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Voller Einsatz im Derby: Die SG Pforzheim/Eutingen (blau-gelbe Trikots) und die TGS Pforzheim haben im Ligapokal die Konkurrenz abgehängt.  Foto: PZ-Archiv/Becker 

SG und TGS aus Pforzheim dominieren Handball-Ligapokal

Pforzheim. Für die beiden Pforzheimer Handball-Drittligisten wurde der kurzfristig installierte Ligapokal zur Erfolgsgeschichte. Die SG Pforzheim/Eutingen beendete die Einfachrunde der acht Mannschaften mit einer blütenweißen Weste (sieben Spiele, sieben Siege) als Tabellenführer, die TGS Pforzheim (10:4 Punkte) folgte dahinter auf Rang zwei. Beide Goldstadt-Rivalen haben sich damit auch die Hauptpreise der Spielrunde gesichert: die zwei ausgelobten Plätze im DHB-Pokal der kommenden Saison. Höhepunkt des Ligapokals war natürlich das Pforzheimer Derby, das die SG überraschend deutlich mit 27:20 für sich entschied.

„Der Ligapokal war mehr als nur Ersatz“, sagt ein sichtlich zufriedener Alexander Lipps. Der Trainer der SG weiß, dass sein Team auch bereit gewesen wäre, wenn die unterbrochene Spielzeit im März regulär fortgesetzt worden wäre. „Aber wir haben die Situation dann so angenommen, wie sie war.“

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SG und TGS Pforzheim kehren zum Alltag zurück: Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Ligapokal

Das gilt auch für die TGS, die ihren Saisonrückblick dieser Tage mit der Überschrift „Durchgehend positives Fazit im Ligapokal“ versah. „Wir sind richtig gut reingekommen und die Mannschaft war nach diesem chaotischen Jahr sofort im Wettkampfmodus“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Taafel.

Trainer Tobias Müller habe das Team gefordert und entwickelt. Dass man sofort zur Stelle war, sei mit Sicherheit auch ein großer Verdienst des Trainers, der die Mannschaft während der Spielpause sowohl im körperlichen als auch spielerischen Bereich konsequent arbeiten ließ.

Dieses monatelange Training ohne Spielbetrieb lohnte sich auch für die SG. Dass der Aufwand dann doch noch in einen Wettbewerb mündete, nennt Wolfgang Lipps, Sportlicher Leiter beim Drittliga-Aufsteiger „sehr erfreulich“. Der Verein blickt auch zuversichtlich in die Zukunft, nachdem die Mannschaft schon beim Saisonabbruch der 3. Liga auf eine positive Punktebilanz (6:4) hatte verweisen können.

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Ein Hoch auf Nicolai Gerstner: Handballer der TGS Pforzheim glänzt bei letztem Auftritt

Daraus will man bei der SG allerdings keine allzu großen Ansprüche ableiten. „Wir müssen den Ball flachhalten. Wir sehen uns als Aufsteiger. Wir konnten vor dem Start des Ligapokals voll trainieren, andere konnten das nicht“, sagt Wolfgang Lipps. Wenn alle Konkurrenten vor der kommenden Spielzeit gleiche Voraussetzungen hätten, würde sich zeigen, was die Leistungen im Ligapokal wert waren. Dann geht es ja auch gegen jene starken Drittligisten, die sich in der Aufstiegsrunde um Plätze für die 2. Liga beworben hatten. Dabei setzten sich Oppenweiler/Backnang und Pfullingen im Achterfeld der Südgruppe durch und sind weiter im Rennen, während Willstätt und Heilbronn-Horkheim die letzten Plätze belegten.

Besondere Herausforderung für SG Pforzheim/Eutingen

Wolfgang Lipps weiß auch, dass die kommende Spielzeit in der aufgestockten Liga mit einem Mehrabstieg eine besondere Herausforderung mit sich bringt. „Aber mit dem wollen wir nichts zu tun haben“, sagt der Sportliche Leiter der SG. Auch sein Sohn Alexander fühlt sich für die Herausforderung gerüstet. Er weiß aber auch, dass auf sein Team möglicherweise zuletzt unbekannte Rückschläge warten. „Es ist eine junge Mannschaft. Man wird sehen, was passiert, wenn wir mal zwei oder drei Spiele am Stück verlieren. Das kennen wir aus der jüngsten Vergangenheit nicht.“

Praktisch ist aus Sicht der SG, dass der Verein auf ein eingespieltes Team bauen kann. Bis auf Manuel Mönch, der seine Karriere beenden wird, gibt es keine Abgänge, auch wenn Nick Kusch und Vincent Wohlfarth kürzer treten. Aus der Jugend stoßen nach Rückraumspieler Nico Schöttle und Kreisläufer Lukas Süsser noch Kreisläufer Linus Pleh und Linksaußen Jonas Beier zur „Ersten“.

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Sieger des Ligapokals mit weißer Weste: SG Pforzheim/Eutingen gewinnt auch letztes Spiel

Auf junge Spieler setzt man auch zunehmend bei der TGS. Nachwuchsspieler wie Lennart Cotic, David Kautz und Raphael Blum, sowie die A-Jugendlichen hätten einen großen Schritt nach vorne gemacht, Neuzugang Lucas Gerdon sei schnell integriert worden. Und dann ist da ja noch Florian Taafel. Mit 41 Treffern war der Pforzheimer Kapitän in der mannschaftsübergreifende Torschützenwertung zweitbester Werfer des Ligapokals – und das ohne einen einzigen Siebenmeter.

„Die gesamte Entwicklung des Teams stimmt sehr zuversichtlich. Trotzdem haben wir vor allem in der Offensive noch sehr viel Luft nach oben und werden weiterhin daran arbeiten uns zu verbessern“, bilanziert der Kapitän.

Die Defensive beider Pforzheimer Teams erwies sich einmal mehr als stark, bei der SG mit Bastian Rutschmann und Adam Studentkowski im Tor, bei der TGS mit Sebastian Ullrich und Jonathan Binder zwischen den Pfosten. Überraschend war eher der Umstand, dass die SG auch die mit Abstand beste Offensive des Ligapokals stellte und als einziges Team die 200-Tore-Marke knackte (216). Stark hier Tim Ganz, der vor allem als Siebenmeterschütze glänzte – seine 28 Tore erzielte er zudem in lediglich vier Spielen.

Wie bei der SG mit Mönch verabschiedete sich bei der TGS mit Nicolai Gerstner im letzten Heimspiel ein Routinier.

Bilanz einer Rumpfsaison: Erfolgreiche Auftritte bis in die Bezirksliga

Auch sonst gab es in der Rumpfsaison erfolgreiche Auftritte der lokalen Vereine. Für die Drittliga-Frauen der TG 88 Pforzheim war die Runde nach drei Spielen in der neu eingeteilten Staffel Süd-West schon beendet. Jetzt hofft man bei der Turngemeinde, in der nächsten Saison wieder einen regional ausgewogeneren Spielplan zu erhalten. .In der Oberliga der Männer war der HC Neuenbürg als Tabellenzweiter trotz Verletzungspech ähnlich furios gestartet, wie in der Aufstiegssaison 2019/20. Zur neuen Spielrunde muss der Abgang des Torhüter-Duos Mile Matijevic und Felix Spohn sowie der „Ettlingen-Fraktion“ Julian Frauendorff, Philipp Karasinski und Vincent von Witzleben kompensiert werden. Mit Keeper Tobias Krems vom Ligakonkurrenten aus Weinsberg und dem Ispringer Tim Siedelmann sind die ersten Neuen bekannt. In der Badenliga mischte die SG Pforzheim/Eutingen II wie erwartet in der oberen Hälfte mit. In der Verbandsliga signalisierte der TV Ispringen mit 5:3-Zählern beim Abbruch auf Rang vier weiter Aufwärtstendenz. Jetzt muss allerdings Top-Scorer Tim Siedelmann, ersetzt werden. Bei der TGS Pforzheim II entsprach der Verletzungen geschuldete Platz zwölf beim Abbruch nicht den Zielsetzungen. Fest in Pforzheimer Hand war die Landesliga. Dass Tabellenführer TSV Knittlingen ganz vorne mitmischt, war zu erwarten, dass der HC Neuenbürg II aber hartnäckigster Verfolger der Fauststädter ist – nach vielen Abgängen nicht. In der 1. Bezirksliga war Blau-Gelb Mühlacker mit 5:1-Punkte aus Auswärtsspielen bei starken Gegnern super gestartet. In der 2. Bezirksliga mischten vor allem der TV Ispringen II und der TVS Knittlingen II vorne mit. gl