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Ausnahmekönner:  Russell Kupa aus Neuseeland lenkt das Pforzheimer Spiel.
Ausnahmekönner: Russell Kupa aus Neuseeland lenkt das Pforzheimer Spiel. © PZ-Archiv, M. Müller
24.08.2010

Rugby: TV 34 Pforzheim gut gerüstet für die zweite Liga

PFORZHEIM. Den „Haka“ haben sie unter ihren neuseeländischen Rugby-Trainern Scott Bain und Russell Kupa noch nicht einstudiert. Aber auch ohne den rituellen Kriegstanz der Maori, den die All Blacks, die Nationalspieler aus Neuseeland vor jedem internationalen Einsatz zelebrieren, sind die harten Kerle des TV 34 Pforzheim gut gerüstet. Immerhin startet der TVP mit seiner fast 90-jährigen Rugby-Tradition erstmalig in der zweiten Bundesliga und will zur neuen Saison nicht nur als Punktelieferant herhalten.

„Es soll nicht überheblich klingen“, sagt Abteilungsleiter Norbert Poff, „aber wir peilen in der Zehner-Liga schon einen guten Mittelfeldplatz an und wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

Dass sich das TVP-Team mit dieser Zielsetzung durchaus kein Luftschloss gebaut hat, war nicht nur in der Saisonvorbereitung zu erkennen. Schon das Aufstiegs-Turnier der Regionalliga-Besten in Nürnberg gewannen die Pforzheimer überlegen mit vier Siegen.

Den Spieß umgedreht

Kürzlich im Test gegen den Bundesligisten RK Heusenstamm setzte es zwar zuerst eine deftige 7:66-Auswärtsniederlage. Beim Rückspiel in besserer Besetzung drehte der TVP den Spieß dafür mit 52:40 um. „Daran hat vor allem unser Trainer Scott Bain großen Anteil“, schwärmt Kapitän Uwe Herrmann vom Taktik-Fuchs aus Neuseeland, dem es kurz vor Rundenauftakt am kommenden Samstag (15.00 Uhr) gegen StuSta (StudentenStadt) München gelungen ist, die Fehler seiner Spieler auf ein Minimum zu reduzieren.

Und auch die gute Jugendarbeit des Vereins schlägt sich mittlerweile in der ersten Mannschaft nieder. Denn mit Andrej Rosljakof (25) und Tobias Weber (20) haben sich zwei hochtalentierte Eigengewächse längst einen Stammplatz im 15er-Team erkämpft.

Die wichtigsten Positionen im rund 30 Mann umfassenden Kader bekleiden allerdings die beiden neuseeländischen Ausnahmekönner. Russell Kupa lenkt die Pforzheimer Truppe als Spielmacher (Nummer 10) und sogenannter „Verbinder“ zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen. Scott Bain sorgt in der dritten Reihe hinter dem „Gedränge“, dass das Leder-Ei entsprechend verteilt und der gegnerische Regisseur unter Druck gesetzt wird.

„Spieler der Saison“

Hinzu kommen noch die „schweren Jungs“ der Pforzheimer in der Defensive, die von Routinier Vicky Zeithammel (39) angeführt werden. Außerdem hat sich der Aufsteiger mit Manuel Ballarin und Mark Kielnecker vom aktuellen deutschen Meister Heidelberger RK noch zwei namhafte Neuzugänge geangelt, die in Pforzheim das Rugby-Spielen gelernt haben. Ballarin wurde auf seiner Position in der abgelaufenen Erstliga-Runde sogar zum „Spieler der Saison“ gewählt. „Die Bundesliga-Erfahrung der beiden wird uns ein gutes Stück weiterbringen“, betont Uwe Herrmann, der zum Saisonauftakt aus beruflichen Gründen aber genauso fehlen wird, wie einige andere Akteure. Doch der Pforzheimer Kader sei stark genug, um vielleicht schon gegen StuSta München die ersten Punkte einzufahren, versichert er.

Wo das erste Heimspiel am kommenden Samstag allerdings stattfindet, ist zurzeit noch nicht hundertprozentig geklärt. Nähere Informationen dazu werden in den nächsten Tagen auf der Webside des TV Pforzheim (www.rugby-tvp.de) veröffentlicht.