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Oben bleiben will die Rugby-Mannschaft der SG TV/CfR Pforzheim. Dafür braucht sie einen Sieg in Rottweil. Foto: J. Keller, PZ-Archiv
Oben bleiben will die Rugby-Mannschaft der SG TV/CfR Pforzheim. Dafür braucht sie einen Sieg in Rottweil. Foto: J. Keller, PZ-Archiv
04.07.2019

Rhinos am Scheideweg: Pforzheimer Rugbyteam kämpft um Klassenerhalt in der Bundesliga

Pforzheim. Deutscher Rugby-Meister 2016, deutscher Rugbypokal-Sieger 2017, deutscher 7er-Rugby-Meister 2012 und Gewinner des europäischen Nordsee-Cups 2014: Seit dem Aufstieg des TV Pforzheim 2011 in die Bundesliga mischte das Team aus der Goldstadt, das noch einen Zehnerpack an Vizemeistertiteln im klassischen 15er-Rugby und im 7er-Rugby vorweisen kann, immer ganz vorne mit. Jetzt steht die SG TV/CfR Pforzheim am Scheideweg.

An diesem Samstag (Anpfiff 15 Uhr) entscheidet sich beim RC Rottweil, ob die SG in der nächsten Saison weiter in der Rugby-Bundesliga Süd/West mitspielen kann oder in die 2. Liga Süd absteigen muss. Die PZ beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wie kam es zum Relegationsspiel gegen den RC Rottweil?

Die Saison 2018/19 war bei den Pforzheimern einmal mehr von einem Aderlass an wichtigen Stammspielern gekennzeichnet. Besonders perfide: Das Verletzungspech schlug bei den neuen Hoffnungsträgern erbarmungslos zu. Lio Lolo, WM-erfahrener Nationalspieler von Samoa, fiel im ersten Spiel nach einer Knieverletzung für die ganze Saison aus. Der junge Franzose Alan Sarco durfte wegen extremer Herzprobleme nicht antreten. Kraftpaket Ryan Buchanan brach sich den Arm, Ex-Nationalspieler Tim Kasten beendete verletzungsbedingt frühzeitig seine Spielerkarriere, der Neuseeländer Lee Murray fiel die erste Spielhälfte aus, konnte allerdings zum Saisonende noch in einem Match für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Am Ende verhinderte die SG als Siebter zwar den direkten Abstieg, muss aber nun in Rottweil ein Relegationsspiel gegen den RCR, Tabellenzweiter der 2. Liga Süd, ausfechten.

Wie komplett ist das Pforzheimer Team?

„Wie in den letzten Saisonspielen auch, wird alles aufgeboten, was laufen kann“, sagt Teammanager Jens Poff. Die Stimmung im Team, in der notgedrungen einige Spieler aus der zweiten Mannschaft und der eigenen Jugend aufgeboten werden, sei allerdings hervorragend. „Die Jungs sind alle heiß.“ Da Headcoach John Willis aus familiären Gründen etwas kürzer treten muss, sind die Ex-Nationalspieler Mustafa Güngör (Kapitän des Meisterteams von 2016), Tim Kasten und Alexander Widiker als Trainer für die einzelnen Mannschaftsteile eingesprungen. Zu Beginn der Woche gab es keine neuen Verletzungen bei wichtigen Spielern.

Was macht den Pforzheimern Hoffnung?

Wenn es den Pforzheimern gelingt, im Sturm dagegen zu halten und so der Hintermannschaft Räume zu öffnen, können die pfeilschnellen Sprinter die Rottweiler überrennen. Diese überfallartigen Spurts sind wohl die schärfste Waffe der „Rhinos“.

Wie stehen die Chancen für

die Pforzheimer?

Das letzte Rugbymatch hat die SG TV/CfR Pforzheim am 18. Mai bestritten. Daheim im SüdwestEnergie-Stadion gelang ein knapper 50:45-Sieg gegen Bundesliga-Absteiger Neckarsulmer SU. Keine erstklassige Empfehlung für die Favoritenrolle, zumal die SG nach sieben spiellosen Wochen etwas eingerostet sein könnte. Der RCR hatte dagegen in dieser Zeit zwei Aufstiegsrundenspiele bestritten und dabei auswärts mit unbändigem Kampfwillen den Aufsteiger SC Neuenheim an den Rand einer Niederlage gebracht. Der SCN hatte zuvor alle Zweitliga-Partien mit der maximal möglichen Punktzahl – auch gegen den RCR – gewonnen. In Rottweil fiebert man der Sensation entgegen. Der Heimvorteil mit einem enthusiastischen Publikum könnte den Ausschlag für di4e schwäbischen Gastgeber geben.