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Viele rot-weiße Fans in der Fritz-Erler-Sporthalle, wie beim jüngsten Derby gegen die SG Pforzheim: So stellen sich die Verantwortlichen des TGS Pforzheim die kommende Saison vor. Gössele, PZ-Archiv

SG und TGS wollen in die Hilda-Halle

Wenn Mitte Juni die Bagger anrücken und das alte Hilda-Gymnasium abreißen, entsteht an gleicher Stelle eine neue Großsporthalle. Die Hilda-Sporthalle, die rund 15 Millionen Euro kosten wird, steht, wenn alles planmäßig verläuft, dem Pforzheimer Hallensport ab Frühjahr 2014 zur Verfügung. Welcher Verein dann dort seine Heimspiele austragen wird, darum wird derzeit hinter den Kulissen gerungen.

An einem Gespräch, das kürzlich im Rathaus stattfand, nahmen die potenziellen Mieter, die Handballvereine SG Pforzheim/Eutingen und TGS Pforzheim, teil. Weil die SG das größere Zuschaueraufkommen hat, spricht vieles für diesen Verein, der ebenso wie die TGS mit seiner ersten Herrenmannschaft in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg spielt.

Dass beide Clubs die Halle im wöchentlichen Wechsel nutzen, kommt nicht infrage: „Bei unseren vielen Mannschaften haben wir jedes Wochenende einen Heimspieltag“, sagt Wolfgang Lipps, der Sportliche Leiter der SG.

Wolfgang Taafel will sich damit nicht so einfach abfinden. Der Abteilungsleiter der TGS, der ohnehin daran arbeitet, die Vormachtstellung der SG im Pforzheimer Handball zu brechen, meldet ebenfalls Ansprüche an. Dass die SG mehr Zuschauer hat, so Taafel, müsse ja nicht für alle Zeiten so bleiben. Um zu beweisen, dass auch die TGS viele Fans mobilisieren kann, will Taafel in der kommenden Saison übergangsweise umziehen, von der Halle im Benckiserpark in die Fritz-Erler-Sporthalle. Er hofft, mit einer aufstiegstauglichen Mannschaft die Handballfreunde verstärkt zu den TGS-Heimspielen locken zu können. Dann, so glaubt Taafel, müssten die Karten bei der Vergabe der Hilda-Halle eventuell ganz neu gemischt werden.

Einen Haken hat das Ganze. Die Fritz-Erler-Sporthalle ist traditionell die sportliche Heimat der HSG Pforzheim. Wolfgang Taafel will in den nächsten Tagen das Gespräch mit der HSG suchen. Deren Sportlicher Leiter Klaus Händler will sich erst mal anhören, was der Kollege zu sagen hat. „Wenn wir helfen können, tun wir das“, sagt Händler, der davon ausgeht, dass die TGS nur mit ihrer ersten Herrenmannschaft in die Erler-Sporthalle möchte. „Vielleicht finden wir einen Kompromiss. Die TGS könnte ihre Heimspiele beispielsweise sonntags austragen.“

Hoffen auf gütliche Einigung

Zuständig für die Belegung der Sporthallen ist die Hallenkommission des Sportkreises Pforzheim Enzkreis. Diese kennt den Interessenskonflikt zwischen HSG und TGS und hat eine mögliche Lösung an den Handballkreis Pforzheim delegiert. Der hofft auf eine gütliche Einigung zwischen HSG und TGS. Sollte diese nicht zustande kommen, will Wolfgang Taafel einen Antrag an den Handballkreis stellen, um seine Interessen zu wahren. Taafel stellt in Aussicht, dass sein Verein die Sporthalle der Erlerschule in Eigenleistung etwas aufpeppen könnte (Malerarbeiten etc.). „Ich habe gute Beziehungen. Wir könnten da einiges manchen, um die Halle attraktiver zu gestalten.“

Auch wenn sich die SG und die TGS Pforzheim um die Nutzung der Hilda-Halle streiten: In einem sind sie sich einig: Die Halle ist schlecht geeignet für den Vereinssport. Sie wurde primär für den Schulsport konzipiert, obwohl der Bauherr, die Stadt Pforzheim, im Vorfeld versprochen hatte, die Belange der Vereine zu berücksichtigen. Wolfgang Taafel und Wolfgang Lipps berichten unisono, dass vor allem die Frage der Bewirtung von Zuschauern nicht gut gelöst sei, So gebe es weder geeignete Räume, um Getränke zu lagern, noch eine vereinstaugliche Küche. Bei einem Gespräch mit dem Architekten wurden die Probleme angesprochen. Ob kurzfristig Abhilfe geschaffen werden kann, ist allerdings fraglich.