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Vor knapp 18.000 Zuschauern ließen sich die insgesamt viel zu einfallslosen und deshalb auch ungefährlichen Gastgeber in der 76. Minute auskontern. Foto: dpa

Rote Teufel schlagen brave Blaue: Karlsruher SC verliert Südwestderby gegen Kaiserslautern

Karlsruhe. Zu einer bösen Überraschung für den Karlsruher SC entwickelte sich das 59. Südwestderby gegen den 1. FC Kaiserslautern. Denn die von etwa 3000 Fans begleiteten Pfälzer entführten mit einem 1:0-Sieg alle drei Punkte aus Baden.

Vor knapp 18.000 Zuschauern ließen sich die insgesamt viel zu einfallslosen und deshalb auch ungefährlichen Gastgeber in der 76. Minute auskontern. Dominik Schad erzielte das aus FCK-Sicht „goldene“ Tor und brachte dem KSC, der zuvor elf Spiele ungeschlagen war, wieder einmal eine Niederlage bei – die dritte in dieser Saison vor dem eigenen Publikum.

„Was wir heute abgeliefert haben“, räumte KSC-Trainer Alois Schwartz nach dem Abpfiff ein, „war einfach zu wenig. Die erste Halbzeit verlief noch ausgeglichen.“ Nach dem Seitenwechsel aber habe der FCK das Spiel „je länger es dauerte, immer besser in den Griff bekommen.“ Die schwache Leistung seiner Schützlinge im dritten Spiel innerhalb von acht Tagen sei „vielleicht auch der englischen Woche geschuldet gewesen.“

Die Roten Teufel spielten zunächst zwar ordentlich mit, waren aber in erster Linie darauf bedacht, keinen Gegentreffer zu kassieren. Bei gegnerischem Ballbesitz verteidigte der Tabellenelfte sein Tor mit einem 5-4-1-System. Dagegen fand der KSC erst einmal keine Lösungen. Deshalb gingen die ersten 45 Minuten der traditionsreichen Auseinandersetzung torlos über die Bühne. Die KSCler entwickelten im Laufe der sehr fairen Partie zwar eine leichte Überlegenheit – in die Gefahrenzone vor dem FCK-Gehäuse konnten die Hausherren aus dem Spiel heraus aber nur einziges Mal vordringen. Nach einem Fehlpass von Lauterns Christoph Helmlein lief Anton Fink allein auf Lennart Grill zu, wurde aber von einem Abwehrspieler eingeholt und so bei seinem Schuss gestört, dass Kaiserslauterns Schlussmann die Karlsruher Führung verhindern konnte (26.). Kurz zuvor schoss Florian Pick ungehindert aus 17 Metern ganz knapp links am KSC-Kasten vorbei (25.).

Nach dem Seitenwechsel war dann mehr los auf der „Baustelle“ Wildparkstadion. Der KSC verstärkte seine Angriffsbemühungen und Burak Camoglu, der auffälligste Spieler der Blau-Weißen, scheiterte in der 52. Minute, nach einem Alleingang, aus spitzem Winkel von links nur den Pfosten. Leider brachte der zur Stärkung der Offensive anstelle des etwas lauffaulen Anton Fink eingewechselte Kyoung-Rok Choi kein Bein auf den Boden. Darüber hinaus vernachlässigte der KSC im Bemühen um die Führung seine Abwehrarbeit. Das rächte sich bitter. Bei einem FCK-Konter lief Dominik Schad im Rücken von Marc Lorenz in Position, wurde von Christian Kühlwetter mustergültig bedient und überwand Benjamin Uphoff aus kurzer Distanz.

Von einer „unnötigen, aber nicht unverdienten Niederlage“, sprach Oliver Kreuzer. Der KSC ist zwar immer noch Tabellenzweiter. Aber die Leistungen der Wildparkprofis nach der Winterpause (fünf Punkte aus vier Spielen) veranlassten den KSC-Sportdirektor zur Forderung: „Jetzt müssen wir die Arschbacken zusammenkneifen und eine sehr gute Trainingswoche hinlegen.“

Positive Polizeibilanz nach Derby

Von einem „ruhigen Fußballnachmittag“ spricht die Karlsruher Polizei beim Spiel des Karlsruher SC gegen den 1. FC Kaiserslautern. Nur bei der Anreise der Gästefans sei es im Zug zu mehreren Sachbeschädigungen gekommen. In neun Fällen ermittelt die Bundespolizei. Dazu kommen vier Verstöße wegen Zündens von Pyrotechnik außerhalb des Stadions, ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und eine Beleidigung gegenüber Polizeibeamten. Ein angezeigter Diebstahl von Bargeld an einem Imbissstand im Stadion wurde nicht durch Fußballfans begangen. Der Polizei-Einsatzleiter Lutz Schönthal zeigte sich zum Abschluss des Einsatzes sehr zufrieden, da es gelungen sei, ein direktes Aufeinandertreffen der Fanlager zu verhindern.