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Zwölf Sekunden vor dem Ende traf Nikolai Gerstner zum 24:24-Endstand gegen Oppenweiler/Backnang. Hennrich 

SG Pforzheim/Eutingen erkämpft sich 24:24 gegen Oppenweiler/Backnang

Das war wieder einmal so ein richtiger Samstagabend-Krimi. Zeigte die Woche zuvor in Zweibrücken die Uhr noch zwölf Sekunden an, als die Handballer der SG Pforzheim/Eutingen den Ausgleichstreffer zum wichtigen Gleichstand markierten, waren es diesmal noch deren fünf, als Nikolai Gerstner mit einem finalen Verzweiflungsschuss seine Mannschaft im Drittliga-Spiel gegen den HC Oppenweiler/Backnang beim 24:24 erneut einen Teilerfolg rettete.

Damit aber nicht genug, weil Trainer Alexander Lipps für den letzten Angriff seinen Torwart zugunsten des siebten Feldspielers aufgelöst hatte, versuchte Oppenweiler vom Anspiel weg das Spielgerät ins noch verwaiste Pforzheimer Tor zu werfen. Mit letztem Recken und Strecken brachte dann doch noch einer der SG-Spieler die Finger dazwischen, um das Leder am Überschreiten der Torlinie zu hindern.

„Ich kann mit der Punkteteilung nicht zufrieden sein, denn in unserer aktuellen Phase sind wir verurteilt, unsere Heimspiele zu gewinnen“, beurteilte Alexander Lipps den Spielausgang. Zur Pause lag die SG mit 8:13 hinten.

Der Gastgeber tat sich zu Beginn schwer und kam gegen die kompakte Gästeabwehr und Schlussmann Fink, der anfangs immer richtig „stand“, einfach nicht durch. Dagegen mischte der wie ein Zwillingsbruder von CfR-Wirbelwind Dirk Prediger aussehende Jonas Frank, die Pforzheimer Abwehr fast im Alleingang auf. 0:4 hieß es bereits nach vier Minuten. Zweimal hatte es Frank bis zu diesem Spielstand selbst „klingeln“ lassen, zweimal setzte er die im Gegensatz zu den Pforzheimern in die Gassen gehenden Röhrle und Sigle mustergültig ein. Doch die SG kämpfte. Als diese beim 7:8 von Gerstner endlich wieder dran schien, nutzte Oppenweiler eine erneut schwache Phase und das Auslassen von Hochkarätern der Gastgeber aus, um bis zur Pause mit 13:8 davonzuziehen.

„In der Kabine bin ich diesmal etwas lauter geworden und habe an die Moral meines Teams appelliert“, verriet Lipps seine deutlichen Worte in der Pause. Diese schienen zu wirken, denn nach Treffern von Julian Broschwitz, Michael Hohnerlein und einem Siebenmetertor von Dominik Seganfreddo waren die Pforzheimer nach dem 11:14 schon in der 37. Minute wieder dran. Dann war es mit Manuel Mönch der Kapitän, der mit drei Einzelaktionen die Partie bis zur 40. Minute wieder auf die Kippe stellte. Arne Ruf besorgte nicht nur den Ausgleich, sondern die erstmalige Führung (43.). Danach ging es hin und her. Oppenweiler sah nach dem 21:23 von Sigle (56.) dann doch wie der Sieger aus. Nun lag es an Sandro Münch, der in der überaus hektischen Schlussphase zweimal für den Ausgleich sorgte. Nach Röhrles Gewaltschuss in den Torwinkel, schien die Aufholjagd doch vergebens gewesen zu sein, die letzte Auszeit von Lipps und die bereits schon erwähnte Schlussaktion von Nikolai Gerstner rettete dann wenigstens den Teilerfolg.

„Mit der Umstellung auf die offensive 3:2:1-Deckungsvariante hat Alexander zur Pause, die entscheidende taktische Maßnahme getroffen, damit waren die Kreise der Oppenweiler Rückraumschützen eingeengt“, freute sich Wolfgang Lipps, Sportlicher Leiter der SG, über den taktischen Schachzug seines Sohnes zur Pause.