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Rugby-Bundesliga: Erfolgsmodell TV Pforzheim

Bei der 7er-Rugby-DM haben sie bereits gut kooperiert: Die zwei Stützen des TVP, Carlos Soteras-Merz (rechts) und Tafadzwa Chitokwindo (links) mit den Neuzugängen in den grün-weißen Trikots, John Ngatai (Nummer 5) und Ben Bailey (Hintergrund). Foto: Kessler-Sportfotografie
27.08.2018

Rugby-Bundesliga: SG TV-CfR startet mit neuem Team und viel Nachwuchsspielern

Pforzheim. Das Abschneiden des TV Pforzheim auf Platz acht bei der deutschen Meisterschaft im 7er-Rugby am vergangenen Wochenende in Heusenstamm könnte ein Musterbild für die kommende Saison im 15er-Rugby sein.

„Wir hatten ein sehr junges Team am Start. Angeführt von Spielelenker Carlos Soteras-Merz und Laufwunder Tafadzwa Chitokwindo haben die Jungs, die zum Teil noch nie 7er-Rugby gespielt haben, sehr viel Erfahrungen sammeln können“, bilanziert TVP-Coach John Willis. Für die an diesem Samstag beginnende Saison in der Rugby-Bundesliga Süd/West muss er gegen den gut verstärkten SC Frankfurt (Samstag, 15 Uhr, SüdwestEnergie-Stadion am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen) einmal mehr ein völlig neues Team aufbauen – und da wird er um wenige verbliebene Stammspieler herum viel Nachwuchskräfte eingliedern müssen.

Bildergalerie: TV Pforzheim wird Achter der 7er-Rugby-DM

SCN nun mit Pforzheimer Stars

Diese Aufgabe musste Willis bislang jedes Jahr bewältigen, doch in der Saison, die die „Rhinos“ nun als Spielgemeinschaft TV-CfR Pforzheim angehen, ist der Umbruch noch härter als in den Jahren zuvor. Der bisherige Mannschaftskapitän Rob May ist ebenso nicht mehr an Bord wie Sprinter Manasah Sita. Bei May kam der Abschied überraschend, von Sita war bekannt, dass er sich aus beruflichen Gründen nach Heidelberg orientieren wird. Beide hatten seit etlichen Jahren Spuren im Pforzheimer Rugby hinterlassen. Arthur Zeiler will nach dem spektakulären Sponsorenrückzug beim Heidelberger RK seinem Heimatverein beim Wiederaufbau helfen. Der jüngst aus der Bundesliga abgestiegene Zweitliga-Topfavorit SC Neuenheim hat sich mit Willians Portillo, Samj Harris, Luke Wakefield, Manasah Sita und Oliver Paine am TVP-Personal bedient.

Harter Kern und viel Jugend

Geblieben sind den Pforzheimer Fans seit langem vertraute Stars wie Carlos Soteras-Merz, Tim Kasten und Tafadzwa Chitokwindo, mit dabei sind weiter Alex Liddell, Kelvin de Bruyn und Marc Hittel. Lee Murray zählt nun nach drei Jahren beim TVP als „Rugby-Deutscher“, was die Mannschaftsaufstellung erleichtert. Er wurde in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen. Nach längerer Pause wieder im Team: Der kreative Kopf Ali Sürer und Stürmer Jérôme Himmer. Schon zum Pforzheimer Rugby-Urgestein zählen Andrej Rosljakov und Rod Glessing. Dazu wird es eine Reihe neuer, junger Spieler geben, die sich im Laufe der Saison einen Namen machen können.

Willis bleibt cool: „Der Aufbau dieser neuen Mannschaft zu einer gut geölten Rugby-Maschine ist eine echte Herausforderung. Das ist eine große Chance für junge Spieler, die sich hier voll einbringen können und sicherlich auch positiv überraschen werden“, sagt Willis. Von Überraschungen hat Teammanager Jens Poff aber erst einmal die Nase voll. Für einige Spieler aus Simbabwe, darunter Kämpferherz Josh Gando, gibt es gerade kein Visum. Dagegen hat Poff Einspruch eingelegt. Bis sich da etwas bewegt, will er noch versuchen, ein paar junge Spieler aus der weiteren Region für ein Engagement bei der SG TV-CfR zu gewinnen.

Sehr ausgeglichene Bundesliga

„Der totale Umbruch und die extrem kurze Trainingszeit werden unseren Saisonstart nicht gerade beflügeln, aber wir werden von Spiel zu Spiel besser. Es wird dauern, bis wir mannschaftlich geschlossen auftreten können, bis wir unsere Kombinationen routiniert auch unter Druck spielen können. Da brauchen unsere Fans etwas Geduld mit uns“, sagt Willis.

Zum Glück sei die Bundesliga so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr. Darin sieht auch Poff eine Chance. „Es ist schwer zu sagen, wie stark die Clubs wirklich sind, die alle aus dem HRK-Kader geschöpft haben. Aber ein Überteam wie zuletzt der HRK wird es wohl nicht geben. Am Ende werden wir wohl unter den Top-5 landen.“

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