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Kampf der Giganten: Nicht nur Klaus Mainzer (TVP, rechts) und Alexander Widiker (HRK) lieferten sich packende Duelle. Die Pforzheimer gingen trotz ersatzgeschwächter Mannschaft beim Heidelberger Serienmeister engagiert und mutig zur Sache. © Kessler-Sportfotografie
29.03.2015

Rugby-Bundesliga: Ersatzgeschwächter TV Pforzheim hält beim Serienmeister HRK mit

„Die Jungs gingen ohne Druck auf den Platz. Sie hatten nichts zu verlieren und spielten einfach nur Rugby, erzielten vier sehr schöne Versuche und machten es dem deutschen Rugby-Meister schwer, im eigenen Stadion zu glänzen“, freute sich John Willis trotz der 30:45-Niederlage des TV Pforzheim beim Heidelberger RK. Angesichts der langen Liste von verletzten und angeschlagenen Spielern bei den Pforzheimer Rhinos hatten viele Fans eine derbe Klatsche beim Serienmeister erwartet.

Bildergalerie: Rugby: TV Pforzheim macht Meister HRK das Leben schwer

Stattdessen hielt der um viele Spieler der zweiten Mannschaft ergänzte Rugby-Vizemeister aus der Goldstadt lange gut mit und ging sogar in der 3. Minute durch eine schöne Einzelleistung von Manasah Sita mit 5:0 in Führung. Der pfeilschnelle Ex-Nationalspieler von Simbabwe fing einen Pass der Heidelberger ab und war auf dem Weg in Richtung gegnerisches Malfeld von niemand zu bremsen. Kurz vor Schluss legte er seinen zweiten Versuch.

Bildergalerie: Rugby: Trotz Verletztenpech hält TV Pforzheim beim Meister HRK mit

Erst in der 25. Minute konnte der HRK mit 7:5 in Führung gehen. Bis zur Halbzeit zogen die Heidelberger dann aber auf 21:8 davon. Carlos Soteras-Merz verwandelte insgesamt zwei Erhöhungskicks und zwei Straftritte. In der 60. und 63. Minute kam der TVP durch Mustafa Güngör und Marc Hittel zu zwei Versuchen, doch die Aufholjagd wurde am Ende nicht belohnt. Schon vor diesem Doppelschlag hätten die Pforzheimer das Ergebnis enger gestalten können, aber zu viele vergebene Chancen aus aussichtsreicher Position und zu viele Gelbe Karten (zehnminütiger Platzverweis), die den Gegner stärkten, verhinderten ein besseres Resultat.

Dass die Pforzheimer besser abschnitten als erwartet, lag aber auch zu einem gewissen Teil an der Personalsituation des HRK, denn in deren zweiter Sturmreihe fehlten ebenfalls Stammspieler. Für TVP-Coach Willis zählte am Ende des Spiels nicht nur der erreichte Bonuspunkt (vier Versuche), sondern auch die Erkenntnis: „Wir haben keine neuen Verletzten.“ Er war begeistert vom Engagement seines Teams: „Die Jungs haben alles in den Kampf geworfen. Wenn wir später in der Saison noch einmal auf den HRK treffen, werden wir mit noch mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein in dieses Spiel gehen.“

Dieses Treffen wird es frühestens am 16. Mai geben. In der Finalrunde können der HRK als sicherer Tabellenführer der Meisterrunde Süd/West und der TVP als nicht mehr einzuholender Tabellenzweiter erst im Endspiel um die deutsche Rugby-Meisterschaft wieder aufeinandertreffen. Vorausgesetzt natürlich, beide fürs Viertelfinale gesetzten Teams gewinnen auch ihre Halbfinale. Das wäre dann das dritte Mal in vier Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit des TV Pforzheim, dass der Verein gegen den Dauerchampion Heidelberger RK um den Meistertitel kämpfen muss.

Das nächste Spiel des TVP findet am Mittwoch, 1. April, 19 Uhr, beim SC Frankfurt 1880 statt. Das nächste Heimspiel und zugleich das letzte Spiel der Meisterrunde bestreiten die Pforzheimer Rhinos am 18. April, 15 Uhr, gegen den ASV Köln.  

Die Versuche für den TVP:

Manasah Sita (2), Mustafa Güngör, Marc Hittel

Die Kicks für den TVP:

Carlos Soteras-Merz (2 von 4 Erhöhungen, 2 Straftritte)

12. Spieltag Meisterrunde Süd/West

RG Heidelberg

25:21

RK Heusenstamm

ASV Köln

7:24

SC Frankfurt 1880

Heidelberger RK

45:30

TV Pforzheim

 

 

 

Spiele

Punkte

+ / -

1

Heidelberger RK

12

60

+704

2

TV Pforzheim

12

49

+419

3

RG Heidelberg

13

34

-61

4

SC Neuenheim

12

31

-34

5

RK Heusenstamm

12

24

-27

6

SC Frankfurt 1880

11

20

-172

7

TSV Handschuhsheim

12

20

-247

8

ASV Köln

12

0

-582