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Mit voller Wucht köpft VfB-Kapitän Christian Gentner (links) im Duell mit Lauterns Christoph Moritz aufs Tor. Der Ball verfehlte jedoch sein Ziel. Foto: dpa
Mit voller Wucht köpft VfB-Kapitän Christian Gentner (links) im Duell mit Lauterns Christoph Moritz aufs Tor. Der Ball verfehlte jedoch sein Ziel. Foto: dpa
Da kommt Freude auf: Die Stuttgarter Jean Zimmer, Josip Brekalo, Torschütze Simon Terodde und Emiliano Insua (von links) bejubeln das 1:0. Foto: dpa
Da kommt Freude auf: Die Stuttgarter Jean Zimmer, Josip Brekalo, Torschütze Simon Terodde und Emiliano Insua (von links) bejubeln das 1:0. Foto: dpa
26.02.2017

Rote Teufel aus Lautern gehen im Feuer des VfB Stuttgart unter

Stuttgart. Vom Traditionsduell vergangener Tage ist nicht mehr viel geblieben. Die Roten Teufel vom Betzenberg sind immer noch eine defensivstarke Mannschaft, aber die Offensive hält dem Vergleich mit früheren Tagen nicht mehr Stand. Spitzenreiter VfB Stuttgart baute mit einem verdienten 2:0 (0:0)-Erfolg gestern Mittag den Vorsprung in der Tabelle auf fünf Punkte aus. Simon Terodde mit seinem 15. Saisontor in der 58. Minute und der eingewechselte Berkay Özcan (88.) entschieden die Begegnung. Auf dem geplanten direkten Rückweg in die Bundesliga kann sich die Mannschaft von Erfolgstrainer Hannes Wolf offenbar nur noch selbst schlagen.

Nächstes Spiel mit Maske

Terodde erzielte seinen Treffer mit gebrochener Nase. „Passiert ist das schon im ersten Durchgang nach einer Ecke, aber es muss schon viel passieren, dass ich mich auswechseln lasse. Die Ärzte haben gesagt, keine Gefahr, in Braunschweig werde ich mit einer Maske spielen“, sagte der Goalgetter vom Dienst. „Wir sind froh, dass wir ihn haben“, sagt Hannes Wolf, „er macht den Unterschied. Aber auch die anderen haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht, wir sind sehr zuversichtlich. Aber wir wissen auch, dass noch nichts geschafft ist.“ Sportvorstand Jan Schindelmeiser wird gefragt, ob er schon für die Bundesliga plant. „Wir kümmern uns um das Naheliegende. Dass wir alle Szenarien im Kopf haben, ist selbstverständlich, aber das ist aktuell kein Thema“, sagt Schindelmeiser.

Hannes Wolf entschied sich erwartungsgemäß für eine offensive Ausrichtung. Für Kevin Großkreutz rückte der Ex-Lauterer Jean Zimmer auf die rechte Verteidiger-Position. In der Offensivreihe stand Neuzugang Josip Brekalo erstmals in der Startformation, er rückte für Julian Green in die Mannschaft. Ansonsten blieb die erste Linie mit Carlos Mané und Simon Terodde unverändert, im Mittelfeld spielten Christian Gentner und Takuma Asano, dahinter defensiv Anto Grgic. Wolf versprach sich von dieser Formation Druck von der ersten Minute an. Seine Mannschaft enttäuschte ihn nicht, wenn auch die großen Chancen gegen eine äußerst routinierte FCK-Defensive auf sich warten ließen.

Geduld gefragt

Trainer Norbert Meier änderte seine Formation gegenüber dem überzeugenden 3:0 gegen den SV Sandhausen nicht. Meier setzte auf eine defensivere Ausrichtung, seine Abwehr, die im Saisonverlauf bisher nur 17 Gegentreffer zuließ, lieferte eine Klasseleistung ab, der VfB brauchte sehr viel Geduld. Ein erster Angriff über Mané blieb ohne Abschluss (5. Minute), Terodde verpasste eine Ecke von Insua (18.) und Brekalo scheiterte mit einem Schuss aus halbflinker Position (31.). Kaiserslauterns größte Chance resultierte aus einem Freistoß von Sebastian Kerk (26.), der nur ganz knapp an Mitch Langeraks Tor vorbei ging.

Hannes Wolf hatte vor dem Spiel von einem Gegner gesprochen, der „eine hohe Verteidigungsbereitschaft und große Kompaktheit“ mitbringt. Eine überaus präzise Prognose des Stuttgarter Trainers. Beim VfB Stuttgart passt momentan spielerische Klasse und Zusammenstellung. Mit nunmehr 47 Punkten hat Aufstiegsfavorit VfB Stuttgart nun nach 22 Spieltagen fünf Punkte Vorsprung auf Mitabsteiger Hannover 96, der gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld über ein 2:2 nicht hinauskam.

Unhaltbar verlängert

Aber auch der VfB tut sich schwer gegen kompakt stehende Teams. Terodde blieb bis zur 58. Minute ohne große Torchance, aber dann stand er genau da, wo er stehen musste, um eine Flanke von Emiliano Insua unhaltbar ins lange Eck zu verlängern. Auch die anderen Offensivkräfte verloren nie die Motivation. Immer wieder rannte der VfB gegen die FCK-Abwehrmauer an. Nie steckte die Mannschaft zurück. Am kommenden Montag muss der VfB beim Tabellenvierten Braunschweig ran.