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Rob May tankt sich durch die Reihen des Heidelberger RK. Bis kurz vor Schluss konnte der TV Pforzheim ein 17:17 beim Deutschen Meister halten. Ein Versuch des HRK in letzter Minute brachte dann die 17:24-Niederlage. © Keller
08.09.2013

Rugby-Bundesliga: TV Pforzheim verpasst Überraschung beim Heidelberger RK

Das Gipfeltreffen im deutschen Bundesliga-Rugby dauerte aus Sicht des TV Pforzheim eine Minute zu lange. Kurz vor dem Schlusspfiff hatte sich der TVP beim amtierenden Deutschen Meister Heidelberger RK ein durchaus verdientes 17:17-Unentschieden erkämpft. Doch ein letzter blitzschneller Angriff über die Außenposition brachte dem HRK in letzter Minute den vierten Versuch und damit den 24:17-Sieg.

Bildergalerie: Rugby-Bundesliga: TV Pforzheim beim Meister HRK

„So nahe dran“ seien die Pforzheimer schon lange nicht mehr an einem Sieg gegen das seit vier Jahren ununterbrochen den Meistertitel holende Heidelberger Topteam gewesen, lobte TVP-Spielertrainer John Willis sein Team. HRK-Kapitän Alexander Widiker sprach nach Spielende davon, dass die Meisterschaft in dieser Saison ein sehr enges Rennen zwischen beiden Teams werde. Zum Vergleich: Im Juni gab es im DM-Halbfinale zwischen beiden Teams eine 9:51-Niederlage für den TVP.

Solch eine Klatsche wollten die Pforzheimer nicht noch einmal erleben. Doch zunächst hatten die Heidelberger mehr vom Spiel. Nach 12 Minuten stand es durch einen erhöhten Versuch 7:0, nach 26 Minuten folgte der zweite Versuch zum 12:0 für den HRK. Unnötige Fehler der Pforzheimer hatten den HRK stark gemacht. Die Heidelberger bauten mächtig Druck auf, waren fast durchgängig in der Spielfeldhälfte des TVP präsent. Die Rhinos hatten sich durch eine gelbe Karte (zehnminütige Spielsperre für Sam Harris) selbst geschwächt und überdies Stammkicker Jeremy te Huia durch eine Verletzung verloren.

Doch seine Rolle übernahm der junge Nationalspieler Carlos Soteras Merz mit Bravour. Kurz vor dem Halbzeitpfiff holte er mit einem verwandelten Strafkick die ersten drei Punkte für die Pforzheimer. Das könnte das Signal für einen in der zweiten Hälfte mutiger und selbstbewusster agierenden TVP gewesen sein. Plötzlich dominierten die Rhinos das Spiel, kamen zu zwei Versuchen durch Sam Harris und den zum Saisonbeginn vom HRK zum TVP gewechselten Tim Kasten. Beide Erhöhungskicks von Carlos Soteras Merz waren erfolgreich. Seine gute Form wird dem TVP aber wohl in den nächsten Spielen fehlen, denn der 22-Jährige muss ein Praxisstudiensemester in Basel absolvieren.

Nicht nur durch die Verletzung des langen Josh Fisiiahi hatte der TVP Nachteile beim Ballfangen in der Gasse. So konnte der HRK immer wieder Vorteilssituationen der Pforzheimer für sich nutzen. In den letzten Minuten hatten es die Rhinos quasi in der Hand, den Sieg zu holen, wenn ihnen nicht mehrmals kurz vor dem gegnerischen Malfeld die Bälle aus der Hand gefallen oder geschlagen worden wären.  

Kann der TV Pforzheim diese gute Frühform die ganze Saison konservieren, zählen die Rhinos wieder zu den heißesten Titelfavoriten in der Rugby-Bundesliga. Am kommenden Samstag, 14 Uhr, treffen sie in Heidelberg auf den Mitfavoriten und amtierenden deutschen Vizemeister SC Neuenheim. Ein Sieg gegen den aktuellen Tabellendritten der Bundesliga Süd darf durchaus erwartet werden.

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