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Ein enormer Kraftakt gegen Weingarten ist nötig, damit die Ispringer mit Nicholas Gwiazdowski (rot) doch noch den Titel in der Deutschen Ringerliga holen können.  Foto: PZ-Archiv/Becker 

Schaffen die Ispringer Ringer das Wunder? Trainer Alexander Leipold erklärt, wie es gehen könnte

Ispringen. „Wer nicht kämpft, hat schon verloren – Glaub’ an dich“, lautet einer seiner Motivationsvorträge, mit denen Ringer-Weltmeister Alexander Leipold als Referent unter anderem Geschäftsleute mitreißt. Den Slogan könnte der Trainer des KSV Ispringen auch am Samstag vor dem Final-Rückkampf um 19.30 Uhr gegen Germania Weingarten in der Walzbachhalle Weingarten an das Flipchart schreiben. Denn Kampf und Glaube werden entscheidend sein, um die 9:21-Hinkampfpleite wettzumachen. Kaum jemand rechnet noch mit dem Titelgewinn der Ispringer in der Deutschen Ringerliga – Alexander Leipold und seine Athleten haben sich allerdings noch nicht aufgegeben.

9:21-Niederlage im Hinkampf – das ist schon ein Brett.

Und was für eines! Auch Alexander Leipold gibt zu, dass es „unheimlich schwer ist, so ein Ergebnis noch zu drehen“. Scherzhaft meint er aber: „Vielleicht kommt ja auch beim Gegner mal ein Flieger zu spät.“ Beim Hinkampf verspätete sich Ispringens Nugzan Tsurtsumia. Die vier Punkte gingen kampflos an seinen Gegner. Auch der Ausfall von Karen Aslanyan (Schulter-OP) wog schwer. Kiril Milov (97 kg) konnte wegen einer Rippenprellung nicht seine volle Leistung abrufen.

Hat Leipold für den Rückkampf eine schlagkräftige Truppe zusammen?

„Davon können Sie ausgehen“, sagt der KSV-Coach im Gespräch mit der PZ. Namen und Aufstellung gab er wie immer nicht bekannt.

Konnte Leipold in seiner Karriere solch einen großen Rückstand schon mal drehen?

Leipold erinnert sich: „Ich habe mal mit Schifferstadt gegen Köllerbach gerungen. Wir mussten einen Rückstand von, ich glaube, es waren elf Punkte aufholen. Im letzten Kampf musste ich drei Punkte holen, am Ende waren es vier. Es war ein geiler Kampf!“ Leipold weiß also, wie es geht einen großen Rückstand aufzuholen.

Wie kann Ispringen die Sensation gegen Weingarten schaffen?

„Mit einem kleinen oder großen Wunder“, grinst der Ispringer Coach und erklärt: „Die Zielsetzung ist klar, wir wollen in Weingarten gewinnen – und zwar so hoch wie möglich. Dabei wollen die Kämpfer, die im Hinkampf siegten, ihre Leistung bestätigen. Die, die verloren haben, wollen zeigen, dass sie es besser können. Dann werden wir sehen, ob es reicht. Es wird auf jeden Fall ein hochklassiger Kampf.“

Wann trifft sich die Mannschaft? Wie sieht die Vorbereitung aus?

Die Ringer kommen am Freitag zusammen und absolvieren noch eine Trainingseinheit. „In der werden wir die Jungs nochmal so richtig pushen“, sagt Leipold. Auch am Samstagfrüh bittet der Coach seine Schützlinge nochmal zum „Anschwitzen“.

Wie verständigt sich der Trainer mit seinen Sportlern, die aus Russland, Georgien, Armenien, Bulgarien oder auch den USA kommen?

„Wir sprechen englisch, deutsch oder auch russisch, von allem ein bisschen. Da gibt es keine Probleme. Beim Ringen kann man ja auch viel zeigen“, so Leipold.

Macht Leipold nach der Saison beim KSV Ispringen weiter?

Das steht noch nicht fest. Eine Vertragsverlängerung würde er aber wohl nicht ausschlagen: „An mir soll es nicht liegen“, sagt er. „Ich fühle mich wohl in Ispringen. Die Arbeit mit den hochkarätigen Ringern macht mir sehr viel Spaß. Aber man muss auch abwarten, wie es mit der Liga weitergeht.“

Dominique Jahn

Dominique Jahn

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