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Dramatik im letzten Kampf: Ispringens Kakhaber Khubezthy (rot) bezwingt den Nendinger Yabrail Hasanov. Foto: Ripberger
Dramatik im letzten Kampf: Ispringens Kakhaber Khubezthy (rot) bezwingt den Nendinger Yabrail Hasanov. Foto: Ripberger
04.12.2016

Ringer-Bundesliga: KSV Ispringen mit Paukenschlag ins Halbfinale

Das Minimalziel ist erreicht. Durch den 16:11-Heimsieg über den ASV Nendingen haben sich die Bundesliga-Ringer des KSV Ispringen vorzeitig das Halbfinale zur deutschen Meisterschaft gesichert. Mit 17:7 Punkten auf dem Konto kann der Tabellenzweite an den verbleibenden beiden Kampftagen nicht mehr aus dem Vorderfeld der Liga verdrängt werden.

Darüber hinaus gelang den Schützlingen von Trainer Bernd Reichenbach ein historischer Triumph. Denn gegen den dreimaligen Titelträger konnten die Ispringer bisher noch nie gewinnen. „Dieser Sieg über den aktuellen Meister fühlt sich besonders gut an“, gestand Reichenbach. „Dadurch ist der Druck auf die Mannschaft nicht mehr ganz so groß, und wir können nun etwas Energie für die Endrunde sparen.“

Davon war beim Spitzenkampf in der Festsporthalle allerdings noch nicht die Rede, zumal die Ispringer loslegten wie die Feuerwehr. Den ersten Paukenschlag setzte Ibrahim Fallacara in der Griechisch-Römisch-Gewichtsklasse bis 57 Kilo, indem er Alexandru-Vasile Botez gleich das Maximum von vier Punkten abknöpfte. Fallacaras beste Waffe war die Kopfklammer, mit der er den Nendinger zweimal zu Boden zwang. Hinzu kamen Ausheber und Durchdreher, die für 20:2- Mattenpunkte und die technische Überlegenheit sorgten. „Das Entscheidende war der Bodenkampf“, betonte der Ispringer Neuzugang. „Mein Gegner war zwei Kilo leichter, das habe ich ausgenutzt.“

Auch der deutsche Nationalringer Nick Matuhin (130 Kilo/Freistil) ließ gegen den ehemaligen Ispringer Johannes Kessel nichts anbrennen und holte einen 3:0-Sieg (10:1 Mattenpunkte). Überhaupt keine Mühe hatte sein Ispringer Teamkollege Ivan Guidea (61 Kilo/Freistil), dessen Widersacher Baris Diksu schon nach wenigen Sekunden aufgab und außerdem Übergewicht hatte.

Zur 13:1-Pausenführung der Gastgeber steuerte auch Muhammed Yasin Yeter in der 66er-Greco-Klasse sein Scherflein bei. Gegen den starken Nendinger Benjamin Raiser drückte Yeter kräftig aufs Tempo und holte zwei wichtige Zähler (6:2) für sein Team. Ähnliches galt für den Schweden Zakarias Berg (86 Kilo/Greco), der Florian Neumaier ein 1:0 (3:1) abtrotzte. Doch in den restlichen Gefechten bäumte sich das Team des deutschen Meisters auf. Das bekam vor allem der eine Gewichtsklasse höher gerückte Marcel Ewald (66 Kilo/Freistil) beim 0:4 gegen den technisch überlegenen Andrei Perpelita zu spüren. Weitere Punkte gaben Michael Kaufmehl (86 Kilo/Freistil: 0:3/1:12 gegen Piotr Ianulov), Igor Besleaga (75 Kilo/Greco: 0:3/0:9 gegen Daniel Cataraga) und Ardo Arusaar (98 Kilo/Greco: 0:1/0:2 gegen Peter Öhler) ab, so dass die Gäste vor dem finalen Mattengang bis auf 14:11 herangekommen waren.

Den Ispringer Sieg brachte schließlich Kakhaber Khubezthy über die Ziellinie. Beim Kräftemessen mit dem Olympia-Dritten von Rio, Yabrail Hasanov, warf der KSV-Leistungsträger seine ganze Routine in die Waagschale und konterte den Aserbaidschaner immer wieder aus. „Ich bin körperlich total platt. Das war ein hartes Stück Arbeit, weil mein Gegner erst beim 8:6 nachgelassen hat“, gab Khubezthy nach 10:6 Mattenpunkten (2:0) zu Protokoll. Seinem Trainer Bernd Reichenbach fiel zu dieser Galavorstellung nur ein einziges Wort ein: „Weltklasse!“