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H. Wiedemann
H. Wiedemann
25.11.2016

SPD will Sport in Pforzheim finanziell stärken

Pforzheim. Die Stadt Pforzheim trägt beim Thema kommunale Sportförderung die Rote Laterne in Baden-Württemberg (die PZ berichtete). Nur 2,60 pro Einwohner, also etwa 315 000 Euro, gibt die Stadt pro Jahr netto für ihre Sportvereine aus.

Im Haushalt sind zwar 1,3 Millionen Euro Sportförderung ausgewiesen, der Großteil davon (rund 800 000 Euro) sind allerdings erlassene Sporthallenmieten, also Geld, das gar nicht fließt. Im Rahmen der Haushaltssicherung soll nun eine vor zwei Jahren beschlossene Erhöhung der Förderung um 110 000 Euro pro Jahr wieder um 50 Prozent gekürzt werden. Deshalb geht der Sportkreis Pforzheim Enzkreis seit Wochen auf die Barrikaden und erhofft sich dabei auch die Unterstützung der Politik.

Diese erhält er nun konkret von der SPD-Fraktion im Pforzheimer Gemeinderat, die sich dafür stark machen will, dass die Sportförderung zumindest auf dem derzeitigen Level bleibt. Ein entsprechender Antrag soll bei den Haushaltsberatungen Anfang Dezember eingebracht werden. „Bereits in der Fraktionssitzung hat sich die SPD- Fraktion dazu bekannt, den Sport in Pforzheim weiter zu unterstützen und finanziell zu stärken. Die in Aussicht gestellten weiteren erhöhten Landeszuschüsse sollen dabei die im Rahmen der Haushaltskonsolidierung beim Sport beschlossene ausgesetzte Zuschusserhöhung ausgleichen. Auf der Fraktionsklausur sollen dazu konkrete Vorschläge erarbeitet werden“, sagt Henry Wiedemann, der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion.

Henry Wiedemann versteht sich als Anwalt des Sports in Pforzheim und betont: „Öffentliche Sportförderung darf nicht frei verfügbare Manövriermasse jährlicher Haushaltsberatungen sein.“ Neben dem Erhalt der Sportförderung ist dem 59-jährigen Betriebsratsvorsitzenden der Stadtwerke Pforzheim (SWP) die Umsetzung des Bäderkonzeptes und des Sportstättenausbaus im Brötzinger Tal (siehe auch Bericht oben) besonders wichtig.

„Der Ausbau im Brötzinger Tal muss beschleunigt werden. Der augenblickliche Zustand ist unhaltbar. Das ist nicht mehr zu tolerieren“, sagt Wiedemann, räumt aber auch ein: „Natürlich darf das nicht auf Kosten anderer Vereine gehen.“

Gedanken macht sich der ehemalige Handballer Henry Wiedemann auch über die Entwicklung im Handballsport in der Stadt Pforzheim. Eine Fusion zwischen den beiden aktuellen Drittligisten TGS Pforzheim und SG Pforzheim/Eutingen hält er mittelfristig für ein realistisches Ziel, „ohne dabei die gewachsenen Vereinsstrukturen zu zerstören.“ Das Ziel müsse dabei die 2. Bundesliga sein. „Jammern und Bruddeln bringt nichts. Wer im Sport keine Visionen hat, hat keine Ziele“, so der Sozialdemokrat.