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Bereit für neue Taten: Das Pforzheimer Rugby-Team (rechts) fiebert dem Bundesliga-Start im neuen Jahr entgegen. Becker/PZ-Archiv
25.01.2012

Rugby-Team des TVP will Meisterschaft

Zu Saisonbeginn waren die Rugby-Verantwortlichen des TV 34 Pforzheim noch vorsichtig optimistisch. Inzwischen hat der überraschend starke Bundesliga-Aufsteiger, der mit zehn Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage in die Winterpause gegangen ist, aber die Katze aus dem Sack gelassen: „Wir wollen zumindest einen Titel holen – egal ob im Fünfzehner- oder später im Siebener-Rugby“, verrät Teammanager Jens Oliver Poff.

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Und das ist keineswegs nur so dahergesagt. Denn das Playoff-Halbfinale zur deutschen Meisterschaft hat das TVP-Team mit 50 Punkten auf Tabellenplatz zwei schon so gut wie erreicht. Der Abstand zum SC Neuenheim (Rang vier) beträgt bereits satte zwölf Zähler.

„Bei diesem Polster müsste die Runde der letzten vier in jedem Fall drin sein“, betont Poff, für den es in den restlichen sechs Partien eigentlich nur noch um die spannende Frage geht, ob der zweite Platz gehalten werden kann. Der würde den Pforzheimern im DM-Halbfinale nämlich zu einem Heimspiel verhelfen. Und das wäre wiederum ein kleiner Vorteil, zumal der Gegner aller Voraussicht nach SC Frankfurt 1880 heißt.

Heimsieg und Auswärtspleite

Mit dem Europapokal-Teilnehmer haben die Rugby-Asse des TVP zumindest vor eigenem Publikum bereits gute Erfahrungen gemacht. Dem 27:17-Heimsieg folgte kurz vor der Winterpause freilich eine deftige 7:49-Klatsche am Main. „Das waren aber unglückliche Umstände, weil wir nach vielen Verletzungen mit dem letzten Aufgebot auflaufen mussten“, erläutert der Teammanager. Inzwischen sind Topscorer Russell Kupa, Co-Trainer Scott Bain und Abwehrmann Jeremy Te Huia wieder fit. Auch Neuzugang Afa Tauli steht nach ausgeheilter Blessur voll im Vorbereitungstraining, das seit gut einer Woche läuft.

Im ersten Bundesligaspiel 2012 gegen den SC Neuenheim (Samstag, 18. Februar, 15 Uhr) feiert das TVP-Team außerdem Premiere auf dem neuen Platz im Eutinger Rattach. Und auch bei der Sponsorensuche gibt es Erfolgsmeldungen. „Wir werden die Rückrunde mit neuen Trikots bestreiten“, eröffnet Poff und tritt gleichzeitig Spekulationen entgegen, nach denen die Rugby-Abteilung außerordentliche finanzielle Zuwendungen vom Hauptverein erhalte. „Das stimmt definitiv nicht“, versichert Poff. „Wir kosten den Verein keinen Cent und bezahlen sogar unsere Fahrtkosten selber.“

Auch das Eutinger Spielfeld wurde in Eigenregie hergerichtet. Momentan steht nur noch in der Schwebe, wann die Nachholpartie in Berlin stattfindet. Und das könnte zum Problem für die Pforzheimer werden. Offiziell sind alle Rugby-Plätze in der Hauptstadt bis Ende Februar gesperrt. Weil die reguläre Runde aber schon Mitte April endet, müsste der TVP wohl oder übel an einem Wochentag die Reise zum Tabellenletzten RK 03 Berlin antreten.

„Die Sache ist mit Vorsicht zu genießen“, weiß Teammanager Poff. „Die Berliner wollten schon vor der Saison zusätzliche Spieltage mit aller Gewalt verhindern. Ich glaube, es wird einfach darauf spekuliert, dass einige Gegner unter der Woche nicht antreten. Das wären dann leichte Punkte für den Klassenerhalt.“

Bald im Europa-Pokal?

Die Pforzheimer werden aber auf alle Fälle anreisen – notfalls ersatzgeschwächt. „Schließlich haben wir uns klare Ziele gesteckt. Und Ziele muss man den Spielern bieten“, meint Poff. „Vielleicht starten wir demnächst sogar im Europa-Pokal.“ Peter Hepfer