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Ein Kräftemessen gibt es bei den Ringern derzeit auch abseits der Matte.   Deck
Ein Kräftemessen gibt es bei den Ringern derzeit auch abseits der Matte. Deck
19.12.2016

Ringer bleiben auf Konfrontationskurs

Ispringen. Zwischen Weihnachten und Neujahr steigen bei den Ringervereinen die Halbfinalkämpfe um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Dabei stehen sich der KSV Ispringen und der KSV Aalen im einen sowie der ASV Nedingen und der SV Germania Weingarten im anderen Duell gegenüber. Der deutsche Meister wird dann in drei Kämpfen im Januar ermittelt.

Gut möglich, dass alle vier Halbfinalisten im kommenden Jahr nicht mehr dabei sind, wenn die Ringer wieder ihren deutschen Meister ermitteln. Oder es gibt zwei parallele Wettbewerbe und zwei Titelträger. Denn der Machtkampf zwischen dem Deutschen Ringerbund (DRB) und den Spitzenclubs spitzt sich weiter zu. Der DRB hat den Vereinen eine Frist bis zum heutigen Dienstag gesetzt, um sich für die Bundesliga anzumelden. Die Spitzenclubs wiederum beharren darauf, in einer eigenständigen Deutsche Ringer-Liga (DRL) zu starten und wollen sich vom Ringerbund abnabeln, nicht länger gängeln lassen.

„Mehr Mitbestimmung“

„Die Zeit der hierarchischen Strukturen ist vorbei. Wir wollen mehr Mitbestimmung und Demokratie“, sagt nicht nur Werner Koch, der Vorsitzende des KSV Ispringen. Fünf der aktuellen acht Bundesligisten – neben den vier Halbfinalisten ist das noch der Traditionsverein VfK Schifferstadt und Zweitligist Mansfelder Land – haben sich der DRL bislang angeschlossen und wollen auf keinen Fall einknicken, auch wenn der Ringerbund den abtrünnigen Vereinen mit hohen Geldstrafen und langen Sperren droht.

Ob eine Deutsche Ringer-Liga tätsächlich 2017 zustande kommt, ist noch nicht sicher. Aber Werner Koch ist überzeugt, dass sich diese Entwicklung zur eigenständigen Spitzenliga – wie in anderen Sportarten – nicht aufhalten lässt. Die Germanen aus Weingarten haben angekündigt, 2017 notfalls in der Oberliga anzutreten. Darüber denkt Ispringen auch nach. ok