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Zwei Meter groß und mit enormer Reichweite: Der neue SG-Keeper Eugeniu Andreev, hier in seinem ersten Spiel für die Pforzheimer gegen Philipp Frey vom TSV Neuhausen.   B. Lupus
Zwei Meter groß und mit enormer Reichweite: Der neue SG-Keeper Eugeniu Andreev, hier in seinem ersten Spiel für die Pforzheimer gegen Philipp Frey vom TSV Neuhausen. B. Lupus
26.02.2016

SG Pforzheim/Eutingen mit einem Riesen im Tor

Ein Handballtor kann ziemlich klein werden. Vor allem dann, wenn der Angreifer vor einem Modell-Athleten wie Eugeniu Andreev steht. Zwei Meter groß ist der neue Torhüter der SG Pforzheim/Eutingen, 106 Kilo bringt er auf die Waage. Der Mann mit moldawischer und rumänischer Staatsbürgerschaft ist seit gut einer Woche in Pforzheim.

Sein Saisondebüt gab er überraschend am vergangenen Sonntag im Topspiel der Oberliga Baden-Württemberg. Beim 23:23 der SG beim TSV Neuhausen spielte Andreev 60 Minuten lang durch und deutete an, dass er die erhoffte Verstärkung im Saisonendspurt sein kann. „Er ist fit und steht voll im Saft. Vor allem bei freien Würfen vom Kreis war er richtig stark. Dass die Abstimmung mit der Abwehr noch fehlt, ist klar“, sagt SG-Trainer Alexander Lipps.

Bis Weihnachten spielte Eugeniu Andreev noch in der 1. russischen Liga bei Skif Krasnodar. Zuvor war er bei Clubs in Polen, Rumänien, Moldawien und der Ukraine aktiv und sammelt in dieser Zeit eine stattliche Zahl von Landesmeister- und Pokaltiteln. Auch international stand Andreev auf dem Parkett. Er spielte Champions League, EHF-Pokal und bestritt 35 Länderspiele für Moldawien.

Anfang des Jahres war der 33-Jährige auf dem Markt und die SG schlug vor Schließung des Transferfensters am 15. Februar zu. „Andreev wird erst mal bis Saisonende bei uns spielen. Wie es dann weiter geht, wird man sehen“, sagte Wolfgang Lipps, der Sportliche Leiter der SG. Einen Torhüter braucht man auf alle Fälle, weil Stefan Koppmeier angekündigt hat, den Verein am Ende der Saison zu verlassen.

Wie es aussieht, muss Wolfgang Lipps bis zum Saisonende zweigleisig planen. Die Aussichten der SG, endlich den ersehnten Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen, sind nach 5:1 Punkten in den vergangenen drei Topspielen gegen TSG Söflingen, TV Willstädt und TSV Neuhausen ziemlich gut. „Wir sind zufrieden. In Willstädt und Neuhausen war das eine sehr enge Kiste“, blickt Wolfgang Lipps zurück. Aktuell sieht es nach einem Duell zwischen Neuhausen und Pforzheim um Platz zwei aus, der zum Aufstieg berechtigt. Mit dem TV Sandweier wartet am Samstag (20.00 Uhr, Bertha-Benz-Halle) zwar ein vermeintlich leichterer Gegner. Die Südbadener sind aber ein Angstgegner der SG. Überhaupt glaubt Wolfgang Lipps: „Es gibt keine einfachen Spiele in der BW-Oberliga. Bei vier, wahrscheinlich fünf Absteigern, kämpfen viele Mannschaften ums sportliche Überleben. Und auswärts kann sowieso immer etwas passieren.“ Das nächste Schlüsselspiel hat die SG am 12. März daheim gegen den Spitzenreiter HSG Oftersheim/Schwetzingen.

Mit der Kaderplanung für die kommende Saison ist man bei der SG Pforzheim/Eutingen relativ weit. Die meisten Spieler des aktuellen Kaders haben Verträge über die laufende Saison hinaus. Gerade hat der Verein mit Talent Sandro Münch verlängert, was Wolfgang Lipps besonders freut. „Er hat sehr schnell im Rückraum Fuß gefasst. Er fühlt sich sehr wohl bei uns“, sagt Lipps über das 20-jährige Rückraumtalent aus Durmersheim, das seit der B-Jugend bei der SG spielt. Handlungsbedarf für die neue Saison sieht Lipps im halbrechten Rückraum. Mit dem A-Jugendlichen Arne Ruf hat man zwar einen jungen Spieler mit Potenzial auf dieser Position. Der zweite Linkshänder Marius Hufnagel ist von Haus aus aber eigentlich Rechtsaußen. „Ansonsten sind wir ganz gut aufgestellt. Sollten wir aufsteigen, müsste in der 3. Liga jede Position doppelt besetzt sein“, weiß SG-Sportchef Lipps.