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Schnell und durchsetzungsfähig - der TV Pforzheim besiegte in der neuen Spielsätte am Rattachweg in Eutingen auch den SC Neuenheim. Die Play-Offs in der Rugby-Bundesliga scheinen zum Greifen nahe. © Keller
Bereits in der 3. Minute legte Afa Tauli den ersten Versuch zum 5:0 des TVP gegen SC Neuenheim ab. © Keller
10.03.2012

Rugby-Bundesliga: TVP schlägt zur Platzeinweihung den SC Neuenheim

Genau so stellt man sich ein Spiel zur Einweihung einer neuen Spielstätte vor: über weite Phasen enorm spannend, viel Zählbares auf der Anzeigentafel und am Ende ein verdienter Sieg für die Gastgeber. Die Bundesliga-Rugbyspieler des TV Pforzheim haben am Samstag bei ihrem 37:20-Sieg gegen den Tabellenvierten SC Neuenheim all das richtig gemacht, was eine gelungene Stadion-Eröffnung ausmacht.

Bildergalerie: Rugby-Bundesliga: TVP siegt gegen SC Neuenheim 37:20

Bildergalerie: Rugby-Bundesliga: TVP-Fans bejubeln Sieg gegen Neuenheim

Zum ersten Mal hat der TVP ein Bundesliga-Heimspiel im neuen Domizil am Rattachweg in Pforzheim-Eutingen, dem ehemaligen Fußballstadion des 1. FC Eutingen, absolviert. Dass es eine bemerkenswerte Partie mit viel Herzklopfen bei den wieder zahlreich gekommenen TVP-Fans war, lag auch an den munter mitspielenden Neuenheimern. Die hatten zwar im Hinspiel mit 11:20 gegen die Pforzheimer verloren, witterten aber trotzdem eine Chance auf mehr als nur einen möglichen Bonuspunkt, Schließlich fehlten beim TVP neben einigen Verletzten die beiden Nationalmannschaftsspieler Mustafa Güngör und Callum Sauer. Die durften übrigens zur etwa gleichen Zeit in Prag den 17:20-Sieg des deutschen Nationalteams gegen die Tschechen feiern.

Zunächst einmal aber jubelten die Pforzheimer Fans. Bereits in der 3. Minute legte Afa Tauli den ersten Versuch zum 5:0 ab. Die doch recht einfach anmutende Erhöhung schlug fehl, doch Carlos Merz konnte später mit seinen Kicks mehr Glück vorweisen. Zunächst aber verwandelte der SCN zwei Strafkicks in der 32. und 35. Minute in Punkte, weshalb der Tabellenvierte mit 6:5 in Führung ging. Freilich hätte der TVP zu diesem Zeitpunkt schon ein, zwei Versuche mehr auf dem Konto haben können, wenn nicht Unsicherheiten im Ball-Handling den Ausbau der Führung verhindert hätten.

So war es einmal mehr eine famose Einzelleistung von Russel Kupa, der in höchster Not vor dem eigenen Malfeld einen SCN-Pass abfing und zu einem 90-Meter-Sololauf übers ganze Feld ansetzte. Gerade als die Neuenheimer mächtig Druck aufgebaut hatten, wendete sich das Blatt. Der Versuch und die erfolgreiche Erhöhung brachten dem TVP eine 15:6-Halbzeitführung – und kurz danach zwei gelbe Karten für Klaus Mainzer und Nigel Walshe, die jeder für zehn Minuten zum Zuschauen verdammt wurden.

Die Überzahl nutzte der SCN auch gleich 7 Minuten nach der Pause zum 13:15 (Versuch mit Erhöhung). Doch Afa Tauli legte 6 Minuten später einen Versuch zum 20:13. Auch danach blieb das Spiel lebhaft. Die Neuenheimer wollten weiter ihre Chance suchen, vergaben aber in der 58. Minute einen Strafkick. Das war auch gut so aus Pforzheimer Sicht, denn nur 3 Minuten später gelang dem SCN mit einem erhöhten Versuch der Ausgleich zum 20:20.

Jetzt wurde es auf einmal wieder richtig spannend. Beim TVP trauerte man den vergangenen Chancen nach, beim SCN hoffte man auf weitere. Doch letztlich waren die Pforzheimer zu dominant, zu stark, individuell besser besetzt, kreativer und vielleicht auch einfach selbstbewusster. In der 68. Minute steht es dann 27:20 (Versuch Alin Popoiu, Erhöhung Merz), in der 78. Minute 30:20 (Strafkick Merz) für den TVP. Da war dann klar, dass die Pforzheimer den Sieg nicht mehr hergeben würden. In der letzten Minute passte Alex Jessop nach einem schönen Solo zu Udo Schwarz, der den letzten Versuch ablegte. Auch der anschließende Kick zwischen die Stangen gelang und die Anzeigentafel – darauf und auf einen Stadionsprecher mussten die TVP-Fans lange warten – zeigte 37:20 für den Tabellendritten.

Mit dem Sieg bleiben die Pforzheimer Bundesliga-Neulinge dem Tabellenzweiten SC 1880 Frankfurt weiter auf den Fersen. Die haben allerdings schon ein Spiel mehr absolviert, weshalb ein doch recht wahrscheinlicher Sieg im noch ausstehenden Nachholspiel in Berlin dem TVP Platz zwei sichern würde. Das brächte in den Play-Off-Spielen zur Deutschen Meisterschaft den Heimvorteil in der ersten Begegnung. tok