nach oben
Wurde beim Test gegen die SG voll gefordert: der Weltmeister Michael Kraus (Mitte in Blau, gegen Julian Broschwitz).
Wurde beim Test gegen die SG voll gefordert: der Weltmeister Michael Kraus (Mitte in Blau, gegen Julian Broschwitz). © Becker
08.08.2017

SG Pforzheim/Eutingen hält beim 20:23-Test gegen TVB Stuttgart super mit - Patrick Groetzki schreibt Autogramme

Das war ein echtes Handballfest. Rund 500 Zuschauer schauten am Dienstagabend beim großen Handballtag der SG Pforzheim/Eutingen in der Bertha-Benz-Halle vorbei – und sie wurden bestens unterhalten.

Patrick Groetzki vom deutschen Meister, den Rhein-Neckar Löwen, und seine Teamkollegen Andy Schmid (Schweizer) und Mads Mensah Larsen (Däne) erfüllten nicht nur den jungen Handballfans viele Autogrammwünsche. Nein, auch die Handballer der SG Pforzheim/Eutingen begeisterten mit einer herausragenden Leistung gegen den Bundesligisten TVB Stuttgart, dem sie mit den ehemaligen Nationalspielern und Weltmeistern Michael „Mimi“ Kraus, Johannes „Jogi“ Bitter und Trainer Markus Baur bei der knappen 20:23-Niederlage (Halbzeit 12:12) alles abverlangten.

Groetzki und Co. zum Anfassen: Heiß begehrt waren die Autogramme des Nationalspielers von den Rhein-Neckar Löwen. Der gebürtige Birkenfelder, der die gesamte Jugend bei der SG durchlief, ließ es sich nicht nehmen, mit seinen Teamkollegen Andy Schmid und Mads Mensah Larsen bei seinem Ex-Verein vorbeizuschauen. Und sie hatten etwas ganz Besonderes mitgebracht: den Meisterschaftsring vom Titelgewinn der vergangenen Saison. Jeder Spieler hatte diesen nach der Saison bekommen. Eines dieser Prachtexemplare wurde gestern in einer Vitrine zur Schau gestellt. Angefertigt hat die Ringe der Pforzheimer Wolfgang Schlögl, der Vorstandsmitglied bei der SG ist und Geschäftsführer von Juwelier Wempe in Mannheim. Er kennt Löwen-Sportchef Oliver Roggisch und viele Spieler. Daher schauten auch Groetzki und Co. gestern in Pforzheim vorbei.
Wo bewahrt Groetzki den Silberring (Wert rund 500 Euro) auf? „Daheim im Wohnzimmer“, so der 28-Jährige. Und Andy Schmid? „Den hat meine Mutter in der Schweiz – die sammelt alles.“

SG auf Augenhöhe: Die Zuschauer in der Bertha-benz-Hale waren begeistert, in den letzten Spielminuten hielt es sie nicht mehr auf den Sitzen. Mit Standing Ovations wurden die letzten Minuten des Spiels gefeiert – schließlich hatte die SG dem Bundesligisten mit seinen Weltmeistern ordentlich Paroli geboten. Auch dank eines sensationell haltenden SG-Torwarts Mile Matijevic, der sein Team vor allem in der ersten Halbzeit gegen Krause und Co. im Spiel hielt. Das führte zwischenzeitlich sogar mit 8:5 (15. Minute) und 14:13 kurz nach der Pause. Da stand dann auch Jogi Bitter im Tor und zeigte seine Extraklasse. Der SG ging am Ende etwas die Luft aus, so dass Stuttgart ab der 40. Minute einen leichten Vorsprung (20:17) herausspielte und am Ende mit 23:20 gewann. Trotzdem war TVB-Coach Markus Baur mächtig sauer: „Wir haben heute viel probiert, aber so darf man sich nicht gegen einen Oberligisten nicht präsentieren.“

Johannes Bitter zollte der SG großen Respekt: „Die haben das echt gut gemacht.“ Und Pforzheims Coach Alexander Lipps war natürlich zufrieden: „Glückwunsch an meine Mannschaft. Sie hat 60 Minuten großen Einsatz gezeigt. Für viele Spieler war es ein einmaliges Erlebnis gegen solch namhafte Spieler antreten zu dürfen.“ Das war es vor allem für den jüngsten SG-Spieler auf dem Feld Paul Lupus, der sogar einen Siebenmeter gegen „Jogi“ Bitter verwandelte: „Das war ein Tor für die Ewigkeit“, meinte der 18-Jährige.