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Hoch die Hände: Die Meisterrunde ist für die Spieler der SG Pforzheim/Eutingen, hier beim Abklatschen mit den Akteuren des TSV Bayer Dormagen, eine neue Erfahrung.  Foto: Becker/PZ-Archiv 
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Besprechung an der Bank: Trainer Alexander Lipps (links) mit seinem Co-Trainer Markus Rauch.  Foto: Becker/PZ-Archiv 

SG Pforzheim/Eutingen: Niederlagen für A-Jugend in Bundesliga-Meisterrunde, aber auch kleine Etappenziele zählen

Pforzheim. Wenn die erste Saison in der Geschichte der A-Jugend-Bundesliga mit der neu aus der Taufe gehobenen Meisterrunden in einigen Wochen zu Ende geht, werden sie auch bei den Handballern der SG Pforzheim/Eutingen die Kosten-Nutzen-Rechnung aufmachen. Groß war die Freude, als das Team aus der Goldstadt kurz vor dem Jahreswechsel noch Platz vier in der Bundesliga-Staffel Süd schaffte und damit einen der begehrten Endrundenplätze in der Meisterrunde ergattert hatte. Doch die sportliche Realität ist alles andere als erbaulich.

Das 18:22 (8:8) am Sonntag gegen Leipzig war bereits die achte Niederlage im neunten Spiel. Das bedeutet – wenig überraschend – den letzten Tabellenplatz. Wirtschaftlich ist die Meisterrunde mit den weiten Fahrten nach Flensburg, Hamburg, Leipzig und Magdeburg sowieso eine Herausforderung.

„Für eine endgültige Bewertung ist es noch zu früh“, sagt Trainer Alexander Lipps, auch wenn für ihn feststeht: „Die Meisterrunde bringt die Jungs weiter als die Pokalrunde.“ In dieser Pokalrunde wären die Pforzheimer gelandet, wenn sie einen der vier ersten Plätze in der Bundesliga Süd verpasst hätten. Dort geht es auch gegen starke Gegner, aber natürlich nicht gegen die Besten wie in der Meisterrunde, wo in zwei Vorrundengruppen und den anschließenden K.o.-Spielen die besten Mannschaften aus den vier Bundesliga-Staffeln den Meister ermitteln.

„Immer das Beste erreichen“

Für Felix Reisinger ist klar: „Die Meisterrunde ist das Höchste, wir wollen immer das Beste erreichen. Wenn Du Dich weiterentwickeln willst, musst Du da spielen“, sagt der Kapitän der Pforzheimer A-Jugend. Natürlich machen Niederlagen keinen Spaß. Aber man bekommt in der Meisterrunde auch mal neue Gegner zu sehen, nicht immer die altbekannten Konkurrenten aus der Bundesliga Süd. „Die Gegner haben natürlich große Qualität. Aber wir raffen uns jede Woche wieder auf und oft können wir die Spiele auch eng gestalten“, so Reisinger.

Der Trainer passt derweil seine Strategie den Gegebenheiten an, setzt kleine, erreichbare Etappenziele. Es geht zum Beispiel darum, die erste Halbzeit mitzuhalten, zur Pause nicht schon hoffnungslos zurückzuliegen. Und dann so lange wie möglich am Gegner dranzubleiben. So wie am Sonntag gegen Leipzig, als es nach 30 Minuten 8:8 stand.

Es galt für die Pforzheimer aber auch, die Zahl der sogenannten „einfachen“ Gegentore zu verringern. „In den ersten Spielen haben wir 16, 18, 19 Gegenstoßtore kassiert“, sagt Lipps. Gegen Leipzig am Sonntag waren es insgesamt nur 22 Gegentreffer. Dass es nicht zum Punktgewinn oder mehr reichte, lag daran, dass sich der SG-Angriff schwer tat. Verwunderlich ist das nicht – Leipzig hat aktuell die zweitbeste Abwehrreihe der Liga.

Um aber möglichst lange am Gegner dran zu bleiben, muss Lipps auch möglichst lange seine beste Formation auf dem Feld lassen. „Das ist schwer für die Jungs aus der zweiten Reihe, die weniger Einsatzzeiten bekommen“, bedauert der Trainer.

Doppelspieltage im Süden

Bis zur endgültigen Saisonbilanz sind es für die SG noch fünf Spiele. Die Play-offs, das darf man jetzt schon sagen, wird Pforzheim verpassen. Alexander Lipps ist aber gespannt, wie die Konkurrenten am Saisonende die erste Meisterrunde beurteilen. Vor allem die langen Fahrten quer durch die Republik sind ein Problem, Übernachtungen im Hotel am Spielort keine Seltenheit. Die SG Flensburg/Handewitt und der HSV Hamburg haben sich für ihren Trip in den Süden mit Doppelspieltagen in Pforzheim und Kronau (Rhein-Neckar-Löwen) beholfen. Dafür sah der Spielplan dann ein langes Wochenende mit zwei Übernachtungen im Badischen vor. Das zeigt, dass die Meisterrunde auch für den Nachwuchs aus den Leistungszentren der Erst- und Zweitligisten eine Herausforderung darstellt.

Rote Laterne abgeben?

Für die Pforzheimer gilt es, in den nächsten fünf Begegnungen noch das eine oder andere „kleine Etappenziel“ zu erreichen. Schön wäre natürlich noch der eine oder andere Sieg. Zum Beispiel am 8. März in Hamburg. Die Hanseaten liegen nur zwei Punkte vor den Goldstädtern, denen gegen den HSV der bislang einzige Saisonerfolg gelang. Mit einem Sieg an der Waterkant könnten die Pforzheimer dann vielleicht sogar noch die Rote Laterne abgeben.