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02.10.2012

«Rufmord» und «Sargnagel» - Bobic kontert Kritik an VfB-Trainer

Stuttgart. Sportdirektor Fredi Bobic vom VfB Stuttgart hat vor dem zweiten Gruppenspiel in der Europa League beim norwegischen Meister Molde FK heftige Kritik an Medien und Öffentlichkeit geübt. Zudem stellte er klar: «Unser Hauptaugenmerk gilt der Bundesliga.»

Mit scharfen Worten hat sich Sportdirektor Fredi Bobic gegen die Kritik an der Elf des VfB Stuttgart und besonders an Coach Bruno Labbadia gewehrt. Wenn auch seriöse Medien berichteten, dass es in der Mannschaft und im Trainerteam nicht stimme, dann gehe das in Richtung «Rufmord», sagte Bobic bei einer Pressekonferenz zwei Tage vor dem zweiten Gruppenspiel in der Fußball-Europa-League bei Molde FK (Donnerstag/21.05 Uhr/Sky). «Da muss sich mancher Journalist schon hinterfragen. Da wäre Objektivität wichtig.»

In der Bundesliga feierte der VfB zuletzt mit dem 2:0 beim 1. FC Nürnberg zwar den ersten Saisonsieg, steht mit nur fünf Punkten aus sechs Spielen aber kurz vor der Abstiegszone. Labbadia, der sich offenbar erst am Mittwoch im norwegischen Molde wieder öffentlich äußern will, sei mit der Kritik sehr gut umgegangen, sagte Bobic. «Die Außenwirkung war aber anders. Das hat uns geärgert.» Beim VfB werde schon wieder der eine oder andere «Sargnagel» eingeschlagen.

Trotz einer Reihe von Ausfällen sollen in der Partie beim norwegischen Meister Molde zusätzlich Spieler geschont werden, sagte Bobic und nannte namentlich Rechtsverteidiger Gotoku Sakai. Für ihn könnte der 19-jährige Antonio Rüdiger auflaufen. «Die Bundesliga ist unser täglich Brot. Darauf liegt unser Hauptaugenmerk», sagte Bobic.

Der Einsatz von VfB-Kapitän Serdar Tasci (schwere Prellung) ist weiter fraglich. Fehlen werden Tim Hoogland (Bänderriss), Tunay Torun (Muskelverletzung) und Shinji Okazaki (Knochenabsplitterung am linken großen Zeh). Die Langzeitverletzten Daniel Didavi und Johan Audel sind ohnehin nicht dabei. Dagegen ist Zdravko Kuzmanovic in Molde nach einer Sperre wieder spielberechtigt.

Ein Sieg gegen das Team des früheren Manchester United-Stars Ole Gunnar Solskjaer, gegen das sich der VfB 2010 in der Qualifikation zur Europa League nur mit Mühe durchgesetzt hatte, wäre für die Stuttgarter gleich aus zwei Gründen wichtig. Zum einen müssen die Schwaben die eigene Situation in der Gruppe E nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Steaua Bukarest verbessern, zum anderen wollen sie sich für das nächste Bundesliga-Duell am Sonntag gegen Bayer Leverkusen frisches Selbstvertrauen holen. Molde «steht sehr tief und kontert sehr schnell, auch im eigenen Stadion», sagte Bobic. Ein defensiver Auftritt des VfB wie zuletzt in Nürnberg ist daher nicht zu erwarten.