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Trauer bei den deutschen Fans: Das Fußballwunder blieb gegen Spanien aus. Nach dem 0:1 kann es nur noch den dritten Platz bei der WM 2010 für Jogis Buben geben. © dpa
Die deutschen Fans werden beim Halbfinalspiel Deutschland gegen Spanien auf eine harte Probe gestellt. Die Spanier spielen sicherer und dominieren. © dpa
07.07.2010

Sch....ade - Deutschland verliert 0:1 - Spanien im Finale

PFORZHEIM/MÜHLACKER. Sch...ade. Deutschland verliert im WM-Halbfinalspiel gegen Spanien mit 1:0. Das einzige und entscheidene Tor erzielte Carles Puyol in der 73. Minute. Auf den Public-Viewing-Plätzen im Pforzheimer Enzauenpark und auf dem Mühlacker Kelterplatz ist die Stimmung in den Keller gesunken.

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Aus der Traum! Auf dem Sprung ins WM-Finale hat die junge deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Europameister Spanien der Mut verlassen. Wie vor zwei Jahren im Endspiel der EM zeigte sich die bisher so spektakulär aufgetretene Elf von Bundestrainer Joachim Löw zu beeindruckt vom eigenen Vorbild und unterlag den Iberern wie 2008 in Wien verdient mit 0:1 (0:0).

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„Wir haben bisher ein tolles Turnier gespielt. Heute hat es nicht so geklappt. Wir haben nie unsere Hemmungen abgelegt. Wir sind traurig und enttäuscht, aber Spanien hat ein Klassespiel gezeigt und wird dieses Turnier gewinnen“, analysierte Löw die 90 Minuten im Moses Mabhida-Stadion von Durban, in denen Carles Puyol dem DFB-Team vor 60 960 Zuschauern mit seinem Kopfballtor in der 73. Minute den K.o. versetzt hatte.

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Statt am Sonntag im Traumfinale gegen die Niederlande anzutreten, geht es für die deutsche Mannschaft nun wie vor vier Jahren bei der Heim-WM zum Trostspiel um Platz drei. Dort ist am Samstag (20.30 Uhr) in Port Elizabeth Uruguay der Gegner. „Ziel ist jetzt, das letzte Spiel zu gewinnen und Dritter zu werden“, sagte Löw. Bei der WM 1970 in Mexiko hatte die DFB-Elf gegen die Südamerikaner durch ein Tor von Wolfgang Overath das „kleine Finale“ mit 1:0 gewonnen.

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„Ich bin heute nicht enttäuscht, aber ich bin traurig für die Jungs. Wir wollen jetzt nicht schlechter abschneiden als 2006. Die Spanier sind vier Jahre weiter als wir und da wollen wir auch hinkommen“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. „In der Mannschaft steckt unheimlich viel Potenzial drin. Mit ein bisschen Abstand werden alle mit Stolz auf diese WM zurückblicken“, betonte Teammanager Oliver Bierhoff. „Die Mannschaft zeichnet aus, dass sie spielerisch viel mehr kann, als sie heute gezeigt hat“, bekräftigte auch Löw.

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Die große Chance, dem Spiel doch noch einmal eine Wende zu geben, verpasste der eingewechselte Toni Kroos, dessen platzierten, aber nicht allzu harten Schuss in der 68. Minute Torhüter Iker Casillas parierte. „Es ist bitter, wenn man im Halbfinale ausscheidet. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit nicht gut und nicht mutig genug nach vorn gespielt“, sagte Kapitän Philipp Lahm mit Tränen in den Augen. Auch Torwart Manuel Neuer, der mit seinen Paraden eine höhere Niederlage verhinderte, beklagte fehlende Entschlossenheit: „Uns hat ein bisschen der Mut gefehlt.“ Das sah auch der diesmal chancenlose Miroslav Klose so: „Wir haben uns zu wenig zugetraut.“

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Vermisst wurden aber auch die Ideen von Thomas Müller, der wegen der zweiten Gelben Karte zuschauen musste. In der lange Zeit von Taktik und großem Respekt geprägten Partie blieb die deutsche Mannschaft den Nachweis ihrer Titelreife schuldig. Sie ging nicht wie erwartet mit breiter Brust ins Spiel, sondern agierte betont vorsichtig und beraubte sich damit ihrer eigentlichen Stärke. So entwickelte sich eine Begegnung, die auf fatale Weise an das EM- Finale vor zwei Jahren erinnerte: Im Mittelfeld überlegene Spanier und eine deutsche Elf, die gegen das Kurzpassspiel keine Mittel fand.

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Bastian Schweinsteiger leistete sich bei seinem 80. Einsatz im DFB-Team überraschend viele Ballverluste und war nicht der erhoffte Ankurbler. Piotr Trochowski, der für den vierfachen Torschützen Müller zum Zuge kam, hatte einige gute Szenen, offenbarte aber seine bekannte Schwäche im Abschluss. Insgesamt benötigte die DFB-Elf zu viel Zeit, um das Mittelfeld zu überbrücken.

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„Wir wollen Geschichte schreiben“, hatten die Iberer vor ihrem ersten WM-Halbfinale überhaupt angekündigt. Und dieses Vorhaben setzte die Mannschaft vor den Augen ihrer Königin Sofia entschlossen um. Coach Vicente del Bosque hatte auf die Formschwäche von Fernando Torres reagiert und den Siegtorschützen vom EM-Finale 2008 durch Pedro Rodriguez ersetzt. Der Angreifer vom FC Barcelona ging auf den Flügel und war wirkungsvollster Akteur seines Teams.

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Bloß kein Gegentor - Sicherheit war im fünften Turnierspiel oberstes Gebot für die deutsche Elf, die zu viel Respekt vor dem Europameister erkennen ließ. Während der Ball bei den Iberern flüssig durch die Reihen lief, konnte Löws tief stehende Elf nur reagieren. Als Pedro Torjäger Villa steil schickte, verhinderte allein Neuers Rettungstat den drohenden frühen Rückstand (6.). Acht Minuten später zischte ein Kopfball des frei stehenden Puyol nach Iniesta-Flanke über das deutsche Tor.

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Erst Mitte der ersten Halbzeit kamen Schweinsteiger und Co. allmählich auf Touren, doch klare Torchancen konnten sie sich nicht erspielen. In der 32. Minute versuchte es Trochowski aus der Distanz, Casillas lenkte den Ball aber mit den Fingerspitzen zur Ecke.

{element10}Auch in der Halbzeitpause fand die deutsche Mannschaft ihren Mut nicht - vielmehr erhöhten die Spanier den Druck und kamen zu weiteren guten Möglichkeiten. Der sträflich unbewachte Xabi Alonso verfehlte zweimal aus der Distanz das deutsche Tor, ehe Löw reagierte und den gegen Pedro überforderten Jerome Boateng durch Marcell Jansen ersetzte (52.). Wenig später wurde Neuer zum Retter, als er den 18 Meter-Knaller von Pedro entschärfte (58.), dann rutschte Villa vor dem leeren deutschen Tor an einer scharfen Hereingabe vorbei.

{element11}Erregt zog sich Löw am Spielfeldrand das Jackett aus und forderte seine Mannschaft zu mehr Bewegung auf. Mit Kroos für Trochowski zog er bereits frühzeitig den zweiten Joker aus dem Ärmel. Als Sami Khedira dann beim Eckball von Xavi Abwehrspieler Puyol nicht am Kopfball hindern konnte, war auch Neuer chancenlos. Das dritte deutsche Gegentor bei der WM bedeutete die Entscheidung.

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