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Die richtigen Maße für die Hindernisse müssen die Parcoursbauer finden. © Gössele
22.05.2011

S&G Goldstadt Cup: Thijssen und Tyson boxen sich durch

Erstmals hat ein Niederländer den Pforzheimer Buckenberg gestürmt. Leon Thijssen gewann auf dem Hengst Tysen im Stechen den Großen Preis der S&G Automobil AG. Das Paar blieb im Umlauf und im Stechen fehlerfrei. 41,86 Sekunden zeigte die Anzeigentafel, nachdem der Niederländer das Stechen, für das elf Pferde qualifiziert waren, beendet hatte.

Bildergalerie: Die Gäste beim S&G Goldstadt Cup 2011

Dabei hatte der Niederländer erst am Montag erfahren, dass er in Pforzheim starten darf. „Mein erster Start hier und gleich der Hauptpreis bei diesem starken Teilnehmerfeld – was will man mehr“, freute sich der 43-Jährige, der für seinen Erfolg neben 80 Weltranglistenpunkten den Hauptpreis, ein Mercedes-Benz-Pkw B 160 im Wert von 25 500 Euro entgegen nehmen durfte. Mit Wolfgang Ritz vom Hauptsponsor S&G Automobil AG drehte er in seinem Hauptgewinn gleich eine Ehrenrunde auf dem Turnierplatz – natürlich ohne Wohnwagen, auch wenn er als Niederländer sicherlich einen daheim stehen hat.

Allerdings trennten den Sieger und seine beiden schärfsten Verfolger weniger als vier hundertstel Sekunden. Der Ire Cian O‘Connor absolvierte das Stechen mit seinen acht Hindernissen (neun Sprünge) auf seinem neunjährigen Wallach Temple Road in 42,13 Sekunden, hauchdünn vor dem Schweizer Beat Mändli auf dem elfjährigen Wallach Louis (42,22). Mit 13 000 und 9500 Euro wartete auf die beiden Platzierten aber immer noch ein stattliches Preisgeld als Trostpflaster.

Pech für Fidschi Island

Insgesamt hatten sich elf Reiterinnen und Reiter für das Stechen qualifiziert, darunter vier Deutsche. Aber die mussten sich mit den hinteren Rängen begnügen. Etwas Pech hatte dabei die einzige Pforzheimer Teilnehmerin. Die zehnjährige Stute Fidschi Island, die Günther und Dana Rösch aus Pforzheim gehört, hatte sich mit Timo Beck vom südbadischen RV Stall Hanauerland dank einem fehlerfreien Umlauf die Teilnahme am Stechen gesichert. Dort aber war die Jagd nach dem Großen Preis nicht von Erfolg gekrönt. Beck riskierte viel, hatte am Ende mit 41,74 Sekunden auch die beste Zeit - aber auch zwei Abwürfe. 1500 Euro gab es immerhin auch für Platz zehn, doch Günter Rösch trauerte etwas den höheren Preisgeld-Kategorien nach. „Mir wäre lieber gewesen, die beiden wären auf Null geritten als auf eine Sieg“, so der Pferdebesitzer. Fehlerfrei hätte nämlich mindestens Platz fünf und damit 5000 Euro bedeutet.

Doch nach vier spannenden Turniertagen in Pforzheim war man im Hause Rösch mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Schließlich hatte die Stute auch beim zweitwichtigsten Springen – dem Sparkassen-Preis am Samstag – im Stechen gestanden und belegte am Ende Platz fünf. „Zweimal in der Großen Tour im Stechen – das ist phantastisch“, sagt Günther Rösch. Immerhin hat das Duo Beck/Fidschi Island prominente Konkurrenten hinter sich gelassen. Olympiasieger wie Lars Nieberg (Homberg/Ohm) und Jos Lansink (Belgien) verpassten das Stechen des Großen Preises, der Weltranglisten-Vierte Denis Lynch konnte gar keinen der 40 Startplätze beim Top-Event der Veranstaltung ergattern.

Roger Yves Bost zum Dritten

Bei der zweiten wichtigen Prüfung des abschließenden Turniertages, dem Preis der Schmuckwelten, hatte einmal mehr Roger Yves Bost gezeigt, dass er der Boss auf dem Buckenberg war. Zum dritten Mal musste nach dem Freitag und Samstag die Marseillaise für Franzosen gespielt werden. Auf seinem 10-jährigen Hengst Nippon d‘Elle zeigte der Franzose, der tags zuvor auch den Sparkassen-Preis für sich entschieden hatte (siehe Text unten), dass er der Mann für die schnellen Entscheidungen ist. Mehr als 13 500 Euro sammelte der Franzose an vier Turniertagen auf dem Buckenberg ein – keine schlechte Quote für einen Turnier-Neuling. „Und für Nippon d‘Elle war es der erste große Sieg“, freute sich der Franzose, der im Stechen mehr zwei Sekunden vor dem Zweitplatzierten Gerco Schröder (Niederlande) auf Eurocommerce Vigaro und Cassio Rivetti (Ukraine) auf Böckmanns Lazio lag.

Kreuzfahrt gewonnen

Aber nicht nur für die Reiterinnen und Reiter gab es etwas zu gewinnen, nämlich eine Reise auf dem Kreuzfahrtschiff Aida für zwei Personen. Den Preis sicherte sich Walter Hasenmaier (56) aus Heimsheim, der seine Frau auf die Mittelmeer-Kreuzfahrt mitnehmen wird.

Am Ende waren auch beim ausrichtenden Pforzheimer Reiterverein alle zufrieden und glücklich über eine gelungene Veranstaltung. Und Oberbürgermeister Gert Hager, seit 2003 Stammgast auf dem Buckenberg, lobte: „Wir sehen hier immer ein Teilnehmer-Feld auf Top-Niveau.“

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