nach oben
Die richtige Taktik ausgetüftelt: SG-Trainer Alexander Lipps mit Tom Schlögl, der Weinsbergs Torjäger König aus dem Spiel nahm. Foto: Hennrich
Die richtige Taktik ausgetüftelt: SG-Trainer Alexander Lipps mit Tom Schlögl, der Weinsbergs Torjäger König aus dem Spiel nahm. Foto: Hennrich
15.04.2018

SG Pforzheim/Eutingen schlägt offensivstarke Truppe aus Weinsberg

Pforzheim. Temporeich, spannend – und zumindest für die Gastgeber mit glücklichem Ende: Handball-Oberligist SG Pforzheim/Eutingen hat auf dem Weg zum Aufstieg einen weiteren Schritt gemacht und am Samstag in der Bertha-Benz-Halle den TSV Weinsberg verdient mit 30:27 (19:18) besiegt.

Mit Spannung erwartet worden war, wie sich die mit Abstand beste Abwehr der Liga gegen die zweitstärkste Offensive der Liga schlagen würde. Mit Blick auf die erste Halbzeit lässt sich sagen: Sie hatte einige Probleme. Weinsberg setzte die SG von Anfang an mit einem sehr temporeichen Spiel, gepaart mit wurfgewaltigen und präzisen Abschlüssen extrem unter Druck. „Da sind uns untypische Fehler auf der rechten Deckungshälfte unterlaufen“, kritisierte SG-Trainer Alexander Lipps nach dem Spiel. Mehrmals schafften es die Gäste, freie Akteure in bester Wurfposition anzuspielen.

Doch die Lipps-Truppe ließ Weinsberg nicht davonziehen, weil „Pforzheim das hohe Tempo mitging“, wie Gästetrainer Stefan Fähnle anerkannte. Das zahlte sich aus. Im letzten Drittel der ersten Halbzeit erkämpften sich die Pforzheimer Handballer erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung (Pausenstand 19:17). Im zweiten Durchgang blieb es eng. Weinsberg konnte zwischenzeitlich einen kleinen Durchhänger der SG zum Ausgleich nutzen (24:24, 45.), doch zu mehr reichte es nicht. Die in der zweiten Hälfte deutlich verbesserte SG-Truppe hatte an diesem Abend den längeren Atem.

Drei Faktoren

Das lag unter anderem an drei entscheidenden Faktoren.

Erstens: Tom Schlögl nahm nach der Pause Jan König (8 Tore) aus dem Spiel, was ihm ein Extralob des Trainers einbrachte. Folge: König gelangen in Durchgang zwei nur noch zwei Treffer.

Zweitens: Dem TSV ging die Puste aus. „Ich hatte drauf spekuliert, dass die SG das Tempo nicht mehr mitgehen könnte“, so Gästecoach Fähnle, „passiert ist genau das Gegenteil.“

Drittens: Rico Petruzzi. Der Ersatztorhüter der SG, der in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, erwischte einen starken Tag, hielt unter anderem zwei von drei Siebenmetern.

Zeit zum Feiern bleibt nicht viel. Am Wochenende wartet ein ganz dicker Brocken: Dann geht es für Pforzheim zum Tabellenführer Baden-Baden – mit der besten Offensive der Liga. „Da werden wir eine riesen Schlacht abliefern“, verspricht Lipps.