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Die Stimme der Fusion: Robert Drotleff musste im Vorfeld der Verschmelzung von 1. FC und VfR Pforzheim viel Überzeugungsarbeit leisten. Jetzt trat er aus privaten Gründen zurück.
Die Stimme der Fusion: Robert Drotleff musste im Vorfeld der Verschmelzung von 1. FC und VfR Pforzheim viel Überzeugungsarbeit leisten. Jetzt trat er aus privaten Gründen zurück. © PZ-Archiv
Robert Drotleff ist aus familiären Gründen als Vorsitzender des 1. CfR Pforzheim zurückgetreten. Er gilt als Architekt des Fusionsvereins aus 1. FC Pforzheim und VfR Pforzheim.
Robert Drotleff ist aus familiären Gründen als Vorsitzender des 1. CfR Pforzheim zurückgetreten. Er gilt als Architekt des Fusionsvereins aus 1. FC Pforzheim und VfR Pforzheim. © PZ-Archiv
20.09.2010

Rücktritt: Drotleff hinterlässt Lücke im Fusionsverein CfR

PFORZHEIM. Die Nachricht kam sehr überraschend. In einer knappen Pressemitteilung informierte Robert Drotleff darüber, dass er von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender des 1. CfR Pforzheim zurücktritt. Spieler und Trainer wurden ebenso überrascht wie Oberbürgermeister Gert Hager, der hofft, dass es jetzt trotzdem positiv mit dem Fusionsverein aus 1. FC Pforzheim und VfR Pforzheim weitergehe.

Private Gründe haben den 36-jährigen Pforzheimer Rechtsanwalt dazu bewogen, am Sonntag seine Kollegen im CfR-Vorstand von diesem Entschluss zu unterrichten. Am Montag informierte er die Öffentlichkeit. Mitstreiter und Weggefährten, die mit Robert Drotleff in den vergangenen Monaten die Fusion zwischen 1. FC und VfR Pforzheim auf den Weg brachten, bedauerten allenthalben den Rücktritt. Sie äußerten aber auch Verständnis: Private Dinge gehen eben vor, war der allgemeine Tenor.

Lokomotive der Fusion

Robert Drotleff gilt in Pforzheim als Gesicht, Motor und Lokomotive der Fusion. Nicht zuletzt dank seiner Überzeugungsarbeit ist es in diesem Jahr gelungen, die beiden großen Pforzheimer Vereine unter einem Dach zusammenzuführen. So war es auf der Gründungsversammlung am 15. Juli keine Überraschung, dass Drotleff zum Vorstandsvorsitzenden in dem achtköpfigen Gremium gewählt wurde.

Die Vertretung des Vereines nach Außen wird vorerst von Drotleffs Stellvertretern Wolfgang Fischer und Sebastian Haase wahrgenommen. Der jetzt noch siebenköpfige Vorstand triff sich in dieser Woche, um die aktuelle Lage zu besprechen, wie Marco Nabinger vom Vorstand erklärte. Man suche einen Nachfolger für Robert Drotleff und werde auch bald einen neuen Vorstandvorsitzenden bestimmen. Dies kann dann in der Mitgliederversammlung, die im Herbst fällig ist, bestätigt werden.

Nabinger nennt Drotleffs Rücktritt einen herben Verlust für den Verein: „Er war die Galionsfigur und die treibende Kraft der Fusion und hinterlässt eine große Lücke im Vorstand.“ Im Gespräch mit der PZ betonte Robert Drotleff noch einmal, dass sein Rücktritt absolut nichts mit dem Verein zu tun habe. Beim CfR sei alles auf einem guten Wege. Aber private Gründe, über die er öffentlich nicht sprechen wolle, hätten ihm keine andere Wahl gelassen. Er bleibe dem Verein aber auch ohne Amt verbunden.

Pforzheim OB Gert Hager bedauerte Drotleffs Rücktritt sehr: „Robert Drotleff ist nicht nur bei der Fusion vorangegangen, er hat den Verein auch sehr strukturiert in die Zukunft geführt. Er war ein harter, aber stets fairer Verhandlungspartner“, so Hager, der hofft, „dass es mit dem CfR positiv weitergeht.“

Absolut überrascht waren auch Trainer und Spieler des CfR. „Familie geht vor, das muss man akzeptieren“, sagt Trainer Rudi Herzog und fügt hinzu: „Robert Drotleff macht keine halben Sachen. Er ist sehr konsequent. Ich hoffe, dass er eines Tages zurückkehrt. Sein Rücktritt ist sehr, sehr schade.“ Das sieht auch Kapitän Bruno Martins so: „Er stand für die Fusion. Er hat sie am meisten forciert. Ich hoffe, er kommt irgendwann zurück.“

In seiner Pressemitteulung schrieb Robert Drotleff: "Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie hiermit darüber informieren, dass ich von meinem Amt als Vorstandsvorsitzender des 1. CfR Pforzheim 1896 e.V. gestern zurückgetreten bin. Die Gründe für meinen Rücktritt sind rein privat (was ich zu respektieren bitte) und kamen für mich sehr überraschend. Sie lassen in Ihrer Konsequenz keinen anderen Schritt zu. Ich hätte das Amt sehr gerne noch viele Jahre gemeinsam mit meinem Vorstandskollegen ausgeübt. Für den Verein und die Stadt wünsche ich mir sehr, dass man gemeinsam die Chance, die die Fusion bietet, wahrnimmt und damit dem Fußballsport und der Jugendarbeit ein Stellenwert zukommt, der einer Stadt wie Pforzheim gerecht wird."