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Besprechen das Training und den Weg zum Sieg im DRV-Pokal: Die Rugbyspieler des TV Pforzheim wollen dem Heidelberger RK Paroli b
Besprechen das Training und den Weg zum Sieg im DRV-Pokal: Die Rugbyspieler des TV Pforzheim wollen dem Heidelberger RK Paroli bieten. © Kurtz
11.05.2017

Rugbymeister TV Pforzheim muss in Schwächephase beim Altmeister Heidelberger RK antreten

Seit dem Aufstieg des TV Pforzheim in die Rugby-Bundesliga im Jahr 2011 sind die Duelle zwischen dem TVP und dem Heidelberger RK stets die Topspiele der jeweiligen Saison gewesen. Viermal standen sich beide Teams im Finale der Deutschen Meisterschaft gegenüber, das letzte Mal gewann der TVP seinen ersten DM-Titel der Vereinsgeschichte. Das war im Mai 2016. Auch im Hinspiel der Rugbysaison 2016/17 im vergangenen Oktober blieben die Pforzheimer „Rhinos“ mit 37:24 siegreich. Doch im Rückspiel an diesem Samstag (Anpfiff 16 Uhr) beim HRK gilt der Meister aus der Goldstadt nicht als Favorit.

Nach einer souveränen Hinrunde mit lauter Bonuspunkt-Siegen und nach dem Gewinn des deutschen Rugby-Pokals ist beim TVP der Wurm drin. Zwei letztlich unerwartete Auswärts-Niederlagen bei der RG Heidelberg und beim TSV Handschuhsheim sowie eine miserable erste Halbzeit im jüngsten Heimspiel gegen den SC Neuenheim verweisen auf eine handfeste Krise beim amtierenden Meister. Der einst komfortable Vorsprung in der Tabelle ist auf drei Punkte geschmolzen, der erstaunlich schwach gestartete HRK hat sich eindrucksvoll auf den zweiten Rang vorgeschoben. „Wer dieses Spiel gewinnt, wird mit großer Sicherheit als Tabellenführer ein Heimspiel im Halbfinale der deutschen Meisterschaft haben. Für beide Teams steht also viel auf dem Spiel“, sagt TVP-Coach John Willis.

Der HRK sei ein durchtrainiertes, eingespieltes Team mit nur ganz wenig Schwachpunkten, das taktische Maßnahmen perfekt umzusetzen wisse. Was können die anfangs der Rückrunde vielleicht zu überheblich, zuletzt eher verunsichert auftretenden „Rhinos“ dem Serienmeister der letzten Jahre entgegensetzen? „Wir müssen uns wieder auf die Grundlagen des Rugbys konzentrieren und die einfachen Sachen richtig machen. Hart zupacken beim Tackling, diszipliniert spielen, um keine Straftritte zu verschenken, die die Heidelberger dann ausnützen. Wenn wir den Ball haben, müssen wir ihn sicher spielen und mannschaftlich geschlossen vorwärts tragen, um Druck zu erzeugen, der dann hoffentlich Möglichkeiten zulässt, einen Versuch zu legen“, gibt Willis als Marschroute aus.

Der Langzeitverletzte Tafadzwa Chitokwindo, den der HRK wegen seines Last-Minute-Versuches im verlorenen DM-Finale von 2016 nicht in guter Erinnerung hat, wird ebenso fehlen wie Kraftpaket Markus Bachhofer, der sich den Daumen gebrochen hat, und Nationalspieler Carlos Soteras-Merz, der fürs 7er-Rugby-Nationalteam reserviert ist. Auch beim HRK werden einige Stammspieler nicht auflaufen können. Aber zuletzt haben die Heidelberger bewiesen, dass auch die Ersatzspieler enorme Qualität besitzen. „Es wird ein harter Fight, und wir müssen uns auf mächtigen Druck gefasst machen und dabei selbst alles geben, um dagegenhalten zu können“, prophezeit Willis. Und dann lächelt er und sagt: „Im Rugby ist alles möglich, wenn man mit Leidenschaft kämpft.“

Im Grunde würde schon eine knappe Niederlage reichen, um Tabellenführer zu bleiben. Vorausgesetzt, der TVP kann sich den Defensivpunkt (Niederlage mit 7 oder weniger Spielpunkten Rückstand) und den Offensivpunkt (mindestens vier Versuche) sichern. Dann wären die Pforzheimer mit dem HRK punktgleich, aber wegen des Vorteils beim direkten Vergleich von Hin- und Rückspiel bliebe der TVP auf Platz eins - und somit auf Kurs Halbfinale-Heimspiel. Doch von solchen Rechnereien will Willis nichts wissen: „Wir müssen einfach nur unser Bestes geben.“ 

Aktuelles Spiel: Samstag, 13. Mai, 16 Uhr: Heidelberger RK – TV Pforzheim

Nächstes Heimspiel des TV Pforzheim: Samstag, 20. Mai, 15 Uhr, TV Pforzheim - RK Heusenstamm