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Nach der Pause drehten die Pforzheimer dann mit Tom Schlögl (rechts beim Wurf) voll auf. Foto: Becker
Wegen eines Remplers an der Mittellinie wurde SG-Spieler Julian Broschwitz (links) in der ersten Halbzeit vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen. Foto: Becker
17.09.2017

SG Pforzheim/Eutingen bezwingt TSB Schwäbisch Gmünd mit 23:15

Pforzheim. Mit Keeper Mile Matijevic war es einer der Erfahrenen, mit Tom Schlögl und Paul Lupus vor allem zwei Jungspunde, die im Treffen der SG Pforzheim/Eutingen mit dem TSB Schwäb.Gmünd die Kastanien aus dem Feuer holten. Vor allem der Einsatz von Schlögl, einem Rechtshänder auf der in der Regel einem „Linken“ vorbehaltenen halbrechten Rückraumposition, in der Anfangsformation schien mutig. Dass Alexander Lipps mit dieser Maßnahme recht und wohl auch ein glückliches Händchen hatte, zeigte sich dann aber sofort.

Bildergalerie: SG Pforzheim schlägt TSB Schwäbisch Gmünd

Für den Führungstreffer von Dominik Seganfreddo hatte Schlögl den Siebenmeter beige-steuert (fünf solche Assists sollten es das gesamte Spiel über noch werden), das 2:0 dann unmittelbar darauf gleich selbst besorgt. Damit war das Pulver der SG aber vorerst nass, während Mario Münch und Co. sich in der aggressiven Deckung der Schwaben immer wieder festrannten, nutzte auf Gmünder Seite vor allem der mit einem schnellen Armzug ausgestattete Dominik Sos Löcher im Pforzheimer Abwehrblock. Nach dem 2:4, meldete sich der gerade zehn Sekunden auf dem Parkett stehende Manuel Mönch nach seiner Handoperation mit einem seiner unnachahmlichen Hüftwürfe zum 3:4 zurück, bis zum 10:11-Pausenstand lagen die Gmünder dann aber ständig weiter vorne. In Minute 22 dann der vermeintliche Schock, als die Schiris Julian Broschwitz wegen eines Remplers an der Mittellinie mit der Roten Karte, einer weit überzogenen Bestrafung, auf die Tribüne schickten. Was zunächst wie ein Hammer auf die Gastgeber zu wirken schien, sollte sich dann als der das Spiel entscheidende Glücksfall erweisen, denn mit Paul Lupus wechselte Lipps nicht einen gerade der A-Jugend entwachsenen Nachwuchsmann, sondern den „Chef der Begegnung“ ein.

Unter seiner Regie und Ansage zog die SG urplötzlich ein schnelles Passspiel und einen quirligen Angriffswirbel auf und bereits nach fünf Minuten von Durchgang zwei hatten Dominik Seganfreddo, Michael Hohnerlein, Marius Hufnagel und Tom Schlögl den Rückstand in eine 14:11-Führung gedreht.

Doch damit nicht genug, weil Pforzheims Abwehr mit 3:2:1-Deckung, in der der vorgezogene Max Lupus den Abfangjäger spielte, Jan Strehlau den erkrankten Ingo Catak als souveränen Chef des Innenblockes vertrat und Mile Matijevic hielt, was dennoch auf das Tor kam, die Angriffskreise der Gmünder fast zur Wirkungslosigkeit verurteilte, hatten sich die Pforzheimer in 14 Minuten ohne Gegentreffer und einem 7:0-Lauf mit 18:11 Toren entscheidend abgesetzt. Auch die Restviertelstunde der Begegnung ging mit 5:3-Treffern an die jetzt jederzeit das Spiel kontrollierenden Pforzheimer.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in einer Halbzeit nur vier Gegentreffer erhalten haben“ be-scheinigte ein zufriedener Alexander Lipps, seiner Abwehr im zweiten Durchgang eine überragende Leistung, dies umso mehr, „als wir im Verlauf der Woche an den 29 Gegentreffern von Willstätt doch mehr als uns lieb war, zu knabbern hatten“. Um aber gleich nachzusetzen „dass im Tore schießen noch Luft ist, zeigen aber auch nur 23 erzielte Treffer, das muss in zwei Wochen im Spiel gegen Viernheim gesteigert werden“.