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Zusammen mit Alexej Ermak (links) freut sich Timo Hufnagel in Minsk über den WM-Titel im Ringtennis-Doppel. Foto: Privat
Zusammen mit Alexej Ermak (links) freut sich Timo Hufnagel in Minsk über den WM-Titel im Ringtennis-Doppel. Foto: Privat
15.08.2018

Ringtennisspieler des TV Kieselbronn Timo Hufnagel glänzt mit drei WM-Medaillen

Minsk. Bei der Ringtennis-Weltmeisterschaft in Minsk (Weißrussland) ging Timo Hufnagel vom TV Kieselbronn bei seiner vierten Weltmeisterschaft an den Start. Dabei war er sehr erfolgreich und holte gleich drei WM-Medaillen.

Für den Vizeweltmeister von 2006 und Bronzemedaillengewinner von 2010 sollte im Einzel erneut der Einzug ins Halbfinale das Ziel sein. Im ersten Spiel der K.o.-Runde (Achtelfinale) gegen Arivazalagan (Indien) musste Hufnagel nur bis zum Halbzeitpfiff (23:18) den Angriffen des unorthodox spielenden Gegners Paroli bieten. Danach klappte alles nach Maß (Endstand 41:29). Im Viertelfinale gegen den jungen südafrikanischen Einzelmeister Stefan Grieb ging es knapper zu. Bis zum Seitenwechsel konnte Hufnagel eine Zwei-Punkte-Führung herausspielen, die er in Durchgang zwei bis auf 45:41 ausbauen konnte. Beim deutsch/deutschen Semifinale gegen Alexej Ermak (Neubiberg) verpasste Hufnagel einen guten Start und kam schnell in Rückstand. Diesen konnte er trotz Kampfgeist nicht mehr egalisieren (31:37).

Im Spiel um Bronze gegen Max Speicher (Wehbach) kam es zur Wiederauflage des kleinen Finales der WM 2014. Dieses Mal gab vor allem die starke konditionelle Verfassung Hufnagels den Ausschlag, da Speicher zum Ende des Spiels in Rückstand liegend erschöpft aufgeben musste.

Starkes Doppel

Trotz der Enttäuschung im Einzel wollte Timo Hufnagel zusammen mit Alexej Ermak im Doppel angreifen. In der Gruppenphase setzten sich die Deutschen souverän gegen Wangryn/Komorowski (Polen) durch. Im Viertelfinale gegen die deutsche Konkurrenz Edelmann/Speicher machten Hufnagel/Ermak kurzen Prozess und mit 45:34 wurde der Halbfinaleinzug sichergestellt. Dort kam es zum Aufeinandertreffen mit den Weltmeistern von 2014, De Bruin/Kokott. In einem sehr konzentriert geführten Spiel merkte man Hufnagel/Ermak den Siegeswillen an und die Goldmedaillengewinner von 2014 hatten mit 42:36 das Nachsehen.

Im Finale kam es zum Duell mit den Teamkameraden Ziegler/Kaiser. In einer hochklassigen Partie lagen Hufnagel/Ermak zur Halbzeit mit einem Punkt in Rückstand. Daraus wurde in der Folgezeit sogar ein Fünf-Punkte-Rückstand. Durch eine taktische Umstellung gelang die Wende. Mit einem 8:0-Lauf wurde die Führung übernommen und beim Schlusspfiff (43:39) der Weltmeistertitel euphorisch gefeiert.

Eigentlich war der Mixedstart von Timo Hufnagel nicht geplant. Doch durch eine Erkrankung bekam der Routinier auch im Mixed die Chance, an den Start zu gehen. Mit Partnerin Michaela Güthling (Suderwich) lief alles nach Plan. Nach Siegen in der Gruppenphase und im Viertel- und Halbfinale gab es im Finale erneut ein deutsches Duell um Gold gegen Speicher/Schutte. Hufnagel/Güthling holten mit einem klaren 42:28 den WM-Titel.

Den Abschluss der WM bildete traditionell der Teamwettbewerb, den Favorit und Titelverteidiger Deutschland im Endspiel gegen Südafrika mit 14:6 gewann.

Als Nachfolger der Bundestrainer Jürgen Öttel (Mimmenhausen) und Christian Herzog (Karlsruhe) wird Timo Hufnagel das deutsche Team auf die Open European Masters (2020) vorbereiten. Zuerst stehen jetzt jedoch von 7. bis 9. September die deutschen Meisterschaften in Karben (Hessen) im Vordergrund, bei denen Hufnagel im Einzel nochmal Edelmetall angestrebt.