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Das waren Zeiten: Jürgen Kramny (rechts) 2009 beim Trainingsauftakt von Mainz 05. Damals war er Co-Trainer von Jörn Andersen (links). Die Spieler (von links) Filip Trojan, Eugen Polanski sowie die Torhüter Heinz Müller und Pierre Kleinheider. dpa-Archiv
Das waren Zeiten: Jürgen Kramny (rechts) 2009 beim Trainingsauftakt von Mainz 05. Damals war er Co-Trainer von Jörn Andersen (links). Die Spieler (von links) Filip Trojan, Eugen Polanski sowie die Torhüter Heinz Müller und Pierre Kleinheider. dpa-Archiv
Im Arm von Jürgen Klopp: Kramny 2004 als Mainzer Spieler.
Im Arm von Jürgen Klopp: Kramny 2004 als Mainzer Spieler.
Ein Kämpfer im Mittelfeld: hier im Duell mit Leverkusens Paul Freier (links).
Ein Kämpfer im Mittelfeld: hier im Duell mit Leverkusens Paul Freier (links).
Ein Spiel bleibt Jürgen Kramny in jedem Fall noch, danach könnte er den Trainerposten beim VfB Stuttgart räumen müssen. Foto; Baumann
Ein Spiel bleibt Jürgen Kramny in jedem Fall noch, danach könnte er den Trainerposten beim VfB Stuttgart räumen müssen. Foto; Baumann
10.12.2015

Rückkehr in die zweite Heimat: Stuttgarts Coach Kramny mit VfB in Mainz

Stuttgart. Jürgen Kramny gastiert heute bei seinem Ex-Club FSV Mainz 05. Für den Stuttgarter Interimscoach wäre ein Sieg besonders emotional.

Sogar die Mainzer Ex-Trainer Jürgen Klopp und Thomas Tuchel drücken Jürgen Kramny die Daumen. Denn für den 44-Jährigen ist das heutige Spiel (20.30 Uhr/Sky) in der Fußball-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 etwas Besonderes. Der Interimscoach des VfB Stuttgart kehrt zurück zu seiner ersten Trainerstation. Daher kommen die guten Kontakte zu Klopp und Tuchel.

Und Kramny weiß zudem erstmals seit seiner kurzfristigen Beförderung vor gut zwei Wochen, dass er ziemlich sicher auch in der folgenden Partie noch auf der Bank sitzt. „Kramny bleibt bis zum Winter“, sagte VfB-Sportvorstand Robin Dutt, „das wäre von mir sehr gewünscht“.

Obwohl die Ausbeute des ehemaligen Bundesliga-Spielers mit einem Punkt aus den zwei Spielen gegen Dortmund (1:4) und Bremen (1:1) dürftig ist, bekommt er von Dutt ein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt. „Er trifft momentan den richtigen Ton und macht einfache Dinge. Er hat eine gewisse Struktur in kurzer Zeit drin. Das sind die Gründe, warum er gegen Mainz auch auf der Bank sitzt“, erläuterte Dutt seinen Entschluss, diesen Prozess der „kleinen Schritte“ nicht „künstlich zu unterbrechen“.

Der Mainzer Manager Christian Heidel meinte am Donnerstag, er wolle sich nicht einmischen, aber sein ehemaliger Angestellter habe die Fähigkeiten dazu „ganz unbestritten“.

Kramny selbst sagt glaubwürdig, er könne mit der Ungewissheit über seine persönliche Zukunft beim derzeitigen Tabellenvorletzten der Liga sehr gut leben. Eine Beförderung zur Dauerlösung würde den schnell sprechenden Ludwigsburger aber freuen. Und er findet das realistisch. „Alles ist möglich. Wichtig ist, dass wir gute Ergebnisse erzielen, aber in erster Linie für den Verein“, sagte er.

Ein Sieg gegen den Tabellensiebten aus der Studentenstadt wäre daher gut und wichtig – und für Kramny besonders emotional. „Ich habe 15 Jahre da gelebt, war 13 Jahre im Verein. Eine tolle Zeit, ich habe zwei Aufstiege erlebt“, erzählte er. „Mich verbindet viel mit dem Club und der Stadt. Meine Kinder sind dort geboren.“

Als Aktiver wurde Kramny mit dem VfB 1992 deutscher Meister und kam danach auf 217 Ligaspiele für den FSV. 29 Tore erzielte er zwischen 1997 und 2005. Nach einem halben Jahr in Darmstadt kehrte er nach Mainz zurück, im Sommer 2006 wurde sein Vertrag als Spieler nicht mehr verlängert – und Klopp machte ihn zum Trainer der U 19. Dafür ist ihm der in Bad Cannstatt geborene Kramny bis heute dankbar. Gewinnt der VfB die vorletzte Liga-Partie vor der Winterpause nicht, droht der Absturz ans Tabellenende. Spielmacher Daniel Didavi fällt verletzt aus. Ihn könnte Alexandru Maxim ersetzen.