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Ganz viel Sonne braucht der Platz in Huchenfeld, damit man wieder darauf trainieren und spielen kann. Derzeit müssen die  Kicker auf den kleinen Kunstrasen ausweichen. Foto: Meyer
Ganz viel Sonne braucht der Platz in Huchenfeld, damit man wieder darauf trainieren und spielen kann. Derzeit müssen die Kicker auf den kleinen Kunstrasen ausweichen. Foto: Meyer
So sieht der Rasenplatz zum Teil aus, wenn es geregnet hat. An Fußballspielen ist hier nicht zu denken. Foto: SVH
So sieht der Rasenplatz zum Teil aus, wenn es geregnet hat. An Fußballspielen ist hier nicht zu denken. Foto: SVH
„Platz gesperrt“. Beim SV Huchenfeld geht auf dem Rasen derzeit gar nichts. Foto: Meyer
„Platz gesperrt“. Beim SV Huchenfeld geht auf dem Rasen derzeit gar nichts. Foto: Meyer
19.03.2019

SV Huchenfeld versumpft: Fußball spielen im Moor

Pforzheim. Da freut sich der SV Huchenfeld auf eine tolle Landesliga-Saison – und dann das: Der Rasenplatz des SVH befindet sich seit Wochen in einem katastrophalen Zustand. Er gleicht einer Moorlandschaft – der Regen hat ihm ordentlich zugesetzt. Schon zweimal musste deshalb die Partie gegen den TSV Grunbach abgesagt werden, am vergangenen Wochenende fiel die Partie gegen Reichenbach ins Wasser. An Training ist derzeit gar nicht zu denken.

Rüdiger Haase ist deshalb auch stinksauer – besonders auf die Stadt Pforzheim. „Die haben den Platz falsch gedüngt, weil sie sparen wollten“, echauffiert sich der Huchenfelder Sportvorstand. Letztes Jahr sei der Platz mit Torf versehen worden, seitdem sauge sich der Platz bei Regen extrem mit Wasser voll und das Wasser fließe nicht ab.

Fußballspielen in dem Matsch? Keine Chance! Torf ist eben tödlich für den Platz. Und Besserung ist derzeit nicht in Sicht. „Die Stadt will sich mit uns treffen, doch wir warten immer noch auf einen Termin“, so Haase. „Überspielt sei der Platz“, habe die Stadt ihm mitgeteilt. Und man solle ihn schonen.

Geschont wird der Rasenplatz derzeit zwangsläufig. Die Fußballer weichen auf den 40x20 Meter großen Kunstrasenplatz aus. Der untere Rasenplatz befinde sich, so Haase, ebenfalls in keinem guten Zustand. Außerdem gibt es hier kein Flutlicht. Das heißt, der Verein muss mit seinen rund 160 Jugendspielern und 50 Aktiven momentan mit dem kleinen Kunstrasen vorlieb nehmen. „Das geht eigentlich gar nicht“, ärgert sich Haase. Außerdem sei auch dieser Platz, den man selbst gebaut hat (Kosten rund 120 000 Euro), kaputt. Haase: „Viele Freizeitkicker wissen, dass wir so einen Käfig haben, deshalb kommen sie zu uns von überall. Der Schaden beträgt mittlerweile 10.000 Euro.“

Mit dem neuen Rasenplatz – vor fünf Jahren gebaut – gibt es schon seit Anfang an Probleme. Haase: „Wir haben den Platz zunächst gegossen, dann übernahm das die Stadt, weil wir zu viel gießen würden, hieß es. Doch mit der Gieß-Computer-App der Stadt vertrocknete der Platz nur und glich einer Strohwüste.“ Nun das Problem mit dem Torf.

Die Verantwortlichen von Sportstättenbau Garten-Moser GmbH, die den Rasenplatz erstellt haben, weisen daraufhin, dass man doch bitte auf ihre Pflege-Tipps hören solle. Schließlich baue man Rasenplätze für Bundesligisten (etwa VfB Stuttgart) wie auch Kreisligisten – und noch nie hätte es irgendwelche Schwierigkeiten gegeben.

Um in Huchenfeld nun das Übel in den Griff zu bekommen, empfiehlt die Firma Moser, so Rüdiger Haase, die obere Schicht fünf Zentimeter abzufräsen und dann neuen Rasen einzusäen – oder Rollrasen zu verlegen.

Ausweichen auf andere Plätze will Rüdiger Haase nicht, obwohl Sportchef Gianpiero Iannone vom SV Hohenwart schon ein Entgegenkommen signalisiert hat. ,„Warum soll ich jetzt zu einem anderen Verein gehen und noch dafür zahlen? Ich bin ja nicht der Schuldige“, meint der 54-Jährige.

Sollte sich die Situation beim SV Huchenfeld nicht verbessern, fürchtet Haase sogar um die Existenz seines Clubs. „Im schlimmsten Fall müssen wir den Spielbetrieb einstellen“, blickt er in die Zukunft. „Das wäre eine Katastrophe, schließlich sind wir nach dem CfR (Oberliga, Anm. d. Red.) derzeit der zweitbeste Verein in Pforzheim.“

Am kommenden Wochenende spielen die Huchenfelder auswärts beim ASV Durlach. Danach darf man gespannt sein, ob das Nachholspiel gegen Grunbach am Mittwoch, 27. März, angepfiffen werden kann. Wohl nur, wenn es bis dahin nicht mehr regnet.