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Vor der Pause hielt Julian Broschwitz die SG am Leben. Foto: Becker/PZ-Archiv

SG Pforzheim/Eutingen nach verrückter Aufholjagd auf Platz eins

Nürtingen. Damit, dass die Oberligapartie zwischen dem TSV Zizishausen und der SG Pforzheim/Eutingen mit mehreren Toren Unterschied enden würde, rechneten am Sonntagabend gegen 18 Uhr viele Zuschauer: 39 Minuten waren da gespielt, 18:12 führte der TSV gegen erschreckend fehleranfällige Pforzheimer.

Und tatsächlich leuchtete um 18.30 Uhr ein recht deutliches Endergebnis auf der Anzeigetafel: 26:30 – jedoch zugunsten der SG! Während den Gastgebern in den letzten 21 Minuten nur noch acht Treffer gelangen, schlugen die Gäste noch 18 Mal zu. Was war passiert?

„Wir haben angefangen, Handball zu spielen“, ist Alexander Lipps’ erste Antwort auf diese Frage. Dann erklärt der SG-Trainer: „Wir hatten in Halbzeit eins elf Ballverluste – das haben wir sonst nicht in 60 Minuten.“ So habe man sich selbst in Bredouille gebracht. Dass der verdiente Pausenrückstand „nur“ bei 9:14 lag, sei vor allem Julian Broschwitz zu verdanken: Sechs der neun Pforzheimer Tore in den ersten 30 Minuten markierte er.

Da auch kurzzeitige Umstellungen in der Abwehr nicht fruchteten, baute der TSV seinen Vorsprung in Hälfte zwei sogar noch aus – bis der SG die Wende gelang. „Wir hatten endlich mehr Zugriff und sind in der Offensive im Rückraum zu mehr gefährlichen Situationen gekommen“, so Lipps. Immer wieder übernahm nun Manuel Mönch, der alle seine sieben Tore nach der Pause erzielte, Verantwortung; in Überzahlsituationen zeigte Nicolai Gerstner sein Können. Nun ging es blitzschnell: Das 13:19 (40.) wurde innerhalb von sieben Minuten zu einem 20:20 (47.) – und sieben weitere Minuten stand es bereits 26:23 für die SG (54.).

Da sich Blaustein und Köndringen/Teningen 27:27 trennten, sprang die SG so – wenn auch bei einem Spiel mehr – auf Platz eins. „Das ist mir heute Abend völlig egal“, so Lipps, der vielmehr betonte: „Wir sind heute zurückgekommen, nachdem wohl keiner mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt hätte. Das ist wichtig.“