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Obenauf war der KSV Ispringen nicht nur im Kampf zwischen Israil Kasumov und Andrij Shykka.   Ripberger
Obenauf war der KSV Ispringen nicht nur im Kampf zwischen Israil Kasumov und Andrij Shykka. Ripberger
22.11.2015

Ringen: Bundesliga-Aufsteiger Ispringen schlägt Favoriten Köllerbach

Die Zuschauer in der Festhalle jubelten, Trainer Bernd Reichenbach stand mit geballter Faust am Mattenrand und herzte seine Ringer. Klare Zeichen dafür, dass Bundesliga-Aufsteiger KSV Ispringen mit dem 13:8-Heimsieg über den KSV Köllerbach glänzend in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft gestartet ist.

„Ich bin stolz auf meine Jungs. Das war eine tolle Mannschaftsleistung nach dem Motto ’Einer für alle, alle für Einen‘“, freute sich Reichenbach.

Dabei mussten die Ispringer gegen den Spitzenreiter der Nordgruppe auch noch ohne zwei ihrer stärksten Akteure auskommen. Igor Besleaga (75 Kilo) bekam wegen eines Turniers vom moldawischen Verband keine Freigabe und der Russe Yurij Belonovski (98 Kilo) lag mit Grippe im Bett. Daher hatten die Gastgeber vor dem Kampf alle Hebel in Bewegung gesetzt und ließen Freistil-Spezialist Israil Kasumov einfliegen. Das machte sich bezahlt, zumal der Russe im Duell mit dem Köllerbacher Routinier Andrij Shykka (75 Kilo) richtig zupackte. Mit Beinangriffen setzte Kasumov seinem Widersacher zu und überstand sogar zweimal eine 30-Sekunden-Passivitätszeit, in der er jeweils punkten musste – und das auch tat. Am Ende brachte Kasumov einen 10:0-Punktsieg nach Hause und bescherte seinem Team in der Gesamtrechnung drei wertvolle Zähler.

Zum Auftakt ein 0:4-Rückstand

Das war bitter nötig, denn nach den Niederlagen von Marcel Ewald (57 Kilo/Freistil: 0:2/0:6-Mattenpunkte gegen Andrei Dukov) und Balint Lam (130 Kilo/Griechisch-Römisch: 0:2/0:4 gegen Heiki Nabi) lagen die Ispringer zu Beginn mit 0:4 zurück. Zur Aufholjagd gegen die Saarländer blies der Kroate Tonimir Sokol (61 Kilo/griechisch-römisch) mit einem 2:0-Erfolg über Etiènne Kinsinger.

Für ein überraschendes 3:2 sorgte Freistilringer Michael Kaufmehl (86 Kilo), der in der 98er-Klasse aushelfen musste. Den Gewichtsunterschied von sechs Kilogramm zu Gennadij Cudinovic machte Kaufmehl mit Schnelligkeit wett. Sekunden vor Zeitablauf drehte er das Gefecht durch zwei Beinangriffe. „Das war ganz schön anstrengend. Zum Schluss hatte ich aber ein bisschen mehr Luft als mein Gegner“, betonte der deutsche Meister.

Auch Freistil-Kollege Mihail Sava (66 Kilo: 2:0/7:4) überzeugte, als er den starken Köllerbacher Mongolen Nyam-Ochir Enkhsaikhan mehrfach ins Leere laufenließ und sich immer wieder dessen Fuß schnappte. Muhammed Yasin Yeter zog im Greco-Stil nach und holte zwei Punkte (5:0) gegen Marc-Antonio von Tugginer. Tim Müller (86 Kilo/Freistil: 0:3/4:15 gegen Georgi Sredkov), der wie Kaufmehl eine Gewichtsklasse aufrücken musste, und Konstantin Schneider (86 Kilo/Greco: 0:1/1:3 gegen Jan Fischer) hielten ihre Niederlagen in Grenzen.

Lob für den Teamgeist

„Jeder hat sein Scherflein zum Erfolg beigetragen“, lobte der Ispringer Vereinsvorsitzende Werner Koch. „Der Teamgeist war super.“ Das bewies auch Neven Zugaj in der 75er-Klasse im griechisch-römischen Stil. Der Kroate ließ seinem Widersacher Timo Badusch speziell in der Unterlage keine Chance und setzte mit einer Dreierwertung (8:0) das i-Tüpfelchen.