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Kein Durchkommen: Gegen Frankfurt gelang den „Rhinos“ nicht ein einziger Punkt. Archiv foto: J. Keller 

Rugby Pforzheim beim deutschen Meister aus Frankfurt ohne Chance

Frankfurt/Pforzheim. Man musste kein Prophet sein, um den Sieger des ersten Rückrundenspiels in diesem Jahr in der Rugby-Bundesliga Süd/West zwischen dem amtierenden deutschen Meister und Tabellenzweiten SC Frankfurt 1880 und dem Tabellenschlusslicht Rugby Pforzheim vorherzusagen. Viel Zählbares konnte man von den „Rhinos“ bei ihrem Auswärtsspiel in der Hessen-Metropole nicht erwarten, dass es am Ende bei der 0:89-Niederlage aber nicht einmal zu Punkten durch einen Straftritt oder Versuch reichte, war dann doch ein kleines bisschen enttäuschend.

Die Frankfurter dominierten von Anpfiff an und überraschten die „Rhinos“ schon in der vierten Minute mit dem ersten Versuch. Eine Minute später gab es eine Gelbe Karte (zehnminütige Zeitstrafe) für einen Pforzheimer und danach wegen eines High Tackles einen Strafversuch für den SCF. 14:0 führten die Favoriten nach sieben Minuten. Sieben Versuche gab es insgesamt bis zum Pausenpfiff. Bis zum Abpfiff legten die Frankfurter noch sechs weitere Versuche im Pforzheimer Malfeld. Eigene Angriffsbemühungen der am Ende ausgepumpten Goldstädter scheiterten meistens schon weit vor der SCF-Mallinie.

Es war ein einseitiges Spiel, aber Trainer Fabian Broughton hatte davor schon gesagt, dass es in der schwierigen Rückrunde auf die Einstellung der Spieler ankommt, auf ihren Willen und ihren Einsatz. Um die kämpferische Einstellung muss sich der Rugby-Pforzheim-Coach offenbar keine Sorgen machen. „Wer immer heute bei 1880 seine Knochen hingehalten hat: Die hatten ihr Rugbyherz auf dem rechten Fleck!“, lobte ein SCF-Fan das Pforzheimer Team in den Sozialen Medien.

„Die Spielerdecke ist allgemein in der Rückrunde sehr dünn, und dass es schwer werden wird, war klar. Aber wir haben bis zum Letzten gekämpft und viel mitnehmen können. Wir haben trotz des klaren Ergebnisses gezeigt, das wir mit einer ganz anderen Moral aus der Winterpause gekommen sind“, sagt Rugby-Pforzheim-Sprecher Robin Häberle.

Die erwartete Klatsche gegen den amtierenden Meister ist zwar unschön, aber wohl noch nicht entscheidend im Kampf gegen den Abstieg. Jedoch gibt es auch in den nächsten beiden Spielen gegen den Tabellendritten SC Neuenheim und gegen Tabellenführer TSV Handschuhsheim nur wenig Hoffnung auf deutlich bessere Ergebnisse.

„Jetzt heißt es die Moral, die wir aktuell haben, aufrecht zu halten und ohne Verletzte in den Endspurt gegen Ende der Saison zu starten, um die zu erwartenden knappen Spiele tatsächlich in Siege zu verwandeln“, sagt Häberle.

Da es im Rugby für einen Sieg vier Punkte plus die Option auf einen Bonuspunkt gibt, kann Rugby Pforzheim (9 Punkte) in der Tabelle schnell Plätze gutmachen gegen RC Luxemburg (7. Platz, 11 Punkte), RK Heusenstamm (6., 13) und Heidelberger RK (5., 14).

Ein Vorteil für die „Rhinos“ könnte es sein, dass Rugby Pforzheim im Mai zwei Heimspiele in den Kellerduellen gegen Heusenstamm und HRK hat. Bis dahin müssen Moral und Einstellung auf jeden Fall noch halten, wenn der deutsche Rugbymeister von 2016 und mehrfache deutsche Vizemeister den Bundesliga-Klassenerhalt schaffen will.