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Bei den Einwürfen in die Gasse konnte der TVP mit dem HRK mithalten, jedoch bei den Gedrängen zeigte sich die körperliche Überlegenheit der Heidelberger, die den Pforzheimer Rhinos bei ihrer 0:54-Niederlage keine Chance ließen. © Becht
27.09.2014

Rugby: Meister HRK besiegt Vizemeister TV Pforzheim

Gut, dass ein Rugbyspiel nur zweimal 40 Minuten dauert. Der TV Pforzheim hätte nämlich am Samstagnachmittag im SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim noch viel länger gegen den Heidelberger RK spielen können, ohne die Aussicht, jemals einen Punkt gegen den deutschen Meister holen zu können. Mit einem 54:0-Sieg erteilte der HRK dem Vizemeister eine Lektion in Sachen Mannschaftsleistung, körperlicher und mentaler Stärke sowie im Ball-Handling.

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Dass die Heidelberger dieses Spiel gewinnen werden, war selbst den treuesten TVP-Fans schon vor dem Anpfiff klar. Zu viele individuelle Fehler, zu viele Unstimmigkeiten im Zusammenspiel offenbarten die Pforzheimer Rhinos im Spiel eine Woche zuvor gegen den SC Neuenheim. Um gegen den Serienmeister mit fünf Titeln in Folge bestehen zu wollen, muss man jedoch als Team hoch konzentriert sein und über sich hinauswachsen. Letzteres war dem TVP nicht möglich.

In der 11. Minute stand es 0:14. Nach 18 Minuten lagen die Pforzheimer bereits 0:21 hinten. Da war schon zu sehen, dass der HRK an diesem Tag nicht sonderlich in Gefahr geraten würde. Ein ums andere Mal schoben die Heidelberger ihre Pakete Meter um Meter übers Feld. Auch in den Gedrängen blieben sie das stärkere Team. Selbst als der Ex-TVPler und HRK-Dritte-Reihe-Spieler Sidney Brenner ein paar Minuten vor dem Halbzeitpfiff die Gelbe Karte erhielt und zehn Minuten pausieren musste, wussten die Rhinos keinen Profit aus der Überzahl zu schlagen. Wie auch, wenn in den Rücken des Mitspielers gepasste und beim ersten harten Körperkontakt verlorene Bälle den Gegner stark machten.

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28:0 in der Halbzeit, 54:0 am Spielende – den acht Versuchen und sieben erfolgreichen Erhöhungskicks hatte der TVP nichts entgegenzusetzen. Zwar kamen die Rhinos einige wenige Male ganz nah ans gegnerische Malfeld, doch bevor der letzte Meter überwunden werden konnte, hatte schon wieder ein Pforzheimer den Ball verloren.

Die TVP-Coaches John Willis und Neil Foote mussten zwar wegen Verletzungen und Abstellungen für die 7er-Rugby-Nationalmannschaft auf etliche Stammspieler verzichten, doch hatten auch die Heidelberger mehrere wichtige Spieler nicht an Bord. Sie stellten jedoch das eingespieltere Team, das über die ganze Spielzeit das Geschehen im SüdwestEnergie-Stadion voll im Griff hatte.

Trotz der Niederlage und bei einem noch ausstehenden Spiel beim Tabellenletzten der Rugby-Bundesliga Süd, dem Heidelberger TV (Samstag, 4. Oktober, 14 Uhr), hat der TV Pforzheim den Einzug in die Meisterrunde schon so gut wie sicher geschafft. Doch eine gute Ausgangsposition für die Finalrunde kann sich der TVP nur schaffen, wenn er in den nächsten Wochen konsequent daran arbeitet, das aus einem Team von starken Einzelspielern eine starke Mannschaft zu formen. Da dürfte wohl das ein oder andere Sondertraining angesetzt werden müssen.

Ähnlich übel erwischt hat es den Stuttgarter RC bei seiner Heimspielpremiere im Pforzheimer SüdwestEnergie-Stadion. Da der SCR-Platz in dieser Saison nicht bespielbar ist, weichen die Stuttgarter in die Goldstadt aus. Beim Spiel gegen den RC Rottweil gab es eine 0:59-Klatsche gegen den Tabellenführer der 2. Liga Süd. Zuvor konnten die alten Herren des baden-württembergischen Rugbyverbands eine Auswahl aus der Region Paris besiegen.

4. Spieltag Rugby-Bundesliga Süd

RG Heidelberg - TSV Handschuhsheim 30: 0

TV Pforzheim - Heidelberger RK 0: 54

 

 

Spiele

Punkte

+ / -

1

Heidelberger RK

4

20

267

2

TV Pforzheim

4

13

60

3

RG Heidelberg

4

10

-74

4

TSV Handschuhsheim

4

5

-70

5

SC Neuenheim

3

4

-23

6

Heidelberger TV

3

-4

-160