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Auch wenn es Udo Schwarz (mit dem Leder-Ei) nochmal spannend machte, hatte der TVP das Nachsehen. Foto: J. Keller, PZ-Archiv
Auch wenn es Udo Schwarz (mit dem Leder-Ei) nochmal spannend machte, hatte der TVP das Nachsehen. Foto: J. Keller, PZ-Archiv
02.12.2012

Rugby-Nordsee-Cup: Europa-Abenteuer des TVP findet jähes Ende

Das internationale Rugby-Abenteuer Nordsee-Cup hat für den TV Pforzheim ein vorzeitiges Ende gefunden. Zwar gibt es am 30. März noch ein Heimspiel gegen das belgische Team RC Frameries, doch mit der nicht unbedingt erwarteten 13:23-Niederlage gegen die niederländische Auswahl Regio Team Noord am Samstag in Amsterdam haben die Pforzheimer Rugbyspieler keine Chance mehr auf das Weiterkommen in die nächste internationale Runde.

Hätte der TVP seine Chancen im Rugbyzentrum der niederländischen Nationalmannschaft und seine zeitweise Dominanz genutzt, hätten sich nicht gegen Ende des Spiels individuelle Fehler eingeschlichen, hätten jetzt die Pforzheimer Rugbyspieler weitere internationalen Begegnungen fast sicher in der Tasche. Aber für das Team, das nach einem kometenhaften Aufstieg durch alle Ligen hinweg in der letzten Saison erstmals in der Bundesliga spielen durfte und Vizemeister wurde, habe sich der Ausflug in die internationale Rugbyszene dennoch gelohnt, wie Teammanager Jens Poff erklärte. Das sei einmalig für eine Pforzheimer Ballsport-Mannschaft.

Eisige Kälte, starke Winde und reichlich Regen – damit hatte zum Beispiel der sonst so souveräne Kicker Jeremy te Huia seine Probleme. Drei Straftritte und zwei Erhöhungskicks verfehlten das Ziel zwischen den Stangen. Das hätten maximal 13 Punkte sein können. Hätte der TVP statt der nahe des gegnerischen Malfelds erzwungenen Straftritte einen Gasseneinwurf gewählt und versucht, einen fünf Punkte bringenden Versuch zu legen, wäre man vielleicht besser gefahren.

Auf der anderen Seite konnte das Regio Team Noord mit einem Straftritt 3:0 in Führung gehen. Aidan Winter legte nach einer zehnminütigen Gelbsperre für die Nord-Auswahl den ersten Versuch für den TVP zur 5:3-Führung, die noch in der ersten Halbzeit durch einen weiteren erfolgreichen Straftritt der Niederländer zum 5:6 gedreht wurde.

Nach dem Wechsel waren die Pforzheimer am Drücker. Mit der schweren Sprunggelenks-Verletzung des neuseeländischen Neuzugangs Verdon Bartlett und einer zehnminütigen Zeitstrafe für Fabian Broughton ließ der Druck allerdings etwas nach. Das Regio Team Noord ging mit einem Versuch 11:5 in Führung, bevor es Udo Schwarz noch einmal spannend machen konnte. Er legte den Ball zum 10:11 ab.

Dann erhöhte sich die Verletztenliste bei den Pforzheimer, zwei individuelle Fehler genügten, um die Niederländer durch zwei Versuche plus einen Erhöhungskick mit 23:10 in Front zu bringen. Ein verwandelter Straftritt von te Huia war dann nur noch Ergebniskosmetik. Kurz vor dem Schlusspfiff war der TVP dann nochmal direkt vor dem Malfeld, aber selbst ein erhöhter Versuch hätte die Niederlage nicht mehr abwenden können und die Niederländer retteten den Sieg mit einem Kick ins Seitenaus.

Für den TVP geht es in der Bundesliga-Meisterrunde Süd/West erst wieder am 2. März bei der RG Heidelberg weiter. Bis dahin dürfte nicht nur die Verletzung von Bartlett ausgeheilt sein. Im Augenblick sind die Pforzheimer Tabellenvierter, müssen aber im März schwere Auswärtsspiele bestreiten. Trotzdem zeigt man sich zuversichtlich, in der anschließenden Play-Off-Runde gegen die Teams aus der Meisterrunde Nord/Ost bestehen zu können.