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SG Pforzheim/Eutingen verliert gegen den Tabellenführer.
SG Pforzheim/Eutingen verliert gegen den Tabellenführer © Becker
08.10.2011

SG Pforzheim/Eutingen verliert gegen den Tabellenführer

Es sind schwierige Zeiten für die SG Pforzheim/Eutingen in der Handball-Oberliga. Erst die Pleite im Derby gegen die TGS Pforzheim, dann der Rücktritt von Trainer Marc Nagel und nun auch noch die Heimniederlage gegen Tabellenführer SG Kronau/Östringen.

Mit 28:29 zogen die Gastgeber am Samstagabend in der Konrad-Adenauer-Halle den Kürzeren. Das klingt nach einem knappen und engen Spiel. Aber die Gäste führten über weite Strecken der zweiten Halbzeit mit vier und mehr Toren. Weil die Pforzheimer nie aufgaben, gab es am Ende zumindest ein achtbares Ergebnis. Doch Manuel Mönch stellte anschließend ernüchtert fest: „Mit so einer Leistung ist der Aufstieg für uns kein Thema mehr. Wir müssen erst wieder in die Spur kommen.“
Offensiv taten sich die Gastgeber lange schwer, defensiv standen sie zunächst umso besser. Wolfgang Lipps und sein Sohn Carsten, die das Team interimsmäßig betreuen, bis ein neuer Übungsleiter gefunden ist, hatten sich dazu entschieden, Kim Kallfass zunächst durchspielen zu lassen – in der Abwehr im Zentrum, im Angriff auf Linksaußen. „Wenn man nicht immer zwischen Angriff und Abwehr wechseln muss, steht man defensiv stabiler“, so Wolfgang Lipps.
Neu im Team war Alexander Bossert aus der zweiten Mannschaft. Da immer noch mehrere Rückraumspieler fehlen, sollte der Mittelmann eine Alternative sein und es Manuel Mönch erlauben, öfter auf die halblinke Position auszuweichen. Das klappte auch ganz gut. Mönch sorgte mit seinen neuen Toren dafür, dass die Pforzheimer im Spiel blieben.
Als es nach 20 Minuten 5:4 stand, deutete sich eine torarme Partie an. Das änderte sich aber, als nach und nach auf beiden Seiten die Stammspieler gewechselt werden mussten. Darunter litt bei Pforzheim trotz eines guten Peter Pcola im Tor die defensive Stabilität. In den folgenden zehn Minuten kassierten die Gastgeber zehn Treffer. Der Abwehrverbund tat sich schwer damit, dass die Gäste nun ihre Angriffe viel schneller abschlossen. „Da waren wir etwas zu ungeschickt“, so Carsten Lipps. Eine Reihe von Zeitstrafen kam hinzu. Alexander Lipps sah kurz nach der Pause bereits die Rote Karte, ein weiterer Schlag für die Defensive.
Im Angriff tat sich vor allem vor der Pause schwer. Gegen die offensiv deckenden Gäste war es ganz schwer, Druck aus dem Rückraum zu entwickeln und den Weg an den Kreis zu finden. Und die beiden guten Kronauer Torhüter Jonas Maier und Sebastian Ullrich waren von außen kaum zu bezwingen und parierten mehrfach freie Würfe vom Kreis. So zogen die Gäste bis zur Halbzeit auf 14:10 davon und bauten den Vorsprung auf 22:16 aus. Gut zwei Minuten vor Schluss lag Kronau/Östringen immer noch mit 29:25 vorne, ehe die Pforzheimer im Endspurt drei Treffer gutmachten. „Wenn das Spiel zwei Minuten länger gedauert hätte, hätten wir es wahrscheinlich gewonnen“, so Wolfgang Lipps.
Dabei hatte es durchaus die Chance, den Rückstand frühzeitig entscheidend zu verkürzen. So waren die Pforzheimer noch rund 50 Minuten beim Stand von 20:24 mit zwei Mann in Überzahl, kassierten in dieser Zeit aber auch noch ein Gegentor und hatten wegen eines Stürmerfouls einen bitteren Ballverlust.