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Gibt nicht mehr die Richtung vor: Michael Lamnek (rechts) ist als Trainer des SV Illingen zurückgetreten. Foto: Fotomoment
Gibt nicht mehr die Richtung vor: Michael Lamnek (rechts) ist als Trainer des SV Illingen zurückgetreten. Foto: Fotomoment
21.12.2016

Rücktritt von Trainer Michael Lamnek überrascht Illingens Fußballer

Bereits sechs Trainerwechsel hat es in der laufenden Saison der Fußball-Bundesliga gegeben – und auch auf lokaler Ebene tut sich einiges. Nun braucht der SV Illingen einen neuen Übungsleiter: Beim SVI ist Michael Lamnek zurückgetreten. „Als Begründung führte er an, dass die Mannschaft sein Spielsystem nicht umsetzen könne, 4-4-2 ist sein Ding“, teilte Abteilungsleiter Hubert Scheuermann mit: „Alle Versuche ihn umzustimmen, führten leider nicht zum Erfolg.“

Ebenfalls seit Beginn der Winterpause war bei der Fußballvereinigung 08 Mühlacker Ralph Augenstein abgetreten. Er beklagte zu wenig Rückhalt seitens des Teams. Als Nachfolger verpflichtete der Club inzwischen Ex-08-Spieler Hüsnü Gür, der zuletzt den FV Lienzingen trainiert hatte. Zuvor hatte sich beim Bezirksligisten TSV Phönix Lomersheim schon nach einem Dreivierteljahr Steffen Domes verabschiedet. Er führte an, sich seinem Amt aus beruflichen Gründen nicht mehr im nötigen Maß verschreiben zu können. Die Sportfreunde Mühlacker ersetzten Ulli Stengel durch Sascha John, den langjährigen Trainer des FC Viktoria Enzberg.

Beim Stärkeren der Senderstädter A-Ligisten spielte eine Rolle, dass der Traum vom Aufstieg in die Ferne rückte. Ebenso dürften sportliche Gründe bei Phönix und beim SVI eine gewisse Bedeutung gehabt haben. Die Nullachter hingegen sind in der Kreisklasse A1 Pforzheim zwar nur Mittelmaß, stehen jedoch deutlich besser da als in den Vorjahren.

Langer Weg, kurze Amtszeit

Auffällig ist, dass die Trainerwechsel, abgesehen von Stengel, Männer betreffen, die von etwas weiter her kommen. Augenstein ist im westlichen Enzkreis zu Hause, Domes in Oberderdingen, Lamnek in Bietigheim. In Illingen hadert Abteilungsleiter Scheuermann mit der Entwicklung: „Der Zeitpunkt des Rücktritts ist eigentlich ein Unding.“ Bis Mitte Januar müsse die Nachfolge geklärt sein, was angesichts der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels schwierig sei. Auf einen bestimmten Typ Trainer legen sich die Illinger erstmal nicht fest. „Er muss zur Mannschaft passen“, sagt Scheuermann nur. Bei Lamnek sei das der Fall gewesen. Im Januar hätte man ihm anbieten wollen, die Zusammenarbeit zu verlängern.

Momentan gehe es nicht darum, in der Kreisliga A3 Enz/Murr weit vorne zu stehen oder gar den Aufstieg zu schaffen, beteuert Scheuermann. Auf der SVI-Seite im Internet heißt es gleichwohl: „Die Hinrunde unserer Ersten war nicht Fisch, nicht Fleisch: Den 6 Siegen und 2 Remis stehen auch 4 Niederlagen gegenüber.“ Nachdem sich das Gesicht des Illinger Teams nach und nach verändert hat, gilt es den Umbruch weiterzuführen. Ab 2018 sei mit starkem Nachwuchs zu rechnen.

Viele Trainer gehen vorzeitig

Nicht zuletzt dank der Stärke der Jugend zählt Illingen in der Umgebung zu den interessanteren Vereinen. Noch auffälliger als beim Lokalrivalen Lomersheim ist aber, dass Trainerengagements bei der ersten Mannschaft immer wieder ein unglückliches Ende nehmen. Bei Phönix hakt es seit dem Abschied von Eberhard Carl 2013, sogar noch viel länger hat Illingen Probleme: 2005 wechselte Erkan Kilic während der Saison zum TKSZ Ludwigsburg, sein Nachfolger Ferdinand Haupt stand lange in der Kritik und musste 2009 vorzeitig gehen. Da sprang zum Saisonabschluss nochmal Ex-SVI-Trainer Bernd Blacha ein. Überraschend gut klappte es mit Thomas Fritsch. Der langjährige Illinger Torhüter und Trainerneuling führte seinen Verein 2013 zum Aufstieg, musste aber ein halbes Jahr später abtreten. Dann kam in Person von Marcello Solombrino noch ein Mann aus den eigenen Reihen, mit dem der SVI dann aber über die Saison 2014/2015 hinaus nicht arbeiten wollte. Auf Solombrino folgte wieder ein externer Trainer: Bernd Vollmer aus Weissach trat vier Spieltage vor Saisonende ab, nachdem er das Signal erhalten hatte, dass es mit ihm nicht weitergehen würde.

Wen mag der SVI also nun holen? „Wir sind am Anfang, aber ein paar Namen spuken mir schon im Kopf herum“, sagt Scheuermann.