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Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

Lee Murray und seine TVP-Kollegen müssen sich gegen Neuenheim (blaue Trikots) wieder voll ins Zeug legen. Foto:  PZ-Archiv/J. Keller
Lee Murray und seine TVP-Kollegen müssen sich gegen Neuenheim (blaue Trikots) wieder voll ins Zeug legen. Foto: PZ-Archiv/J. Keller
07.06.2018

Rugby: TV Pforzheim will im DRV-Pokal die Saisonbilanz aufbessern

Pforzheim. „Wir haben zwar die Halbfinalspiele zur Deutschen Meisterschaft erstmals seit dem Aufstieg in die Rugby-Bundesliga ganz knapp verpasst, aber angesichts des schwierigen Neuaufbaus unseres Teams zum Saisonbeginn ist der dritte Platz ein Erfolg“, zieht Jens Poff, Teammanager des TV Pforzheim eine befriedigende Bilanz. „Jetzt gilt unser sportliches Augenmerk dem DRV-Pokal, wo wir möglichst bis ins Finale vordringen wollen, um unseren Titel verteidigen zu können.“

Der nächste Schritt zum Pokalsieg muss an diesem Samstag, 15 Uhr getan werden, wenn Bundesliga-Absteiger SC Neuenheim im SüdwestEnergie-Stadion am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen antritt. Im Hin- und Rückspiel in der Bundesliga gab es zwei derbe Klatschen für überforderte Neuenheimer. Doch Poff warnt: „Wir müssen unsere Kreativabteilung der Hintermannschaft mit Carlos Soteras-Merz, Oliver Paine und Samj Harris für die Vorbereitung der 15er-Rugby-Nationalmannschaft abgeben, die am übernächsten Wochenende Portugal schlagen und sich den Weg zur WM eben will.“

Luke Wakefield ist immer noch verletzt. Irvine Nduwa kann vielleicht spielen, wenn ein letzter Test den Einsatz zulässt. Von Bestbesetzung beim TVP kann also keine Rede sein. Einmal mehr muss „Rhinos“-Coach John Willis umstellen, improvisieren, integrieren. Und einen schussgewaltigen wie treffsicheren Spieler finden, der die drei Nationalspieler, die sonst die Erhöhungen und Straftritte kicken, ersetzt. Die dabei erzielten Punkte könnten am Ende den Unterschied ausmachen.

„Wir wissen nicht, wo der SCN gerade steht, aber die Neuenheimer werden auf jeden Fall alles daran setzen, eine verkorkste Saison mit einem Weiterkommen im Pokal-Achtelfinale zu verdrängen“, sagt Poff. Und Willis ergänzt: „In unserem letzten Heimspiel gegen den SCN haben wir zwar klar gewonnen, dem Gegner aber vier Versuche erlaubt. Das geht im Pokal nicht. Wir müssen intelligent spielen, nicht den Ball sorglos herumwerfen und uns müde rennen.“ Wer den Absteiger auf die leichte Schulter nehme, werde Probleme bekommen.

Der TVP kam über einen 43:17-Sieg beim Zweitliga-Meister FC St. Pauli ins Achtelfinale, der SCN hatte kampflos beim Karlsruher SV gewonnen.

Für den TVP steht einiges auf dem Spiel. 2011 stiegen die Pforzheimer „Rhinos“ erstmals in die Bundesliga auf. Bis auf die letzte Saison kamen sie immer ins DM-Halbfinale. Fünf Mal standen sie im Finale, immer gegen den aktuellen Meister Heidelberger RK, 2016 wurden sie erstmals Deutscher Rugby-Meister. Da haben einige Fans des TVP wohl von mehr als nur Platz drei im Jahr 2018 geträumt. Jetzt soll es halt im DRV-Pokal so lang wie möglich weitergehen, damit vielleicht doch am Ende der 2017 erstmals gewonnene Pokaltitel verteidigt werden kann.

DRV-Pokal Achtelfinale: TV Pforzheim – SC Neuenheim, Samstag, 9. Juni, 15 Uhr, SüdwestEnergie-Stadion, Rattachweg 46 in Pforzheim-Eutingen

Mehr vom Rugby-Bundesligisten TV Pforzheim: www.pz-news.de/rugby