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Startklar: Der TV Pforzheim (mit Mustafa Güngör am Rugby-Ei) präsentierte sich zum Saisonauftakt hellwach – und gewann mit 24:13. Foto: Jürgen Keller
26.08.2012

Rugby-Bundesliga: Zum Auftakt ein Erfolgserlebnis für den TVP

Das Pforzheimer Rugbyteam siegt beim TSV Handschuhsheim mit 24:13. Der Bundesliga-Auftakt des TVP war zufriedenstellend, die Neulinge zeigten sich recht gut ins frisch formierte Team integriert. Aber bis zum kommenden Samstag muss noch einiges verbessert werden. Der nächste Gegner im TVP-Stadion am Eutinger Rattachweg ist der deutsche Meister Heidelberger RK.

Bildergalerie: Rugby-Bundesliga: TV Pforzheim siegt zum Auftakt

Wo steht der TVP in der Rugby-Bundesliga? Diese Frage bewegte nicht nur die Fans der Pforzheimer Rugbyspieler vor dem ersten Spiel in der neu geschaffenen Bundesliga Süd. Auch die Konkurrenz hatte den ersten Auftritt des deutschen Vizemeisters genauer im Blick. Es gab zahlreiche Abgänge von Leistungsträgern, aber auch etliche namhafte Verstärkungen. Am Ende bewies der 24:13-Sieg der TVP-„Rhinos“ gegen starke „Löwen“ vom TSV Handschuhsheim, dass das frisch formierte Team da weitermachen möchte, wo die erste Bundesligasaison im Frühsommer geendet hatte.

Die Premiere in der höchsten deutschen Rugbyliga führte den TVP als Aufsteiger gleich zur Vizemeisterschaft. Davon können die Pforzheimer im Augenblick nur träumen, zu lange ist noch die Saison, zu viele Unbekannte hat die Erfolgsrechnung.

Doch das erste Spiel machte Mut. 12:13 lagen die Nordschwarzwälder zur Halbzeit hinten, um dann in der zweiten Spielhälfte den Handschuhsheimern das Punktesammeln gänzlich zu verwehren. Am Ende kam der TVP noch zu zwei Versuchen und sicherte sich den für den Tabellenstand wichtigen Bonuspunkt. Die erste Viertelstunde zeigten sich die „Löwen“ aus dem Heidelberger Stadtteil bissiger, doch gleich den ersten Angriff konnte Carlos Soteras Merz in der 16. Minute mit einem Versuch zum 5:0 abschließen. Und weiter rollten die Angriffswellen des TSV in Richtung Pforzheimer Malfeld, doch die ebenfalls mit Neulingen gespickte Verteidigung der „Rhinos“ stand sicher. Rusell Ngamarama Kupa konnte dann wieder eine Viertelstunde später den Ball zum 10:0 ablegen. Jeremy Te Huia konnte den Erhöhungskick zwischen die Stangen platzieren und auf 12:0 erhöhen.

Doch wie schon im Vorjahr erwiesen sich die Handschuhsheimer als unbequeme Gegner. In der Überzeit der ersten Halbzeit kamen sie zu einem Versuch nebst Erhöhung und zu zwei Straftritten, die beide verwandelt wurden. Etwas überraschend stand es zur Halbzeit 13:12 für die „Löwen“.

Es dauerte bis zur 54.Minute, ehe die Pforzheimer wieder die Führung übernehmen konnten. Dem Versuch von Jeremy Te Huia folgte 20 Minuten später ein Versuch von Neuling David Schulz. Te Huia konnte ebenfalls mit seinem Erhöhungskick punkten und das Ergebnis auf 24:13 hochschrauben.

TVP-Sprecher Uwe Herrmann zeigte sich letztlich mit der Leistung der „Rhinos“ zufrieden: „Die neu formierte Mannschaft hat gezeigt, dass sie schon recht gut eingespielt ist. Die Verteidigung wirkte auch mit den Neuzugängen ziemlich sicher. Im Sturm gibt es noch Verbesserungspotenzial.“ Doch es gab auch Schockmomente. Außendreiviertel Manasah Sita, frisch vom SC Neuenheim nach Pforzheim gewechselt, erlitt eine Schulterverletzung, die eine längere Pause fordert. Neuzugang Sidney Brenner, vormals Heidelberger RK, blieb nach einem Bodycheck kurzzeitig bewusstlos auf dem Spielfeld liegen. Er dürfte eine Gehirnerschütterung erlitten haben.

Schwächen beheben

Herrmann lobte den Einsatz der TVP-Neulinge, die sich engagiert ins Spiel eingefunden hätten. Bis zum kommenden Samstag werde man konzentriert an den Schwachstellen arbeiten. Das wird auch nötig sein, denn am 1. September kommt um 15 Uhr der deutsche Meister Heidelberger RK ins TVP-Stadion. Der HRK hat gegen den SC Neuenheim sicher mit 42:0 gewonnen. Das Aufeinandertreffen von TVP und HRK ist nicht nur die Wiederholung des DM-Finales, sondern auch das Spiel der beiden Topfavoriten der aktuellen Saison. Zu denen gesellt sich noch der SC 1880 Frankfurt, der aber in der ebenfalls neu etablierten Bundesliga West spielt.

Durch die Aufteilung der höchsten deutschen Rugby-Liga in vier Bundesligen gibt es keine klassische Vorrunde mit Hin- und Rückspielen. Die besten Vier der Bundesliga Süd werden gegen die besten vier der Bundesliga West spielen. Danach erst gibt es die Finalrunde. tok