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Der Sieg beim Aufsteiger Neckarsulmer ist abgehakt. Jetzt konzentriert man sich beim TV Pforzheim (grüne Trikots) auf das Mittwochspiel an Allerheiligen. Dann kommt Meister Heidelberger RK ins SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen. Die Partie verspricht Rugby vom Feinsten. 
Der Sieg beim Aufsteiger Neckarsulmer ist abgehakt. Jetzt konzentriert man sich beim TV Pforzheim (grüne Trikots) auf das Mittwochspiel an Allerheiligen. Dann kommt Meister Heidelberger RK ins SüdwestEnergie-Stadion in Pforzheim-Eutingen. Die Partie verspricht Rugby vom Feinsten.  © Welter
29.10.2017

Rugby-Bundesliga: TV Pforzheim siegt bei Neckarsulmer SU - Am Mittwoch gegen Meister HRK

Pforzheim. John Willis hatte es geahnt. Der Coach des Rugby-Bundesligisten TV Pforzheim hatte vor dem Spiel beim starken Aufsteiger Neckarsulmer SU vor einer „echten Herausforderung“ gewarnt. Leider ging der TVP diese Aufgabe nicht optimal konzentriert und engagiert an. Der 40:12-Sieg täuscht über manche Schwächen hinweg.

Aber vielleicht hatten die „Rhinos“ schon das kommende Mittwoch-Heimspiel im Hinterkopf. Dann empfängt der Vizemeister den Meister Heidelberger RK zum Gigantentreffen der 2010er-Jahre.

Es dauerte ungewohnt lange, bis die grün-weiße Angriffsmaschine auf Hochtouren lief und der erste Versuch durch Josh Gando fiel. Bis zum 26:0-Halbzeitstand sollten noch drei weitere Versuche durch Rob May, Carlos Soteras-Merz und Artur Zeiler auf dem Pforzheimer Punktekonto angerechnet werden. Genug für einen Sieg mit Bonuspunkt. Ob danach die Luft raus war und manche Spieler nur noch versuchten, heil das Match zu beenden, um am 1. November dem HRK Paroli bieten zu können? Nach dem Halbzeitpfiff baute der TVP deutlich ab, auch wenn Manasah Sita und Ali Sürer noch zwei Versuche legten. Ein sicher kickender Carlos Soteras-Merz hatte trotz heftiger Windböen fünf von sechs Erhöhungstritten verwandelt.

Hatte in den ersten 40 Minuten der bärenstarke Sturm der Rhinos die Neckarsulmer in jedem Gedränge meterweit zurückgeschoben, so konnte sich die NSU nach dem Seitenwechsel plötzlich in diesen Situationen Vorteile erkämpfen. Kamen die Gastgebern anfangs nur sehr selten ein paar Schritte über die Mittellinie in Richtung Pforzheimer Malfeld, so rannten sie später dem TVP zu zwei Versuchen davon.

Das hatte sich Willis sicherlich anders gewünscht. Allerdings hatte er auch viel gewechselt, Spielern von TVP II und aus dem Nachwuchs eine Chance gegeben. So richtig zufrieden konnte er nicht sein, denn gegen den Heidelberger RK sind am kommenden Mittwoch ab 14 Uhr zwei mit höchster Disziplin und größter Leidenschaft geführte Halbzeiten nötig, um mithalten zu können. Ein Sieg gegen den HRK wäre allerdings eine echte Überraschung, denn der Meister hat sich einen Luxuskader zusammengekauft, der beispiellos fürs deutsche Rugby ist. Beim letzten Pforzheimer Heimspiel vor der Winterpause, dessen Konstellation an die DM-Finaleklassiker der vergangenen Jahre erinnert, ist die Favoritenrolle bereits für die Heidelberger vergeben.

Doch Willis hat schon nach dem Spiel in Neckarsulm angedeutet, dass er ein Aufbäumen erwartet, dass seine Spieler mutig den Kampf annehmen sollen, denn was an routinierten Abläufen und mannschaftlicher Geschlossenheit in seinem Team noch fehlt, müsse durch Leidenschaft und unbedingten Einsatzwillen ausgeglichen werden. Hoffnung gibt dem TVP-Trainer der knappe 36:29-Sieg des HRK bei SC Frankfurt 1880, der dem SC zwei Bonuspunkte und Platz drei vor dem TVP sicherte. Hier war nach den Europapokalspielen der Heidelberger ein etwas müder und von Verletzungssorgen geplagter Meister angetreten. Angesichts der Tiefe und Qualität des Kaders dürfte der HRK am 1. November in Pforzheim diese kleinen Schwächen jedoch vielleicht schon wieder ausgebügelt haben. Und auch der TVP hat ja noch das Spiel vom Samstag in den Knochen.

Auf jeden Fall hoffen die Pforzheimer „Rhinos“ auf ein enges Match, in dem sie selbst zu Versuchen kommen, um im Falle einer Niederlage wenigstens zwei mögliche Bonuspunkte (weniger als 7 Punkte Differenz und mindestens vier Versuche) zu ergattern. Zurück ins TVP-Team kam in Neckarsulm der langzeitverletzte Tafadzwa Chitokwindo. Er durfte eine Halbzeit lang beweisen, dass er mit seinen Haken und Sprints ein steter Gefahrenherd für den Gegner sein kann. Auch der große, starke Willians Portillo kann wohl wieder auflaufen.

Die „Woche der Wahrheit“ für den Vizemeister komplettiert am Samstag, 4. November, das Auswärtsspiel bei der RG Heidelberg, die zum Saisonstart das Hinspiel beim TVP mit 54:17 gewonnen hatte. Wollen die „Rhinos“ noch am Ende der Saison aus eigener Kraft auf Platz 2 in der Rugby-Bundesliga Süd/West und damit in der Endrunde der deutschen Meisterschaft landen, muss das Match gegen die RGH unbedingt gewonnen werden. – uh –

TVP-Versuche bei der NSU: Josh Gando, Rob May, Carlos Soteras-Merz, Artur Zeiler, Manasah Sita, Ali Sürer

TVP-Erhöhungskicks bei der NSU: Carlos Soteras-Merz (5 von 6)

Nächstes Heimspiel des TVP: Mittwoch, 1. November, 14 Uhr, TV Pforzheim - Heidelberger RK

Nächstes Auswärtsspiel des TVP: Samstag, 4. November, 15 Uhr, RG Heidelberg - TV Pforzheim

Bundesliga Süd/West – 7. Spieltag

SC Frankfurt 1880

29:36

Heidelberger RK

Neckarsulmer SU

12:40

TV Pforzheim

RK Heusenstamm

24:26

RG Heidelberg

SC Neuenheim

21:28

TSV Handschuhsheim

Bundesliga Süd/West

Spiele

Punkte

+ /-

1

RG Heidelberg

7

30

+122

2

Heidelberger RK

5

25

+368

3

SC Frankfurt 1880

7

22

-6

4

TV Pforzheim

6

20

+100

5

TSV Handschuhsheim

7

19

-64

6

Neckarsulmer SU

6

9

-63

7

RK Heusenstamm

7

7

-146

8

SC Neuenheim

7

3

-311