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Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelt Dominik Salz vom Platz, unterstützt von Physiotherapeut Dirk Jautze. Foto: Becker
Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelt Dominik Salz vom Platz, unterstützt von Physiotherapeut Dirk Jautze. Foto: Becker
23.09.2015

Salz-Verletzung schmerzt erfolgreichen 1. CfR Pforzheim

Der Pforzheimer Freudenbecher war gut gefüllt am Dienstagabend, aber es gab auch einen dicken Wermutstropfen: Mit dem 4:2 (3:0) gegen den SSV Reutlingen setzte der 1. CfR Pforzheim seinen Vormarsch in der Fußball-Oberliga zwar fort, doch die Verletzung von Dominik Salz drückte auf die Stimmung. Der Torjäger musste bereits nach 20 Minuten vom Platz und ging gleich zur Untersuchung in die Arcus-Klinik.

Dort gab es – zumindest teilweise – Entwarnung. Zwei Außenbänder im rechten Sprunggelenk sind zwar gerissen, gebrochen ist wohl aber nichts. Ob das Syndesmoseband in Mitleidenschaft gezogen ist, ließ sich zunächst nicht sagen: „Der Fuß war noch zu stark geschwollen, um alles sehen zu können“, so Salz gegenüber der PZ. Endgültige Klarheit gibt es erst nach weiteren Untersuchungen am Donnerstag oder Freitag.

Drei Wochen wird Salz auf jeden Fall fehlen. Wäre auch das Syndesmoseband beschädigt, könnte sich die Zwangspause leicht bis zur Winterpause ausdehnen. Das wäre bitter für den CfR – und wäre letztlich das Ergebnis der Spielweise von Dominik Salz. Der ist einerseits ein fairer Sportsmann, andererseits aber auch rücksichtslos gegen sich selbst. Nicht umsonst spielte der CfR-Angreifer nach vorangegangenen Verletzungen zuletzt wahlweise mit einem Rugby-Kopfschutz oder einer Gesichtsmaske.

Es gab allerdings auch Zeiten, da hätte sich der CfR weitaus schwerer getan, eine solche Schwächung seiner „Abteilung Attacke“ zu verschmerzen. Nach zuletzt drei Siegen in Folge mit 10:3 Toren ist das Selbstvertrauen aber kräftig gewachsen.

Lob für Prediger

Kaum einer verkörpert den Aufschwung so sehr wie Dirk Prediger. Der Wirbelwind von der Außenbahn hatte nach langer Verletzungspause Zeit gebraucht, jetzt ist er wieder in Topform, erzielte drei Tore in den letzten zwei Spielen. „Er kann Spiele alleine entscheiden, seine Aktionen eins gegen eins sind wichtig, weil sie immer wieder Überzahl schaffen“, sagt Dominik Salz, nachdem er seinen alten Kumpel zuletzt auch mit den Worten geneckt hatte: „Schön Dirk, dass Du auch mal wieder mitspielst.“

Doch Teo Rus weiß auch, dass letztlich nur starke Teamleistungen den Erfolg garantieren. „Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen“, sagt der Trainer. Beeindruckend, wie sich Akteure wie Mosa El Arkoubi und Salvatore Tommasi, die vergangene Saison noch in der Kreisliga unterwegs waren, drei Klassen höher behaupten. Zudem gelang Rus gegen Reutlingen ein taktischer Schachzug. Auf der rechten Seite beorderte er Serach von Nordheim in die Defensive, Marco Bornhauser, der sich zuletzt einige Schnitzer geleistet hatte, dafür in die offensive Dreierkette. Von Nordheim degradierte mit seiner Laufstärke und seiner Schnelligkeit Reutlingens starken Linksaußen Francis Ubabuike zum Statisten, Bornhauser bereitete das 2:0 durch Prediger mustergültig vor.

Die nächste Herausforderung wartet auf den CfR bereits am Freitag (18.30 Uhr) bei der SGV Freiberg. Das Team vom Neckar war mit vielen Vorschusslorbeeren in die Saison gestartet, hängt derzeit aber auf dem zwölften Tabellenplatz fest. Die Folge: Trainer Marijo Maric wurde gefeuert, sein Co-Trainer Christian Werner fungiert als Interimscoach. Und der will mit der Mannschaft daheim (bisher zwei Siege und zwei Unentschieden) ungeschlagen bleiben.