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Über den Sanierungsbedarf der CfR-Sportstätte im Brötzinger Tal sind sich alle Beteiligten einig. Die Finanzierung der geplanten Stadionumbaus des Fußball-Verbandsligisten 1. CfR Pforzheim ist nun aber wieder fraglich. Foto: Ketterl
09.01.2012

Rückschritt beim Stadionumbau des 1.CfR

Der Fußball-Verbandsligist 1. CfR Pforzheim muss beim geplanten Umbau der Sportstätte im Brötzinger Tal wohl abspecken. Auf Initiative des Sportausschusses geht nun die Stadt in die Offensive.

Bildergalerie: So könnte es aussehen, das neue CfR-Stadion im Brötzinger Tal

Eine Nummer kleiner als gewünscht fällt möglicherweise der geplante Umbau des Stadions Brötzinger Tal aus. Der Grund: Bauherr 1. CfR Pforzheim kann das Eigenkapital nicht aufbringen, das der Badische Sportbund (BSB) zur Gewährung von Zuschüssen fordert. Nach PZ-Informationen geht es um rund 300 000 Euro, die der Verein nachweisen müsste, um Zuschüsse vor allem für den Neubau der drei Sportplätze zu erhalten. Insgesamt muss der Verein Eigenkapital und Eigenleistungen von 25 Prozent der Bausumme bringen. 15 Prozent davon sind als Geldmittel nachzuweisen, zehn Prozent als Eigenleistungen. Ursprünglich war man beim 1. CfR davon ausgegangen, so Vorstandsvorsitzender Markus Geiser gestern gegenüber der PZ, dass er als Bauherr die 2,5 Millionen Euro aus dem Verkauf des Stadions Holzhof von der Stadt an die Stadtwerke Pforzheim (SWP) erhält. Somit wäre der Nachweis des nötigen Eigenkapitals kein Problem gewesen. Diese Vorgehensweise akzeptiert aber der BSB bislang nicht.

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Die Planungen waren zuletzt ins Stocken geraten, weil der CfR, so die Darstellung in einer gestern von der Stadt Pforzheim verbreiteten Pressemitteilung, gewisse Unterlagen und Informationen bisher schuldig geblieben sei. Die Mitteilung kam auf Wunsch des Sportausschusses zustande. Man wollte mit dem Gang an die Öffentlichkeit dem Eindruck entgegenwirken, Stadt und Gemeinderat bewegten sich nicht in Sachen Stadionumbau. Dem sei nicht so, sagt auch Sportbürgermeisterin Monika Müller. Man stehe zum geplanten Umbau und hoffe, dass man bald Nägel mit Köpfen machen könne. „Unser Ziel ist und bleibt es, dass wir das Vertragswerk mit dem CfR bis spätestens März 2012 in den gemeinderätlichen Gremien beraten und dann auch unverzüglich im Gemeinderat beschließen können“, so Monika Müller.

Weil es voraussichtlich keinen BSB-Zuschuss gibt, muss der Umbauplan wohl abgespeckt werden, wenngleich laut Monika Müller hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. „Es ist schwierig, aber wir hoffen immer noch, dass der CfR das Eigenkapital noch aufbringt.“ Wenn nicht, so Müller, werde es wohl auf die abgespeckte Version hinauslaufen.

Das bedeutet, das Stadion wird für exakt 2,5 Millionen Euro umgebaut (drei Plätze, Tribüne, Clubheim, Außenanalgen). Das Geld kommt, wie vom Gemeinderat am 26. Juli 2011 beschlossen, aus dem Verkauf des Stadions Holzhof an die Stadtwerke Pforzheim.

Die ursprüngliche Planung, die CfR-Vorstandsvorsitzender Markus Geiser vorgestellt hatte, sah Investitionen von rund drei Millionen Euro vor. Geiser hat sich angesichts der aktuellen Entwicklung schon mit dem Gedanken befasst, Streichungen an seinem Konzept vorzunehmen. „Da ist auch noch Luft drin“, sagt der gelernte Architekt. Vor allem bei der Gestaltung des Außenbereiches könne man sparen. Möglich sei auch, nur einen Nebenplatz (geplant sind zwei) als Kunstrasen anzulegen. „Ich hoffe, dass die Stadt die möglichen Konzeptänderungen akzeptiert, sonst wird es lustig“, sagt Geiser. Der Verein habe sich schließlich viele Gedanken gemacht, wie man die 300 000 Euro Eigenkapital aufbringen könnte – letztlich ohne Erfolg.

Das umgebaute Stadion Brötzinger Tal, Eigentum der Stadt Pforzheim, soll die sportliche Heimat des Fusionsvereins 1. CfR Pforzheim werden. Ursprünglich wollte man ins Stadion Holzhof ziehen. Doch das geht aus Gründen des Wasserschutzes nicht. Die Stadtwerke haben den Holzhof für 2,5 Millionen Euro von der Stadt gekauft. Das Geld steht komplett für den Umbau im Brötzinger Tal zur Verfügung. Martin Mildenberger

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