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Nass gemacht: Sebastian Kienle verfehlte bei der Weltmeisterschaft über die halbe Triathlon-Distanz nicht nur den Titel, sondern kam nicht einmal auf das Podest. Kein gutes Vorzeichen für die WM im Oktober auf Hawaii. Foto: Dedert (Archiv)
Nass gemacht: Sebastian Kienle verfehlte bei der Weltmeisterschaft über die halbe Triathlon-Distanz nicht nur den Titel, sondern kam nicht einmal auf das Podest. Kein gutes Vorzeichen für die WM im Oktober auf Hawaii. Foto: Dedert (Archiv)
10.09.2017

Rückschlag für Triathlet Kienle: Nur Fünfter bei WM über Halbdistanz

Chattanooga. Mit herunterhängenden Armen schleppte sich Sebastian Kienle aus Mühlacker ratlos und enttäuscht über die Ziellinie.

Der Härtetest für die Hawaii-Mission endete für den 33 Jahre alten deutschen Triathlon-Star nicht mal auf dem Podest. Knapp fünf Wochen vor der Ironman-WM kam Kienle bei der Weltmeisterschaft über die Halbdistanz nur auf den fünften Platz. Den Titel bei den Männern sicherte sich der fünfmalige Kurzdistanz-Champion Javier Gomez aus Spanien.

Gomez sorgte auf der anspruchsvollen finalen Laufstrecke für die Entscheidung. Nach 2014 feierte er seinen zweiten Halbdistanz-Titel. Zweiter wurde der US-Amerikaner Ben Kanute vor dem Briten Tim Don. Gleich hinter Kienle landete als Sechster Landsmann Maurice Clavel. Als dritter Deutscher belegte Andreas Dreitz Platze acht.

Für Kienle wurde es in der Gesamtzeit von 3:54:46 Stunden nichts mit dem dritten Titel über die Distanz von 1,9 Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen nach 2012 und 2013. Nachdem er vor einem Jahr bei der WM in Australien auf den letzten Metern um zwei Sekunden von Lokalmatador Tim Reed geschlagen worden war, fiel die Entscheidung zu Kienles Ungunsten diesmal früher.

Schon nach dem Schwimmen im Tennessee River mit den ersten rund 900 Metern gegen die Strömung (Kienle: „Wie Bergauf-Schwimmen“) sah es schlecht aus. Der deutsche Mitfavorit lag 4:11 Minuten hinter Kanute, Gomez lag nur fünf Sekunden zurück.

Auf dem Rad drehte Kienle auf, leistete sich zwischenzeitig ein Duell mit Clavel um Platz zwei. Auf Kanute fehlten ihm beim zweiten Wechsel 3:50 Minuten, auf Gomez hatte er da 26 Sekunden Vorsprung. Auf der Halbmarathon-Strecke musste er den Spanier genau wie den Briten Don ziehen lassen. Womöglich hatte die brachiale Aufholjagd auf dem Rad Kienle zuviel Kraft gekostet.

Am Samstag hatte Laura Philipp WM-Bronze geholt. Die 30-Jährige musste sich in 4:19:40 Stunden nur der überragenden Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf bei deren drittem Halbdistanz-Titel und der Britin Emma Pallant geschlagen geben. „Es war ein großartiges Rennen, ich hatte nie erwartet, hier aufs Podium zu kommen“, sagte die Heidelbergerin Philipp. Nach vier 70.3.-Siegen in diesem Jahr war sie als Mitfavoritin an den Start gegangen.

Interessanter für Kienle ist, dass der WM-Dritte von Hawaii den Ironman 70.3 auf Rügen gewonnen hat: Patrick Lange siegte gestern mit 6:02 Minuten auf Franz Löschke. Dritter wurde Lukas Kalaszczynski aus Polen (+7:22). Lange beeindruckte vor allem mit einer erneut starken Laufleistung.

Jan Frodeno, der Hawaii-Sieger von 2015 und 2016, war am Wochenende nicht am Start.