisterschaft in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg ist wahrscheinlich schon vergangenen Samstag entschieden worden. Während der FC Nöttingen in Balingen 1:4 verlor, gewann der SV Waldhof in Reutlingen 1:0. Siegtorschütze: Daniel Reule, ein Eigengewächs des VfR Pforzheim und ein Ex-Nöttinger.

PZ: Glückwunsch zur Meisterschaft des SV Waldhof. Sie nehmen doch schon Glückwünsche entgegen?

Daniel Reule: Nein, nehmen wir noch nicht. Es ist noch nichts passiert.

PZ: Der Aufstieg wurde also nach dem 1:0-Sieg in Reutlingen noch nicht gefeiert?

Reule. Nee, nee, auf gar keinen Fall. Wir haben uns zwar gefreut, dass wir das Spiel gewonnen haben, aber von Aufstiegsfeier kann noch keine Rede sein. Wir haben noch 90 schwere Minuten vor uns am Wochenende gegen den FV Illertissen.

PZ: Sie glauben aber schon daran, dass Sie aufsteigen? Oder lässt sich das der SVW noch nehmen?

Reule: Die Mannschaft und der gesamte Verein wollen natürlich, dass wir das schaffen am Samstag. Wir haben es in der Hand. Natürlich glauben wir auch daran, aber man kann es nie hundertprozentig sagen.

PZ: Wie viele Zuschauer kommen gegen Illertissen?

Reule: Ich glaube, dass über 15 000 ins Carl-Benz-Stadion kommen.

PZ: Ist eine Meisterfeier geplant?

Reule: Nein, das kommt spontan. Wenn man vorher etwas plant, ist das schon oft schief gegangen.

PZ: Sie haben in Reutlingen das Tor zum 1:0-Sieg des SV Waldhof geschossen, wahrscheinlich das wichtigste Tor der Saison, oder?

Reule: Wenn wir am Samstag drei Punkte holen, dann wird es mit Sicherheit das wichtigste Tor gewesen sein in der Saison. Wenn ich aber im letzten Spiel in der 80. Minute das 1:0 mache, dann wird das noch wichtiger gewesen sein.

PZ: Waren Sie überrascht von der 1:4-Schlappe der Nöttinger in Balingen?

Reule: Wir hätten mit Sicherheit nicht gedacht, dass das Ergebnis so hoch ausfällt. Man hat vielleicht gehofft, dass es Unentschieden ausgeht. Mit einem 1:4 hat aber niemand gerechnet.

PZ: Sie sind 2008 im Unfrieden aus Nöttingen weggegangen, weil laut ihrem Berater Zusagen nicht eingehalten wurden. Ist es deshalb eine besondere Genugtuung für Sie, dieses wichtige Tor erzielt zu haben?

Reule: Nein, das würde ich nicht sagen. Dass da einige Dinge schief gelaufen sind, das war so, aber das ist vergessen. Eine Genugtuung spüre ich wegen meinem Tor überhaupt nicht. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Das kann ich schon trennen.

PZ: Haben Sie noch Kontakte zu Spielern in Nöttingen?

Reule: Zu vielen nicht mehr, weil ich ja schon seit fast vier Jahren in Heidelberg wohne. Mit Thomas Ollhoff spreche ich ab und zu noch.

PZ: Sie waren in Mannheim einige Zeit kein Stammspieler, was war los? Warum spielen Sie jetzt?

Reule: Nach der Winterpause habe ich ja die ersten zwei Spiele von Beginn an gemacht. Es lief aber nicht so. Dann bin ich zum Trainer gegangen und habe gesagt, er soll die Mannschaft spielen lassen, die vor der Winterpause so erfolgreich war. Das hat er dann gemacht und wir hatten auch wieder Erfolg. Da war es für mich kein Problem, in die zweite Reihe zurückzugehen. 

PZ: Und jetzt sind Sie wieder Stammspieler?

Reule: Ja, ich habe bei meinen Kurzeinsätzen ein paar Tore vorbereitet. Durch die Verletzung von Vllazniw Dautaj bin ich dann wieder in die Mannschaft gerutscht. Ja, und von da an lief es auch sehr gut.

PZ: Wie geht es weiter für Sie persönlich. Bleiben Sie in Mannheim? Was planen Sie?

Reule: Ich habe meinen Vertrag beim SV Waldhof gerade am Montag um ein Jahr verlängert.

PZ: Und wie geht es außerhalb des Fußballplatzes weiter?

Reule: Ich möchte mich nach der Saison um eine Ausbildungsstelle oder ein Sportstudium bewerben, um ein zweites Standbein neben dem Fußball aufzubauen.